Opel STX soll in Paris zeigen, wie ein Elektro-Kombi der nächsten Generation aussehen könnte
Opel bringt im Oktober das STX Concept zum Pariser Autosalon: einen flachen, aerodynamischen Kombi, mit dem die deutsche Marke die Designrichtung ihrer künftigen Sports Tourer andeutet. Der STX – Sports Tourer eXperimental – führt Opels langjährige Kombi-Tradition zu einer Zeit fort, in der sich SUVs und Crossover auf dem europäischen Automarkt drängen.
Opel hat vor dem am 12. Oktober beginnenden Pariser Autosalon den Namen STX und erste Details bekannt gegeben. Nach Angaben des Herstellers zeigt die Studie, wie sich das Sports-Tourer-Konzept weiterentwickeln könnte: mit der praktischen Karosserieform eines Kombis, einem mutigeren Design und verbesserter Aerodynamik.
Noch legt Opel nicht alle Karten auf den Tisch. Abmessungen, Antrieb, Batterie, Leistung und Luftwiderstandsbeiwert des STX sollen erst später bekannt gegeben werden.
STX steht für Sports Tourer eXperimental
Der Name ist kein Zufall. Opel verwendet die Bezeichnung Sports Tourer seit Jahren für seine Kombis, während das X in diesem Fall für „Experimental“ steht.
Die ersten veröffentlichten Bilder zeigen einen Kombi mit sehr flacher Silhouette. Die Dachlinie fällt sanft zum Heck hin ab, die Karosserieflächen sind klar gestaltet, und die Front folgt der jüngsten Designsprache von Opel.
Eines der Ziele des STX ist eine bessere aerodynamische Effizienz. Sie gewinnt bei Elektroautos zunehmend an Bedeutung, da der Luftwiderstand bei Autobahntempo direkten Einfluss auf Energieverbrauch und Reichweite hat.
Den Luftwiderstandsbeiwert des STX hat Opel bislang nicht genannt. Daher gibt es keine Grundlage für die Behauptung, die Studie erreiche Rekordwerte.
Ein Kombi eignet sich überraschend gut für Elektroantrieb
Die flache Karosserie des STX ist nicht nur ein Designmerkmal. Gegenüber einem Elektro-SUV hat ein Kombi einen grundlegenden physikalischen Vorteil: eine kleinere Stirnfläche. Eine hohe Karosserie muss bei hohem Tempo mehr Luft verdrängen. Zum Ausgleich benötigt ein Elektro-SUV einen besseren Luftwiderstandsbeiwert oder eine größere Batterie – andernfalls muss ein höherer Energieverbrauch in Kauf genommen werden. Ein Kombi kann einen großen Kofferraum und eine lange Fahrgastzelle bieten, ohne unnötig hoch zu bauen. Ein niedrigerer Schwerpunkt kommt zudem dem Fahrverhalten zugute.
Dieses Potenzial nutzen in Europa bereits der Volkswagen ID.7 Tourer, der BMW i5 Touring und der Audi A6 Avant e-tron. Diese Modelle gehören allerdings einer größeren und teureren Fahrzeugklasse an als der Astra.
Sollte Opel das STX-Konzept künftig ins C-Segment übertragen, hätte die Marke die Chance, etwas deutlich Selteneres anzubieten als einen weiteren Elektro-Crossover.
Der STX führt die Linie des Astra Sports Tourer fort
Opel stellt einen direkten Bezug zwischen dem STX und seiner Sports-Tourer-Tradition her, hat bislang aber nicht bestätigt, dass die Studie zum nächsten Astra Sports Tourer wird.
Die Verbindung ist dennoch klar. Der aktuelle Astra Sports Tourer ist 4.642 mm lang und gehört zu den wenigen europäischen Kombis, die bereits als reines Elektroauto erhältlich sind.
Der Astra Electric Sports Tourer nutzt eine 54-kWh-Batterie und einen 115-kW-Elektromotor. Je nach Version liegt seine WLTP-Reichweite bei mehr als 400 km. Diese Werte liefern zwar einen Kontext für den STX, sind aber kein technischer Ausgangspunkt: Opel hat noch nicht bekannt gegeben, auf welcher Architektur die neue Studie basiert. Daher wäre es verfrüht, den STX als technischen Ausblick auf den nächsten Astra zu bezeichnen. Vorerst bestätigt Opel in erster Linie die künftige Ausrichtung bei Design und Karosserieform.
Opel will den Kombi nicht zu Grabe tragen
Die Bedeutung des STX liegt im Zeitpunkt seiner Vorstellung. Europäische Hersteller haben ihr Angebot an Schrägheckmodellen, Limousinen und Kombis in den vergangenen Jahren reduziert und diese durch SUVs und Crossover ersetzt. Zumindest mit dieser Studie bewegt sich Opel in die entgegengesetzte Richtung.
Das Sports-Tourer-Konzept passt gut zur europäischen Tradition der Marke. Mit dem STX muss Opel keine neue Marktnische erfinden, sondern kann eine Karosserieform modernisieren, die europäische Käufer bereits kennen.
Der Elektroantrieb könnte dem Kombi sogar eine neue Daseinsberechtigung geben. Wenn die Hersteller die Reichweite erhöhen wollen, ohne immer größere und schwerere Batterien einzubauen, wird die aerodynamische Effizienz der Karosserie wieder zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil.
In diesem Sinne könnte der flache STX technisch sinnvoller sein als ein weiteres hoch bauendes Elektrofahrzeug.
Opel verrät in Paris mehr
Opel wird das STX Concept am 12. Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon vollständig enthüllen. Dann dürfte sich zeigen, wie nah das Showcar bei Proportionen und technischen Lösungen an einem möglichen Serienmodell liegt. Der STX ist jedoch nicht die einzige Neuheit, die Opel nach Paris mitbringt. Die Marke zeigt auf der Messe außerdem den elektrischen Corsa GSE und ihren neuen Formel-E-Rennwagen.
Dennoch könnte sich der STX für durchschnittliche Autofahrer in Europa als die bedeutendste der drei Neuheiten erweisen. Elektrische Sportwagen und SUVs gibt es auf dem Markt bereits reichlich. Elektro-Kombis in vernünftiger Größe, mit guter Aerodynamik und großem Kofferraum, sind dagegen deutlich seltener.
Wenn es Opel gelingt, den grundlegenden Charakter des STX in ein Serienauto zu übertragen, wäre sein futuristisches Aussehen nicht die größte Leistung. Interessanter wäre der Beweis, dass im Elektrozeitalter nicht jedes praktische Familienauto zwangsläufig zum SUV werden muss.