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Changan verspricht 1.500 Kilometer Reichweite mit Feststoffbatterien – doch die Rekordwerte sind noch nicht belegt

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 15.10.2026

Der chinesische Autohersteller Changan und der Batteriekonzern CATL bauen ihre Partnerschaft aus. Zu ihren Zielen gehört es, Elektroautos mit Feststoffbatterien auf den Markt zu bringen. Mit seiner neuen Batterietechnologie Golden Bell verspricht Changan mehr als 1.500 Kilometer Reichweite, Schnellladen in neun Minuten und eine außergewöhnlich lange Lebensdauer. Die ersten Batterien aus Serienfertigung werden für 2027 erwartet, doch die beeindruckenden Angaben müssen noch unabhängig überprüft werden.

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400 Wh/kg und 1.500 Kilometer

Die von Changan entwickelte Feststoffbatterie Golden Bell soll eine Energiedichte von 400 Wh/kg erreichen. Das wäre deutlich mehr als bei heutigen herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien und würde es ermöglichen, mehr Energie zu speichern, ohne dass das Batteriegewicht entsprechend steigt.

Der Hersteller strebt eine Reichweite von mehr als 1.500 Kilometern mit einer Ladung an. Changan hat jedoch weder ein konkretes Fahrzeugmodell noch die Batteriekapazität oder den Testzyklus genannt, auf denen dieser Wert beruht. Daher lässt sich die Angabe noch nicht mit europäischen WLTP-Werten vergleichen.

Die Batterietechnologie soll zudem Schnellladen mit 6C ermöglichen. Nach Einschätzung des Herstellers könnte der Ladestand damit in neun Minuten von 30 auf 80 Prozent steigen.

Changan verspricht für die Batteriezellen eine Lebensdauer von mehr als 5.000 Ladezyklen und eine Nutzung über mindestens 600.000 Kilometer ohne nennenswerten Kapazitätsverlust. Auch das sind vorläufige Entwicklungsziele und keine unabhängig überprüften Ergebnisse aus dem Einsatz.

Neues Werk soll Produktionskapazität erhöhen

Changan und CATL gründeten 2023 ihr gemeinsames Batterieproduktionsunternehmen Times Changan. Die Partner planen nun, dessen jährliche Produktionskapazität auf 75 GWh zu erhöhen.

Ein geplanter Produktionskomplex von rund 70 Hektar an der Grenze zwischen Chongqing und Sichuan würde die bestehende Kapazität um 25 GWh erweitern. Das Werk soll 2027 den Betrieb aufnehmen und im Laufe der folgenden drei Jahre das geplante Produktionsvolumen erreichen.

Allerdings ist zwischen den beiden Vorhaben zu unterscheiden: Die Produktionskapazität von 75 GWh bedeutet nicht, dass sie vollständig für Feststoffbatterien vorgesehen wäre. Die Werkserweiterung betrifft CATLs Batterietechnologie der nächsten Generation insgesamt.

Die Partnerschaft wird außerdem auf Natrium-Ionen-Batterien und Batteriewechselsysteme ausgeweitet. CATL und Changan haben bereits einen Pkw mit einer Naxtra-Natrium-Ionen-Batterie vorgestellt; die Vorbereitungen für die Serienproduktion beginnen in diesem Jahr.

Neue Konkurrenz für europäische Hersteller zeichnet sich ab

Changan plant, Golden-Bell-Batterien unter anderem in künftigen Elektroautos von Avatr, Deepal und Nevo einzusetzen. Der vorläufige Zeitplan sieht Testfahrten 2026 und den Produktionsstart 2027 vor.

Für Europa wäre eine Batterie mit einer Energiedichte von 400 Wh/kg ein bedeutender technologischer Fortschritt. Eine höhere Energiedichte würde eine größere Reichweite ermöglichen oder bei gleichbleibender Reichweite das Batteriegewicht senken.

Eine Feststoffbatterie löst jedoch nicht automatisch alle Probleme von Elektroautos. Entscheidend werden die Produktionskosten, die Ladeleistung unter realen Bedingungen, die Zuverlässigkeit und die Einhaltung der europäischen Sicherheits- und Typgenehmigungsanforderungen sein.

Auch die versprochenen 1.500 Kilometer sind mit Vorsicht zu betrachten. Auf europäischen Autobahnen und bei Kälte kann die tatsächliche Reichweite erheblich von den Ergebnissen nach chinesischen Testzyklen abweichen.

Changan hat zweifellos ehrgeizige Ziele, doch bislang bietet das Unternehmen eher ein Versprechen für die Zukunft als eine ausgereifte Technologie. Sollten 1.500 Kilometer Reichweite und neun Minuten Ladezeit bei Serienfahrzeugen zu einem angemessenen Preis Realität werden, würde sich der Wettbewerb unter Elektroautos grundlegend verändern. Zunächst muss sich jedoch zeigen, ob die Laborergebnisse auch im Fahralltag Bestand haben.