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Tesla Roadster: Fünf Sekunden Zusatzschub, bis zu sechs Stunden Wartezeit

Tesla Roadster
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Eines der ungewöhnlichsten technischen Merkmale des neuen Tesla Roadster erweist sich zugleich als seine größte praktische Einschränkung. Kaltgasdüsen mit komprimiertem Stickstoff sollen den Wagen in weniger als einer Sekunde auf fast 100 km/h beschleunigen. Doch den Vorrat für fünf Sekunden zusätzlichen Schub wieder aufzufüllen, dauert derzeit zwei bis sechs Stunden. Tesla hofft, die Wartezeit auf eine halbe Stunde zu verkürzen. Selbst dann wäre die Technik eher für Vorführungen geeignet als für einen Leistungszuwachs im Alltag.

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690 bar Druck und 200 Liter Stickstoff

Teslas Leiter der Fahrzeugentwicklung, Lars Moravy, erklärte, dass die Thrust-Version des Roadster einen 200-Liter-Stickstofftank mit einem Betriebsdruck von etwa 690 bar nutzt.

Das System stößt komprimiertes Gas mit hoher Geschwindigkeit durch Düsen aus und erzeugt so Schub in Fahrtrichtung. Anders als bei einem Raketentriebwerk findet dabei keine Verbrennung statt. Es handelt sich um Kaltgastriebwerke.

Laut Motor1 leert sich der Tank in etwa fünf Sekunden. Zum Wiederbefüllen ist spezielle Hochdruckausrüstung nötig, da selbst viele industrielle Stickstoffanlagen den erforderlichen Druck nicht erreichen.

Das Schubdüsensystem des Roadster lässt sich daher nicht an einer herkömmlichen Ladestation für Elektroautos wieder befüllen. Tesla muss eine separate Lösung entwickeln oder den Besitzern geeignete Ausrüstung zum Befüllen bereitstellen.

Drei Versionen, eine davon kann fliegen Tesla plant, den im Oktober vorgestellten Roadster der zweiten Generation 2028 in Produktion zu nehmen.

Der Hersteller plant drei Versionen.

Performance: ein zweisitziger Elektro-Sportwagen mit aktiver Aerodynamik und einem Gebläse zur Erzeugung von Abtrieb, aber ohne Schubdüsen. Thrust: eine Version mit vier Kaltgastriebwerken am Heck, die in weniger als einer Sekunde auf 97 km/h beschleunigen soll. Rocket: eine einsitzige Sonderversion mit zehn Schubdüsen, die aus eigener Kraft abheben und ihre Lage in der Luft verändern kann.

Der Rocket nutzt zudem einen 400-Liter-Gastank. Tesla bestätigt, dass diese Version die Anforderungen für die Nutzung auf öffentlichen Straßen nicht erfüllt. Ob der Thrust eine Straßenzulassung erhalten kann, ist ebenfalls noch offen.

Beeindruckende Technik, fraglicher praktischer Nutzen

Mit den Kaltgastriebwerken kann der Roadster die Beschleunigungsgrenzen überwinden, die durch die Haftung der Reifen vorgegeben sind. Da der Schub unabhängig von der Reifenhaftung wirkt, kann der Wagen stärker beschleunigen, als es Elektromotoren und Reifen allein ermöglichen würden.

Nachteile der Technik sind allerdings die kurze Einsatzdauer, der hohe Systemdruck und das aufwendige Wiederbefüllen. Tanks und Triebwerke erhöhen zudem das Fahrzeuggewicht.

Auch die Typgenehmigung und die Sicherheit werfen für den europäischen Markt Fragen auf. Der mit hoher Geschwindigkeit austretende Gasstrahl könnte Menschen hinter dem Auto gefährden. Zudem muss das System die Sicherheitsanforderungen für Druckbehälter und Fahrzeuge erfüllen.

Der Rimac Nevera und andere elektrische Hypercars können im Vergleich dazu auch ohne separates Druckgassystem außergewöhnlich stark beschleunigen. Zwar erreichen sie nicht die von Tesla versprochene Beschleunigungszeit von unter einer Sekunde, ihre Leistung lässt sich jedoch wiederholt abrufen.

Die Schubdüsen des Tesla Roadster zeigen den Mut seiner Ingenieure, machen aber auch den Widerspruch der Technik deutlich: Der Wagen kann seinen gesamten Vorrat an zusätzlichem Schub in fünf Sekunden verbrauchen, während das Wiederbefüllen derzeit bis zu sechs Stunden dauert. Bis aus der beeindruckenden Vorführung eine praxistaugliche Sportwagentechnik wird, ist noch erhebliche Entwicklungsarbeit nötig.