Mazda CX-6e erhält Außenlautsprecher, über den man Rollerfahrer beschimpfen kann
Mazdas neuer elektrischer CX-6e hat einen 20-Watt-Außenlautsprecher, der nicht nur Musik abspielen kann. Das Auto kann darüber voreingestellte Warnungen, vom Fahrer eingegebene Texte und in manchen Märkten auch die eigene Stimme des Fahrers übertragen. Australische Journalisten stellten fest, dass das System auch Schimpfwörter nicht herausfiltert.
Die Idee: mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren
Der CX-6e basiert auf dem für den chinesischen Markt bestimmten Mazda EZ-60. Changan Mazda hatte den Außenlautsprecher bereits als Funktion beschrieben, über die Insassen aus dem Auto heraus mit Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren können. Nutzer können eigene Texte speichern und sie vom Auto nach außen vorlesen lassen.
Mazdas europäische Unterlagen bestätigen einen 20-Watt-Außenlautsprecher, stellen ihn aber vor allem als Möglichkeit dar, bei stehendem Fahrzeug Musik per Bluetooth abzuspielen. Der Funktionsumfang kann sich daher je nach Markt unterscheiden.
Bei dem in Australien getesteten System konnten Nutzer vorgegebene Sätze auswählen, eigene Texte über den Touchscreen eingeben und die Stimme des Fahrers nach außen übertragen. Die Journalisten fanden keinen Filter für anstößige Sprache.
Der CX-6e selbst ist ein wichtiges Modell für Europa
Der Außenlautsprecher ist eher ein Nebenaspekt. Für Mazda ist der CX-6e vor allem deshalb von Bedeutung, weil er nach dem Mazda 6e das zweite globale Elektroauto der Marke ist, das gemeinsam mit Changan in China entwickelt wurde.
Der europäische CX-6e hat eine 78-kWh-LFP-Batterie und einen 190-kW-Motor an der Hinterachse. Mit 19-Zoll-Rädern beträgt die WLTP-Reichweite bis zu 484 km; Gleichstromladen ist mit bis zu 195 kW möglich. Laut Mazda dauert es 24 Minuten, die Batterie von 10 auf 80 Prozent zu laden.
Das Auto ist 4850 mm lang, 1935 mm breit und 1620 mm hoch. Der CX-6e übernimmt vom chinesischen EZ-60 auch den großen 26,45-Zoll-Bildschirm und einige seiner smarten Funktionen. Das Fahrwerk hat Mazda allerdings eigens für den europäischen Markt abgestimmt.
In Europa sollte man sich Schimpfwörter trotzdem besser verkneifen
Anderen Verkehrsteilnehmern über einen Außenlautsprecher etwas zuzurufen, ist nicht dasselbe wie der vorgeschriebene Fußgängerwarnton eines Elektroautos. Auf dem europäischen Markt gelten eigene Vorschriften für Außenschall und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Mazda bewirbt den europäischen CX-6e zudem nicht als Lautsprechersystem für Durchsagen nach außen.
Technisch ist der Außenlautsprecher jedoch vorhanden. Er zeigt, wie viele für den chinesischen Markt entwickelte Softwarefunktionen mit Elektroauto-Plattformen aus China inzwischen auch in europäische Autos gelangen.