Porsche Taycan Turbo GT mit Manthey-Kit unterbietet Rekord des Xiaomi SU7 Ultra
Der Porsche Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket hat mit neuem Manthey-Kit auf der Nürburgring-Nordschleife eine neue Rundenzeit von 6:55,533 Minuten gesetzt. Damit unterbot er den bisherigen Rekord des Xiaomi SU7 Ultra bei den elektrischen Luxuslimousinen um mehr als neun Sekunden.
Porsche und Manthey haben das erste Manthey-Kit für den Taycan Turbo GT entwickelt. Das Paket entstand für den Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket. Porsche zufolge ist es ab Juni als Nachrüstlösung erhältlich.
Die Fahrt fand auf der 20,832 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife statt. Porsche-Entwicklungsfahrer Lars Kern erzielte eine Zeit von 6:55,533 Minuten. Das war 12 Sekunden schneller als seine bisherige Runde im serienmäßigen Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket. Laut Nürburgring wurde der Rekord mit offizieller Zeitnahme und unter notarieller Aufsicht bestätigt.
Der Xiaomi SU7 Ultra hatte 2025 in derselben Klasse der Electric Executive Cars eine Zeit von 7:04,957 Minuten aufgestellt. Das neue Ergebnis von Porsche ist damit mehr als neun Sekunden schneller.
Es handelt sich um einen Klassenrekord, nicht um einen pauschalen Bestwert.
Die Kategorie ist entscheidend. Porsche beansprucht nicht einfach den Titel des schnellsten Elektroautos der Welt. Es geht um einen Rekord für elektrische Oberklasse-Limousinen. Die offiziellen Nürburgring-Rekorde werden innerhalb klar definierter Klassen geführt, und jedes Ergebnis hängt vom Serienstatus, der Ausstattung und der Einstufung ab.
Das Manthey-Paket ist keine bloße Styling-Übung. Porsche sagt, dass der Abtrieb bei 200 km/h von 95 auf 310 Kilogramm gestiegen ist. Bei der neuen Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h erzeugt der Taycan Turbo GT mit Manthey-Kit in seiner Track-Einstellung rund 740 Kilogramm Abtrieb.
Zum Paket gehören ein großer neuer Heckflügel, ein optimierter Frontdiffusor, ein wirksamerer Heckdiffusor, Aerodynamikteile am Unterboden sowie Aerodynamikabdeckungen aus Carbon für die Hinterräder. Dazu kommen leichtere geschmiedete 21-Zoll-Räder, breitere Track-Reifen, größere Bremsscheiben und neu abgestimmte Systeme für Porsche Active Ride, Allradantrieb und Lenkung.
Mehr als nur ein größerer Flügel
Anders als bei früheren Manthey-Paketen hat Porsche diesmal auch den Antriebsstrang verändert. Updates an Hochvoltbatterie, Steuergerät und Wechselrichtern erhöhten den maximalen Strom von 1100 auf 1300 Ampere. Die Leistung stieg auf 600 kW, im Attack Mode stehen kurzzeitig bis zu 730 kW zur Verfügung. Mit Launch Control steigt das Drehmoment auf 1270 Nm.
Damit geht die Geschichte über eine einzelne Nürburgring-Zeit hinaus. Bei der Entwicklung elektrischer Performance-Autos entscheidet nicht mehr allein die reine Leistung. Eine schnelle Runde entsteht heute aus dem Zusammenspiel von Batteriethermomanagement, Wechselrichterstrategie, Software, Reifen und Aerodynamik. Der Manthey-Taycan zeigt, wie sich das Tuning von Elektroautos von einfachen Anbauteilen hin zu tiefergehender Entwicklung bewegt.
Der Rekord des Xiaomi SU7 Ultra war für Porsche unerquicklich. Ein chinesisches Technologieunternehmen konnte mit seinem ersten großen Serienauto in einen Bereich vorstoßen, den europäische Performance-Marken lange als ihr eigenes Terrain betrachtet haben. Porsches Antwort kam nicht als billige Machtdemonstration. Sie kam in Form eines werksunterstützten Partnerpakets, das sich an ernsthafte Trackday-Nutzer mit entsprechendem Budget richtet.
Das macht den Taycan nicht zu einem direkten Volumenmarkt-Gegner des Xiaomi. Es sendet aber ein klares Signal. Porsche hat nicht vor, die Rekordtabelle für elektrische Performance-Autos kampflos chinesischen Herstellern zu überlassen.