Porsche will 40 Prozent der Führungspositionen und insgesamt 9.000 Stellen streichen
Porsche stellt sich auf geringere Absatzzahlen ein und plant deutliche Kostensenkungen. Im Rahmen der neuen Strategie „Sportwagenschmiede ’35“ will das Unternehmen mittelfristig die Zahl der Führungspositionen um 40 Prozent reduzieren und insgesamt 9.000 Stellen abbauen. Ziel ist es, auch bei einem Jahresabsatz von weniger als 200.000 Fahrzeugen Gewinn zu erzielen.
Ein kleineres Unternehmen muss mehr erwirtschaften
Porsche will den Personalbestand in direkten und indirekten Bereichen mittelfristig um 25 Prozent verringern, langfristig um bis zu 30 Prozent. Die Personalkosten in der Produktion sollen um bis zu 30 Prozent sinken, die Kosten für Vertrieb und Absatz um 20 Prozent und die Entwicklungskosten für künftige Modelle um bis zu 20 Prozent.
Die Kürzungen sind nicht willkürlich. Der Absatz von Porsche ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen, wobei sich der chinesische Markt besonders stark abgeschwächt hat. Die operative Gewinnmarge sank 2025 auf 1,1 Prozent, während das langfristige Ziel bei 15 Prozent liegt.
Weniger Modellvarianten, teurere Autos
Porsche will den Absatz nicht um jeden Preis steigern. Das Unternehmen möchte die Zahl der Modellvarianten um rund 20 Prozent reduzieren und den Absatz der verbleibenden Varianten im Durchschnitt um 30 Prozent erhöhen. Den durchschnittlichen Verkaufspreis seiner Spitzenmodelle will Porsche um etwa ein Fünftel anheben.
Zugleich verschiebt sich das Angebot hin zu teureren Modellen des D- und E-Segments. Porsche bereitet einen Mittelmotor-Supersportwagen oberhalb des 911 vor und erwägt einen SUV, der größer als der Cayenne ist.
Zurück zu drei Antriebsarten statt Fokus auf Elektroautos
Porsche hat den bisherigen starken Fokus auf Elektrofahrzeuge aufgegeben und entwickelt Verbrennungsmotoren, Plug-in-Hybride und rein elektrische Modelle parallel weiter. Um Kosten zu senken, vertieft das Unternehmen die Zusammenarbeit mit Audi und nutzt gemeinsame Plattformen und Komponenten stärker.
Für die europäische Automobilindustrie ist Porsches Plan aufschlussreich: Das Problem ist nicht nur die schwächere Nachfrage, sondern auch eine zu kostenintensive Organisation und eine zu komplexe Modellpalette. Porsche will künftig weniger Autos verkaufen und dabei mit jedem einzelnen mehr verdienen.