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Unitree H2-X kann kämpfen, springen und ein Auto anheben – aber taugt er wirklich als Leibwächter?

Unitree H2-X
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Das chinesische Robotikunternehmen Unitree hat den humanoiden Roboter H2-X in einem Demonstrationsvideo vorgestellt, das eher an einen Actionfilm als an eine herkömmliche Technikpräsentation erinnert. Der Roboter zeigt Kampfsportbewegungen, springt aus vier Metern Höhe und hebt in einer Rettungsszene die Front eines Autos an. Der Hersteller sieht in ihm einen künftigen Roboter für Sicherheits- und Rettungseinsätze. Wie selbstständig der H2-X tatsächlich agiert, muss sich allerdings erst noch zeigen.

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31 Gelenke und bis zu 300 Nm Drehmoment

Nach offiziellen Angaben von Unitree ist der H2-X etwa 173 cm groß und wiegt einschließlich der Akkus mindestens 65 kg. Der Roboter verfügt über 31 Bewegungsfreiheitsgrade, die ihm komplexe Bewegungen ermöglichen und dabei helfen, das Gleichgewicht zu halten.

Das maximale Drehmoment beträgt 300 Nm an den Beingelenken und 150 Nm an den Armgelenken. Der Arm kann kurzzeitig eine Last von etwa 15 kg tragen, im Dauerbetrieb sind es 7 kg.

Um seine Umgebung zu erfassen, nutzt der Roboter eine Tiefenkamera und eine Weitwinkelkamera. Seine beiden austauschbaren Akkus haben zusammen eine Kapazität von 1,152 kWh. Unitree gibt eine Betriebsdauer von bis zu acht Stunden an, wobei der Energieverbrauch stark davon abhängt, wie intensiv sich der Roboter bewegt.

Ein Actionfilm ist kein Beleg für Autonomie

Im Video „Kung Fu Legend Guardian“ zeigt der H2-X Kampfbewegungen, stoppt einen inszenierten Angriff und hilft in einer Rettungsszene, in der eine Person unter einem Auto eingeklemmt ist.

Unitree hat allerdings nicht erklärt, welche Aktionen der Roboter selbstständig ausgeführt hat und bei welchen möglicherweise vorprogrammierte Bewegungsabläufe oder eine Fernsteuerung zum Einsatz kamen.

Diese Unterscheidung ist wichtig: Eine komplexe Bewegung unter kontrollierten Bedingungen auszuführen, bedeutet für sich genommen noch nicht, eine Gefahrensituation selbstständig einschätzen und eingreifen zu können, ohne einen Menschen zu verletzen.

Preise beginnen bei rund 22.000 Euro

Laut offizieller Preisliste von Unitree kostet der H2-X 25.400 US-Dollar, umgerechnet etwa 22.000 Euro, jeweils vor Steuern und Versandkosten. Der Preis des für Entwickler vorgesehenen H2-X EDU hängt von seiner Konfiguration ab.

Der Hersteller sieht Einsatzmöglichkeiten für den Roboter bei Sicherheitsdiensten, in der Industrie, im Handel und bei Aufgaben im Haushalt.

In Europa hängt der Einsatz solcher Roboter vor allem davon ab, ob sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Besonders anspruchsvoll dürfte ein selbstständiger Betrieb in unmittelbarer Nähe von Menschen sein.

Der H2-X zeigt, wie schnell sich die mechanischen Fähigkeiten humanoider Roboter weiterentwickeln. Die nächste große Herausforderung besteht jedoch nicht darin, höher zu springen oder härter zuzuschlagen, sondern darin, selbstständig sichere und verlässliche Entscheidungen zu treffen.