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Volkswagen ID. Buzz legt 99.767 km zurück – Batterie weist noch einen Gesundheitszustand von 95,75 Prozent auf
Der Volkswagen ID. Buzz hat eine 445-tägige Weltreise absolviert und dabei 99.767 km zurückgelegt. Der Elektrovan durchquerte 92 Länder auf sechs Kontinenten und stellte dabei einen Guinness-Weltrekord auf. Mit Blick auf das Fahrzeug selbst ist jedoch eine andere Zahl weitaus interessanter als die Rekordurkunde: Am Ende der Reise ermittelte TÜV Nord für die Hochvoltbatterie einen Gesundheitszustand von 95,75 Prozent. Noch bemerkenswerter ist, dass der ID. Buzz die Reise ohne einen einzigen technischen Ausfall bewältigte.
445 Tage, 92 Länder und 99.767 km
Langstreckenfahrer Rainer Zietlow startete die Volkswagen ID. Buzz World Tour am 1. Juli 2025 in Hannover – in jener Stadt, in der Volkswagen Nutzfahrzeuge den ID. Buzz produziert. Im September 2026 kehrte das Fahrzeug nach Hannover zurück.
Innerhalb von 445 Tagen bereiste das Team 92 Länder und legte 99.767 km zurück. Die Route führte über sechs Kontinente, durch Großstädte, Wüsten und Gebirge. Die Ozeane überquerte das Fahrzeug naturgemäß nicht mit Batteriestrom: Während der Welttournee überquerte der ID. Buzz 16-mal Meere an Bord eines Containerschiffs.
Guinness World Records würdigte die Fahrt als Rekord in einer Kategorie, bei der die Zahl der während einer einzigen ununterbrochenen Reise mit einem batterieelektrischen Fahrzeug besuchten Länder zählt. Die Rekordurkunde wurde in Hannover auf der IAA Transportation 2026 überreicht.
Die Batterie verlor weniger als fünf Prozent ihres Gesundheitszustands
Der Zustand der Batterie macht diese Fahrt aus technischer Sicht zu einem weitaus interessanteren Experiment als eine weitere öffentlichkeitswirksame Weltreise.
Während der Reise absolvierte der ID. Buzz mehr als 300 Ladezyklen unter sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen. Nach der Fahrt durch Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Asien und Australien untersuchte TÜV Nord die Hochvoltbatterie. Der gemessene Gesundheitszustand, der sogenannte State of Health (SoH), lag bei 95,75 Prozent.
Mit anderen Worten: Nach fast 100.000 km zeigte der Test gegenüber dem Nennwert einer neuen Batterie lediglich einen Rückgang des Batteriezustands um 4,25 Prozentpunkte.
Bevor dieser Wert jedoch zu einer allgemeingültigen Regel für die Alterung von Elektroauto-Batterien erklärt wird, ist Zurückhaltung angebracht. Der SoH ist eine Zustandsbewertung der Batterie, deren Ergebnis von der Messmethode abhängt. Zudem reichen 445 Tage nicht aus, um die langfristigen Auswirkungen der kalendarischen Alterung zu beurteilen. Dieser ID. Buzz sammelte seine Kilometer außergewöhnlich schnell.
Über die gesamten 445 Tage legte das Fahrzeug im Durchschnitt rund 224 km pro Tag zurück. Ein typischer Halter mit einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 km würde etwa fünf Jahre benötigen, um ebenfalls 99.767 km zu erreichen.
Der Test belegt daher in erster Linie die Haltbarkeit bei hoher Laufleistung und intensiver Nutzung – nicht den Zustand derselben Batterie nach fünf, acht oder zehn Jahren.
Mehr als 300 Ladezyklen machen das Ergebnis noch interessanter
Die Reise umfasste mehr als 300 Ladezyklen. Eine einfache Rechnung ergibt durchschnittlich rund 333 km pro Zyklus, wobei die einzelnen Ladevorgänge naturgemäß nicht immer vollständigen Zyklen von 0 bis 100 Prozent entsprachen.
Das ist eine wichtige Einschränkung. Die Alterung einer Batterie hängt nicht allein vom Kilometerstand ab. Auch Temperatur, Ladeleistung, Ladezustand, Lade- und Entladetiefe sowie die Zeit spielen eine Rolle.
Die Welttournee setzte das Fahrzeug zwangsläufig zumindest einigen dieser Belastungen aus. Es musste unter sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen eingesetzt und jeweils dort geladen werden, wo es gerade möglich war. Kontrollierte Laborbedingungen gab es nicht.
Gleichzeitig sind nicht genügend detaillierte und öffentlich zugängliche Ladeprotokolle vorhanden, um sagen zu können, welcher Anteil der Energie von DC-Schnellladesäulen stammte oder in welchen Ladezustandsbereichen die Batterie üblicherweise genutzt wurde. Das Ergebnis von 95,75 Prozent sollte daher als sehr guter Wert für ein einzelnes Fahrzeug betrachtet werden – nicht als Statistik für die gesamte ID.-Buzz-Flotte.
Kein technischer Ausfall stoppte die Reise
Neben der Batterie verdient auch die Haltbarkeit des Fahrzeugs selbst Beachtung. Den veröffentlichten Informationen zufolge absolvierte der ID. Buzz die gesamte Strecke von 99.767 km ohne einen einzigen technischen Ausfall.
Fast 100.000 km in 445 Tagen bedeuten für ein Fahrzeug einen völlig anderen Alltag als bei einem typischen Familienauto. Lange Fahrtage verringern die Bedeutung von Kaltstarts, die ein Elektrofahrzeug im Sinne eines Verbrennungsmotors ohnehin nicht kennt. Dafür sind Fahrwerk, Klimaanlage, Kühlsystem, elektrische Ausrüstung und Antriebsstrang nahezu ununterbrochen in Betrieb.
Beim ID. Buzz macht auch die Masse des Fahrzeugs das Ergebnis bemerkenswert. Der aktuelle Pro mit langem Radstand ist kein Leichtgewicht. ADAC ermittelte für den langen ID. Buzz mit einer Batterie von 86 kWh Nettokapazität und einem 210 kW starken Heckmotor ein Leergewicht von 2.636 kg. Dieselbe Version entwickelt ein Drehmoment von 560 Nm; im ADAC-Test wurden zudem ein Energieverbrauch von 23,3 kWh/100 km und eine Reichweite von 405 km gemessen.
Eine solche Masse fast 100.000 km weit über Straßen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen zu bewegen, stellt Fahrwerk, Lager und Bremsen vor erhebliche Belastungen.
Der neue ID. Buzz ist deutlich leistungsfähiger als das ursprüngliche Modell
Für die Welttournee kam ein ID. Buzz mit langem Radstand zum Einsatz. Die heutige europäische Pro-Version nutzt eine Batterie mit 86 kWh Nettokapazität und einen 210 kW starken Elektromotor an der Hinterachse. Das maximale Drehmoment beträgt 560 Nm.
Das ist eine wichtige Weiterentwicklung gegenüber dem ersten ID. Buzz Pro, dessen 150 kW starker Elektromotor 310 Nm bot. Das aktuelle Modell mit 210 kW beschleunigt in 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 160 km/h. Je nach Version beträgt die WLTP-Reichweite rund 485 km.
Die DC-Ladeleistung erreicht 200 kW. ADAC ermittelte, dass an einer geeigneten Schnellladesäule innerhalb von 20 Minuten genügend Energie für rund 226 km Fahrstrecke nachgeladen werden kann. Für Elektroautos mit 800-Volt-Architektur ist das kein Spitzenwert. Für einen großen Van, dessen Aerodynamik zwangsläufig ungünstig ist, ist das Ergebnis jedoch absolut praxistauglich.
Der Wert von 95,75 Prozent dürfte für Käufer am interessantesten sein
Der Guinness-Weltrekord liefert Volkswagen attraktives Marketingmaterial. Für Käufer eines Elektroautos in Europa ist der Zustand der Batterie jedoch aussagekräftiger.
Der nach 99.767 km gemessene SoH von 95,75 Prozent beweist nicht, dass sich jede Batterie eines ID. Buzz genauso verhalten wird. Ein einzelnes Fahrzeug ist keine statistische Stichprobe, und 445 Tage bilden keine Alterung über viele Jahre ab.
Das Ergebnis zeigt jedoch etwas von praktischem Wert: Intensive Nutzung, mehr als 300 Ladezyklen und sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen konnten bei der Batterie dieses konkreten ID. Buzz auf fast 100.000 km keine nennenswerte Degradation verursachen. Und auch das Fahrzeug selbst fiel dadurch keineswegs aus.