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BRABUS nimmt dem 900-PS-G-Modell das Dach ab
BRABUS hat beim Mercedes-AMG G 63 den Hubraum des V8 auf 4,5 Liter vergrößert, die Leistung auf 662 kW gesteigert und das Dach entfernt. Das Ergebnis ist das BRABUS 900 Rocket Edition Cabrio: ein offenes G-Modell mit 900 PS, von dem nur zehn Exemplare entstehen.
Das ist nicht einfach ein G 63, dem das Blechdach abgeschnitten wurde. BRABUS entwickelte ein eigenes zweiteiliges elektrisches Stoffverdeck und fertigte dafür mehr als 500 neue Bauteile. Ziel war es, die kantigen Proportionen der G-Klasse zu bewahren und nach dem Entfernen des Dachs die erforderliche Karosseriesteifigkeit wiederherzustellen.
4,5-Liter-V8 leistet 662 kW
Der 4,0-Liter-Biturbo-V8 des serienmäßigen Mercedes-AMG G 63 reichte BRABUS erwartungsgemäß nicht. In Bottrop wurde der Hubraum auf 4,5 Liter vergrößert. Unter anderem kamen eigens entwickelte Turbolader und eine neue Abgasanlage hinzu.
Das Ergebnis sind 662 kW beziehungsweise 900 PS und 1.250 Nm. Zum Schutz des Getriebes begrenzt die Elektronik das Drehmoment im Fahrzeug auf 1.050 Nm.
Der allradgetriebene Koloss beschleunigt in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Wegen der Reifen begrenzt BRABUS die Höchstgeschwindigkeit auf 240 km/h. Zum Vergleich: Der G 63 ab Werk leistet 430 kW und entwickelt 850 Nm. BRABUS legt damit nicht weniger als 232 kW drauf.
Der offizielle Kraftstoffverbrauch liegt bei 14,8 l/100 km, der CO₂-Ausstoß bei 338 g/km. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Werte jemanden vom Kauf eines offenen G-Modells mit 900 PS abhalten.
Die Dachentfernung erforderte einen aufwendigen Umbau
Das Dach macht dieses Auto technisch interessanter als einen weiteren BRABUS mit 900 PS.
Das Stoffverdeck verriegelt an einem verstärkten Windschutzscheibenrahmen. Eine Carbonstruktur im vorderen Bereich hilft ihm, auch bei hohem Tempo seine Form zu behalten. BRABUS musste die Karosserie zusätzlich verstärken, denn das Entfernen des Dachs wirkt sich unmittelbar auf ihre Steifigkeit aus.
BRABUS hat das alte G-Klasse Cabriolet also nicht bloß als nostalgische Designübung wiederbelebt. Das 900 Rocket Edition Cabrio verbindet die Technik des aktuellen W465 G 63 mit einer tatsächlich neu konstruierten offenen Karosserie.
Hinzu kommen ein breites Rocket-Bodykit, viel Sichtcarbon und große Schmiederäder. Die Abgase des V8 entweichen durch seitliche Endrohre vor den Hinterrädern. Mit der Klappenabgasanlage können Fahrer zwischen einem markanteren Sport-Modus und der zurückhaltenderen Einstellung „Coming Home“ wählen.
Zehn Autos, Punkt
Über die üblichen Konkurrenten des Mercedes-AMG G 63 zu sprechen, ergibt beim BRABUS 900 Rocket Edition Cabrio wenig Sinn. Die auf zehn Fahrzeuge limitierte Serie gehört vielmehr in die Welt der Sammler-Sondermodelle.
Vielleicht ist das auch die passendste Art, das G-Klasse Cabriolet zurückzubringen. Mercedes selbst hat die Produktion der klassischen offenen G-Klasse vor langer Zeit eingestellt. BRABUS greift die Idee nun in ihrer wohl unvernünftigsten Form wieder auf: mit einem 4,5-Liter-V8, 662 kW, 3,7 Sekunden auf 100 km/h und einem Stoffverdeck. Fast völlig unnötig. Genau deshalb funktioniert es.