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Tesla produziert Cybercabs schneller als der Fahrdienst wächst – Fertigung steht an manchen Tagen still

Tesla Cybercab
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Tesla befindet sich mit seinem Robotaxi Cybercab in einer ungewöhnlichen Lage: Das Werk in Texas kann Fahrzeuge schneller bauen, als das Unternehmen sie in Betrieb nehmen kann. Deshalb läuft die Produktionslinie nicht an jedem Tag. Der Engpass liegt nicht beim Fahrzeugbau, sondern beim Ausbau des Robotaxi-Dienstes, der mit der außergewöhnlich effizienten Fertigung nicht Schritt halten kann.

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Die Produktion übertrifft Teslas eigene Pläne

Teslas Leiter der Fahrzeugentwicklung, Lars Moravy, erklärte bei einer technischen Analyse von Munro Live, dass die Cybercab-Produktion schneller vorankomme als der Ausbau des Fahrdienstes. Das Werk könne mehr Fahrzeuge bauen, als Tesla seiner Robotaxi-Flotte hinzufügen könne. Laut einer Analyse von Teslarati übersteigt die tatsächliche Kapazität der Produktionslinie zudem die zuvor angekündigte Jahreskapazität von 125.000 Fahrzeugen. Teslas langfristiges Ziel ist eine vollständig automatisierte Fertigung, bei der alle zehn Sekunden ein neuer Cybercab vom Band läuft. Rechnerisch wären das 360 Fahrzeuge pro Stunde, doch eine dauerhafte Produktion in diesem Tempo ist bislang nicht Realität.

Nur 25 Montagestationen und keine Lackiererei

Beim Cybercab setzt Tesla auf sein neues Fertigungsverfahren „Unboxed“. Anders als in einem herkömmlichen Autowerk fertigen Roboter den vorderen, hinteren, seitlichen und mittleren Teil der Karosserie getrennt und fügen sie erst bei der Endmontage zusammen. Die Endmontagelinie besteht aus nur 25 vollautomatisierten Stationen. Nach Teslas Schätzung sind das fünf- bis zehnmal weniger als bei der Produktion des Model Y. Der gesamte Fertigungsprozess ist derzeit zu 78 Prozent automatisiert; die Montage der Karosseriestruktur übernehmen bereits vollständig Roboter. Die für die Produktion eines Fahrzeugs benötigte Fläche ist etwa halb so groß wie bei einem herkömmlichen Fertigungsverfahren.

Tesla verzichtet außerdem auf eine herkömmliche Lackiererei. Die äußeren Kunststoffverkleidungen werden bereits beim Formen eingefärbt; nur die seitlichen Karosseriemodule erhalten eine Schutzbeschichtung. Das verringert die Zahl der Produktionsschritte, stellt aber höhere Anforderungen an die Materialien und die Oberflächenqualität.

Batterie muss mindestens 800.000 Kilometer halten

Der Cybercab verwendet 4680-Batteriezellen in einem Batteriepaket mit Stahlgehäuse. Die Konstruktion ermöglicht es, defekte Module einzeln auszutauschen, ohne die gesamte Batterie ersetzen zu müssen.

Ein drahtloses Batteriemanagementsystem verringert den Verkabelungsaufwand. Dank neuer Schütze kann Tesla zudem auf einen herkömmlichen pyrotechnischen Stromkreisunterbrecher verzichten.

Der elektrische Antriebsstrang hat eine Achsübersetzung von 11:1, gegenüber etwa 9:1 bei herkömmlichen Tesla-Pkw. Die höhere Übersetzung begünstigt die Zugkraft bei niedrigen Geschwindigkeiten, da ein Robotaxi im Stadtverkehr keine hohe Höchstgeschwindigkeit benötigt.

Tesla hat den Cybercab für eine Lebensdauer von mindestens 800.000 Kilometern ausgelegt. Das ist ein Entwicklungsziel und keine im realen Einsatz nachgewiesene Haltbarkeit.

Fahrzeuge entstehen schneller, als der Fahrdienst wächst

Die Serienproduktion des Cybercab begann im April. Alle bislang gebauten Fahrzeuge sind in Teslas eigene Robotaxi-Flotte gegangen.

Ende Oktober waren in Texas 463 Cybercabs zugelassen. Mehr als 50 davon setzte Tesla am Formel-1-Rennwochenende in Austin ein.

Als nächste Stadt plant das Unternehmen, den Cybercab-Dienst im November in Dallas zu starten. Tesla will die ersten Fahrzeuge noch vor Ende 2026 an Privatkunden ausliefern.

In Europa ist die Lage komplizierter. Der Cybercab hat weder Lenkrad noch Pedale, und für seinen Einsatz müssen die Anforderungen für autonome Fahrzeuge erfüllt werden. Tesla hat keinen Zeitplan für einen Start in Europa bestätigt.

Der Cybercab zeigt, dass die Produktionskapazität für Robotaxis nicht unbedingt das größte Hindernis ist. Tesla hat ein außergewöhnlich effizientes Fertigungssystem geschaffen. Der kommerzielle Erfolg hängt nun jedoch davon ab, wie schnell das Unternehmen seinen autonomen Fahrdienst ausbauen kann.