BeamNG.drive erscheint für PlayStation 5 – mit außergewöhnlich realistischer Unfallsimulation
BeamNG.drive, das Fahrzeugschäden außergewöhnlich präzise simuliert, ist am 19. Oktober für PlayStation 5 erschienen. Der Fahrsimulator war bisher vor allem PC-Spielern vorbehalten. Seine Fahrzeugphysik wird 2.000-mal pro Sekunde berechnet, sodass jeder Zusammenstoß und die daraus entstehenden Schäden einzigartig sind. Zum Start veröffentlichte der Entwickler außerdem einen neuen Trailer.
Kollisionen nach den Gesetzen der Physik
BeamNG.drive unterscheidet sich von herkömmlichen Fahrspielen vor allem durch seine Physik-Engine. Während Gran Turismo 7 beispielsweise den Schwerpunkt auf Rennen und Fahrverhalten legt, simuliert BeamNG.drive auch die Fahrzeugstruktur und ihr Verhalten unter verschiedenen Krafteinwirkungen wesentlich detaillierter.
Der Entwickler BeamNG GmbH erklärt im offiziellen PlayStation-Blog, dass der Simulator auf Soft-Body-Physik basiert. Dabei wird ein Fahrzeug als Geflecht miteinander verbundener Knoten und Streben modelliert, die sich entsprechend den einwirkenden Belastungen biegen, verformen oder brechen. Die Physik-Engine berechnet das Geschehen mit einer Frequenz von 2.000 Hz, also 2.000-mal pro Sekunde.
Unfallschäden beschränken sich daher nicht auf verbeulte Karosserieteile und zerbrochene Leuchten. Ein Aufprall kann die Fahrwerksgeometrie verändern, den Antriebsstrang beschädigen oder die tragende Struktur des Autos so stark verbiegen, dass es nicht mehr geradeaus fahren kann.
Entscheidend ist, dass das Spiel keine vorgefertigten Unfallanimationen verwendet. Ausmaß und Art der Schäden hängen von der Aufprallgeschwindigkeit, dem Winkel, der Fahrzeugstruktur und dem Aufprallpunkt ab.
Tausend Konfigurationen und zwölf offene Umgebungen
BeamNG.drive bietet rund tausend Fahrzeugkonfigurationen, darunter Sportwagen, SUVs, Pick-ups, Busse und schwere Lastwagen. Die Fahrzeugmarken sind überwiegend fiktiv, Konstruktion und Technik orientieren sich jedoch an realen Fahrzeugen.
Spieler können Motor, Fahrwerk, Antriebsstrang, Reifen und viele weitere Komponenten verändern. Einstellen lassen sich unter anderem Differenzialsperren, Bodenfreiheit, Reifendruck und die Steifigkeit der Stabilisatoren. Änderungen wirken sich unmittelbar auf das Fahrverhalten aus.
Das Spiel bietet zwölf offene Fahrumgebungen – von Stadtstraßen und Autobahnen über Bergstraßen und Wüsten bis hin zu anspruchsvollen Geländestrecken.
Neben freiem Fahren können Spieler an Rennen und Zeitfahren teilnehmen, Transportaufgaben erledigen und vor der Polizei fliehen.
Die PlayStation-Version erforderte umfangreiche Optimierungen
BeamNG.drive auf die Konsole zu bringen, erforderte mehr als eine einfache Anpassung des bestehenden PC-Spiels. Das komplexe Physikmodell benötigt erhebliche Rechenleistung, insbesondere wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig unterwegs sind.
Die Entwickler mussten neben der Leistung auch die Benutzeroberfläche und die Steuerung optimieren, damit sich das Spiel mit einem herkömmlichen PlayStation-Controller angenehm spielen lässt.
Update 0.40 erschien am selben Tag wie die Konsolenversion auch für PC. Es brachte einen Mehrspielermodus mit geteiltem Bildschirm, physikalisch simulierte Fahrzeuginsassen, einen neuen Lastwagen und mehrere Leistungsverbesserungen.
Die PlayStation-5-Version hat allerdings einige Einschränkungen. Zum Start bietet sie keine Unterstützung für Virtual Reality; außerdem können Spieler keine von der Community erstellten Mods verwenden. Der Entwickler möchte den Funktionsumfang der Plattformen künftig angleichen, hat aber keinen Termin für die Einführung dieser Funktionen auf Konsolen genannt.
BeamNG.drive: eine Alternative zu herkömmlichen Fahrspielen
Die größte Stärke von BeamNG.drive liegt nicht in der Grafik oder offiziellen Fahrzeuglizenzen, sondern in der detaillierten Fahrzeugphysik.
Gran Turismo 7 und Forza Motorsport bieten klar strukturierte Rennerlebnisse, während Wreckfest auf Rennen mit Kollisionen setzt. BeamNG.drive gibt Spielern deutlich mehr Freiraum, um auszuprobieren, wie sich verschiedene technische Lösungen auf Fahrverhalten und Haltbarkeit eines Autos auswirken.
Für Spieler in Europa bedeutet die Veröffentlichung der PlayStation-5-Version vor allem einen leichteren Zugang zu einem Simulator, für den bisher ein ausreichend leistungsfähiger PC nötig war.