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Porsche 911 Carrera T “Formosa” (Foto: Porsche)
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Porsche verkauft fast fünfmal so viele 911 wie Taycan – Absatz des Elektro-Sportwagens sinkt weiter

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 12.10.2026

Der Absatz des vollelektrischen Porsche Taycan sank in diesem Jahr um 31 Prozent, während der 911 mit Verbrennungsmotor um 12 Prozent zulegte. In neun Monaten lieferte Porsche 42.217 Exemplare des 911 aus, aber nur 8.699 Taycan. Insgesamt ging der Absatz der Marke um 16 Prozent zurück, am stärksten in China.

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Porsche 911 trotzt dem allgemeinen Absatzrückgang

Laut dem am 9. Oktober veröffentlichten Absatzbericht von Porsche lieferte das Unternehmen in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 weltweit 178.532 Fahrzeuge aus. Im Vorjahreszeitraum waren es 212.509 Fahrzeuge gewesen.

Der Porsche 911 erwies sich gegenüber den schwierigen Marktbedingungen als besonders widerstandsfähig: Sein Absatz stieg von 37.806 auf 42.217 Fahrzeuge. Zudem war er die einzige Modellreihe der Marke, deren Absatz in diesem Jahr zunahm.

Der vollelektrische Taycan schnitt deutlich schlechter ab. Während in den ersten neun Monaten des Vorjahres 12.641 Fahrzeuge einen Käufer fanden, waren es in diesem Jahr nur 8.699. Damit verkaufte Porsche auf jeden Taycan etwa 4,9 Exemplare des 911.

Der Abstand ist bemerkenswert, denn der Taycan gehört technisch weiterhin zur Spitze der Elektro-Sportwagen. Sein 800-Volt-Bordnetz, sein leistungsstarker Antrieb und seine hervorragende Fahrdynamik konnten den Nachfragerückgang dennoch nicht aufhalten.

Cayenne führt, Macan und Panamera verlieren

Der Cayenne blieb mit 59.586 Fahrzeugen das meistverkaufte Porsche-Modell. Der Absatz der Modellreihe sank gegenüber dem Vorjahr um lediglich zwei Prozent. Der vollelektrische Cayenne, dessen Auslieferungen im Sommer begannen, steuerte bereits 7.002 Fahrzeuge zu dieser Zahl bei.

Der Absatz des Macan ging um 21 Prozent auf 51.025 Fahrzeuge zurück. Davon waren 23.029 vollelektrisch und 27.996 mit Verbrennungsmotor ausgestattet. Die Produktion der Verbrennerversionen stellte Porsche in diesem Sommer ein.

Der Absatz des Panamera sank um 35 Prozent auf 13.714 Fahrzeuge. Beim 718 Boxster und Cayman fiel der Rückgang mit 79 Prozent noch stärker aus; insgesamt wurden 3.291 Fahrzeuge ausgeliefert. Das Produktionsende im Oktober 2025 spielte bei diesem Rückgang eine entscheidende Rolle.

Der allgemeine Absatzrückgang von Porsche lässt sich daher nicht einfach als Problem der Elektroautos einordnen. Auch Modellwechsel, das Ende der Produktion und regionale Unterschiede bei der Nachfrage wirken sich auf die Zahlen aus.

China stellt die größte Herausforderung dar

Am schwierigsten ist die Lage in China, wo der Porsche-Absatz um 33 Prozent auf 21.493 Fahrzeuge zurückging. In Nordamerika sanken die Auslieferungen um 13 Prozent auf 56.088 Fahrzeuge.

In Europa ohne Deutschland verkaufte Porsche 44.949 Fahrzeuge, 11 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf dem Heimatmarkt Deutschland begrenzte sich der Rückgang auf sieben Prozent; dort wurden 20.954 Fahrzeuge ausgeliefert.

In China steht Porsche zunehmend unter Druck durch heimische Hersteller, die leistungsstarke, umfangreich ausgestattete Elektroautos zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten. In Europa ist die Lage anders, doch auch hier muss sich der Taycan gegen Modelle wie den Audi e-tron GT behaupten und mit den sich schnell verändernden Gebrauchtwagenwerten von Luxus-Elektroautos zurechtkommen.

Porsche konzentriert sich auf teurere Sportwagen

Mit seiner neuen Entwicklungsstrategie „Sportwagenschmiede '35“ setzt Porsche vorrangig auf Rentabilität, exklusive Modellvarianten und niedrigere Produktionskosten. Das Unternehmen will den Absatz nicht mehr um jeden Preis steigern.

Gestützt wird dieser Kurs durch die Nachfrage nach teureren GTS-, Turbo- und GT-Versionen, deren Anteil nach Angaben des Herstellers weiterhin hoch ist.

Der Rückgang beim Taycan bedeutet allerdings nicht, dass Porsche-Kunden Elektroautos insgesamt den Rücken gekehrt haben. Die Auslieferungen des vollelektrischen Macan und Cayenne zeigen, dass batteriebetriebene Antriebe weiterhin einen wichtigen Platz im Modellprogramm der Marke haben.

Die Zahlen bestätigen vielmehr, dass Porsche-Käufer Karosserieformen und Antriebsarten unterschiedlich bewerten. Bei SUVs findet der Elektroantrieb immer mehr Käufer, doch bei den klassischen Sportwagen konnte der Taycan die Stellung des 911 nicht infrage stellen.