Tesla will Optimus Robotaxis laden lassen – und den Roboter letztlich ebenfalls ersetzen
Tesla hat die erste konkrete Aufgabe für seinen humanoiden Roboter Optimus im Robotaxi-Betrieb benannt. Künftig soll er das Ladekabel des fahrerlosen Cybercab anschließen und damit die Menschen ersetzen, die das derzeit übernehmen. Die Lösung ist allerdings nur vorübergehend: Teslas langfristiges Ziel ist ein vollständig automatisierter kabelloser Ladevorgang, bei dem auch Optimus nicht mehr gebraucht würde.
Ein fahrerloses Auto braucht zum Laden einen Menschen
Teslas Leiter der Fahrzeugentwicklung, Lars Moravy, und Cybercab-Programmmanager Eric Earley erklärten in einem Interview mit Munro Live, dass derzeit Beschäftigte des Unternehmens die Robotaxis an Supercharger anschließen.
Der Cybercab kann selbstständig zu einem Ladeplatz fahren und dort parken, braucht aber noch einen Menschen, der das Kabel anschließt. Tesla hat deshalb im Cybercab, der ursprünglich für kabelloses Laden ausgelegt wurde, einen herkömmlichen NACS-Ladeanschluss beibehalten.
Moravy hofft, dass Optimus diese Aufgabe bald übernimmt. Einen konkreten Termin für den Einsatz nannte das Unternehmen allerdings nicht.
80 kabellose Ladeplätze für Austin geplant
Tesla entwickelt außerdem ein induktives Ladesystem, mit dem der Cybercab ohne Kabelverbindung laden könnte.
In Austin im US-Bundesstaat Texas plant das Unternehmen ein Servicezentrum für Robotaxis mit bis zu 80 kabellosen Ladeplätzen.
Damit könnten die Fahrzeuge selbstständig laden, und es wäre weniger Personal nötig. Tesla muss allerdings noch nachweisen, dass Effizienz, Leistung und Kosten des kabellosen Ladens für den Betrieb einer großen Robotaxi-Flotte geeignet sind.
Optimus könnte zum mobilen Wartungshelfer werden
Das Anschließen eines Ladekabels könnte Optimus’ erste Aufgabe sein, doch Tesla sieht weitere Einsatzmöglichkeiten für den Roboter. Künftig könnte er bei der Wartung von Fahrzeugen helfen und Logistikaufgaben übernehmen.
Optimus befindet sich derzeit in einer frühen Produktionsphase. Tesla hat noch nicht gezeigt, dass der Roboter an Ladestationen selbstständig und zuverlässig arbeiten kann. Die ersten Auslieferungen an Kunden plant das Unternehmen für 2027.
In Europa sind die Vorschriften zum autonomen Fahren ein Hindernis für den Ausbau von Robotaxi-Diensten. Zugleich bietet automatisiertes Laden auch Möglichkeiten für herkömmliche Elektrofahrzeugflotten, deren Fahrzeuge ohne ständigen Personaleinsatz zwischen Ladepunkten bewegt werden müssen.
Das Paradoxe an Teslas Plan: Das Unternehmen entwickelt einen komplexen humanoiden Roboter für eine Aufgabe, die durch kabelloses Laden vollständig entfallen könnte. Welchen Wert Optimus tatsächlich hat, wird sich daher erst zeigen, wenn der Roboter auch andere Wartungs- und Serviceaufgaben übernehmen kann.