Geely bringt Googles KI Gemini in seine Autos
Der chinesische Autokonzern Geely hat mit Google eine strategische Partnerschaft vereinbart. Gemini, die Navigation mit Google Maps und der App-Store Google Play sollen in Modelle mehrerer Konzernmarken kommen. Die ersten Autos mit der neuen Software werden in der zweiten Jahreshälfte 2027 auf internationale Märkte kommen.
Laut einer offiziellen Mitteilung von Geely vom 16. Oktober umfasst die Partnerschaft Fahrzeuge der Marken Geely, Lynk & Co, Proton, Riddara und smart. Googles Dienste sollen nach und nach auch bei weiteren Konzernmarken Einzug halten. Welche Modelle dazugehören, hat der Hersteller allerdings noch nicht bekannt gegeben.
Gemini macht die Sprachsteuerung im Auto intelligenter
Im Mittelpunkt des neuen Systems steht Google Gemini. Damit können Fahrer in natürlicher Sprache mit ihrem Auto interagieren. Der KI-gestützte Sprachassistent kann komplexere Anfragen verstehen und verschiedene digitale Dienste miteinander verknüpfen.
Google Maps übernimmt die Navigation und ermöglicht die Suche nach Ladepunkten. Über Google Play lassen sich Apps nutzen, die für den Einsatz im Auto angepasst sind. Das System unterstützt auch die Verbindung mit smarten Geräten, sodass Nutzer seltener zwischen Menüs wechseln müssen.
Anders als beim herkömmlichen Android Auto sind Googles Dienste direkt in das Infotainmentsystem des Autos integriert. Für ihren Betrieb ist kein verbundenes Smartphone nötig.
Europa ist ein wichtiger Markt für Geely
Die Partnerschaft gilt für Märkte außerhalb Chinas und der USA, in denen Googles Dienste offiziell verfügbar sind. Damit kommt Europa als Region für das Programm infrage. Konkrete Länder oder Modelle hat Geely jedoch noch nicht bestätigt.
Der Konzern hat bereits Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Google. Im Polestar 2 sind seit 2020 integrierte Google-Dienste verfügbar. Mit der neuen Vereinbarung wird dasselbe Ökosystem auf deutlich mehr Automarken ausgeweitet.
Für Geely ist das ein wichtiger Schritt im Wettbewerb in Europa. Volkswagen, Renault und Volvo nutzen bereits Google-Technologie. Geely muss daher ein vergleichbares digitales Nutzererlebnis bieten. Leistungsstarke Hardware und eine umfangreiche Ausstattung chinesischer Autos gleichen umständlich zu bedienende Software nicht immer aus.
Der größte Gewinn für Geely liegt somit nicht allein in der Integration von Gemini, sondern in der Möglichkeit, für verschiedene Märkte entwickelte Infotainmentsysteme durch Googles international bekanntes und stetig weiterentwickeltes Ökosystem zu ersetzen. Wie gut das am Ende funktioniert, hängt allerdings von der Zuverlässigkeit der Software, den verfügbaren Sprachen und der tatsächlichen Verfügbarkeit der Dienste ab.