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AC Schnitzer entgeht der Schließung und startet unter niederländischem Eigentümer neu

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 01.10.2026

AC Schnitzer, bekannt für die Veredelung von BMW-Modellen, wird zum Jahresende nicht schließen. Der bisherige Eigentümer KOHL Group verkauft die Marke an die niederländische AM Group. Diese will sowohl die Produktentwicklung als auch das internationale Geschäft fortführen. Der Abschluss der Übernahme wird für November erwartet.

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Noch im März schien das Schicksal des 1987 gegründeten Unternehmens AC Schnitzer ziemlich klar. KOHL kündigte an, die Produktion von Tuningteilen bis Ende 2026 einzustellen, weil das Geschäft in Deutschland wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sei. Nach Angaben des Unternehmens trieben die Produktentwicklung, höhere Produktionskosten und langwierige Typgenehmigungsverfahren die Kosten in die Höhe. Manche Teile konnten erst acht oder neun Monate später auf den Markt kommen als Produkte der Konkurrenz.

US-Zölle, steigende Rohstoffkosten, Wechselkursschwankungen, eine schwache Weltwirtschaft und der schrittweise Rückzug der Verbrennungsmotoren erschwerten die Lage zusätzlich. KOHL plante, die vorhandenen Bestände an Teilen für BMW und MINI bis zum Jahresende abzuverkaufen, ließ aber schon damals die Möglichkeit offen, die Marke an einen neuen Eigentümer zu übertragen.

Der neue Eigentümer kommt aus derselben Branche

Die in Rotterdam ansässige AM Group ist nicht einfach ein branchenfremder Finanzinvestor. Die Gruppe vereint Unternehmen aus den Bereichen Fahrzeugindividualisierung und Zubehörmarkt; zu ihrem Portfolio gehören Urban Automotive, UBC Composites, GP Products und Absolute Motors. Neben dem Namen AC Schnitzer übernimmt der neue Eigentümer technische Unterlagen, TÜV-Genehmigungen, das Händlernetz und über Jahrzehnte aufgebautes Fachwissen.

Neuer Chef von AC Schnitzer wird Imran Arshad, bekannt als Mitgründer von Evolve Automotive und Eventuri, einem Hersteller von Ansaugsystemen aus Carbon. Die Personalie deutet recht klar darauf hin, dass AC Schnitzer nicht bloß zu einer Marke für die Lizenzierung alter Felgen- und Aerodynamikteil-Entwürfe wird.

Die AM Group kündigt Investitionen in Produktentwicklung, Design und internationales Wachstum an. Für welche BMW- und MINI-Modelle sie zuerst Produkte entwickeln wird, hat das Unternehmen noch nicht offiziell bekannt gegeben.

Das Elektrozeitalter verändert das Tuninggeschäft

Dass AC Schnitzer doch nicht schließen muss, ist für die europäische Tuningbranche von Bedeutung. Das Unternehmen erwarb seinen Ruf zu einer Zeit, als Leistungssteigerungen für BMW-Turbomotoren, die Abstimmung des Fahrwerks und der Austausch der Abgasanlage einen großen Teil seines Geschäfts ausmachten.

Bei Elektroautos verändert sich dieses Geschäftsmodell. Statt Motorsteuergerät-Abstimmungen und Sportauspuffanlagen rücken Aerodynamik, Räder, Fahrwerk, Gewicht und Fahrverhalten in den Mittelpunkt.

Gerade deshalb geht es im nächsten Kapitel von AC Schnitzer um mehr als die Rettung eines 39 Jahre alten Namens. Der neue Eigentümer muss beweisen, dass ein traditioneller BMW-Tuningspezialist auch in einer Zeit noch Aufgaben finden kann, in der es unter der Motorhaube nicht unbedingt noch etwas abzustimmen gibt.