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Bosch chip factory in Dresden
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Bosch streicht rund die Hälfte der Stellen im Werk Nürnberg

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 30.09.2026

Bosch will bis Ende 2029 mehr als 900 Stellen in seinem Werk in Nürnberg abbauen – etwa die Hälfte der derzeitigen Belegschaft. Das Werk fertigt Komponenten für Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellentechnik. Der Stellenabbau zeigt, dass die europäische Automobilindustrie nicht nur durch den Umstieg auf Elektrofahrzeuge unter Druck steht. Bosch hat zugleich mit sinkender Nachfrage, chinesischer Konkurrenz und hohen Produktionskosten in Europa zu kämpfen.

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Mehr als 900 von 1.800 Stellen fallen weg

Im Werk Nürnberg arbeiten derzeit rund 1.800 Menschen. Nach den Plänen von Bosch sollen bis Ende 2029 mehr als 900 Stellen wegfallen. Das Unternehmen begründet den Abbau mit dem sinkenden Marktanteil von Verbrennungsmotoren, dem Druck durch chinesische Wettbewerber und den zu hohen Produktionskosten des Werks.

Eines der wichtigsten Produkte aus Nürnberg ist die Hochdruckpumpe für die Benzindirekteinspritzung. Die Nachfrage danach wird durch die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen beeinflusst. Zugleich muss Bosch auf dem verbleibenden Markt für Verbrennungsmotor-Komponenten mit günstigeren Produktionsstandorten konkurrieren.

Für Nürnberg ist diese Unterscheidung entscheidend. Hybridfahrzeuge benötigen weiterhin Benzinmotoren samt Einspritzsystemen. Der Markt für Hochdruckpumpen wird in den kommenden Jahren also nicht verschwinden. Bosch muss sie jedoch zu einem Preis herstellen können, den Autohersteller akzeptieren.

Wasserstoff erreichte nicht die erwarteten Produktionsmengen

Die Brennstoffzellentechnik sollte das zweite Zukunftsfeld des Werks werden. Der Wasserstoffmarkt in Europa entwickelt sich jedoch langsamer als von Bosch erwartet. Deshalb werden die Produktionsmengen in Nürnberg unter den geplanten Werten bleiben.

Das macht die Lage des Werks besonders schwierig: Die Produktionsmengen bei herkömmlicher Verbrennungsmotorentechnik schrumpfen, während die Brennstoffzellenproduktion, die sie ersetzen sollte, nicht schnell genug wächst.

Die IG Metall kritisiert die Pläne von Bosch und will neue Produkte nach Nürnberg bringen. Die Gewerkschaft nennt industriellen 3D-Druck, mechanische Metallbearbeitung, Automatisierung und Sondermaschinenbau als Stärken des Werks. Die Entscheidung von Bosch zeigt dennoch, dass Fertigungskompetenz allein nicht ausreicht, wenn die Produktionsmengen der Kernprodukte eines Werks zurückgehen.

Stellenabbau ist Teil des größeren Konzernumbaus

Der Abbau von mehr als 900 Stellen in Nürnberg kommt zu Boschs bereits angekündigtem umfassenden Sparprogramm hinzu. Ende Juni 2026 beschäftigte der Konzern 406.225 Menschen, 6.549 weniger als Ende 2025. In Deutschland sank die Beschäftigtenzahl innerhalb von sechs Monaten um 4.036 auf 118.932.

Der Umsatz der auf das Automobilgeschäft ausgerichteten Sparte Mobility lag im ersten Halbjahr bei 27,8 Milliarden Euro. Nominal ging er um 0,5 % zurück, ohne Währungseffekte stieg er jedoch um 2,3 %. Die operative Gewinnmarge sank von 5,8 % auf 4,7 %.

Bosch baut also nicht einfach deshalb Stellen ab, weil der Umsatz eingebrochen wäre. Das Unternehmen passt sein europäisches Produktionsnetz an eine Lage an, in der die langfristige Nachfrage nach Verbrennungsmotor-Komponenten sinkt und alternative Technologien nicht schnell genug wachsen, um den Rückgang der herkömmlichen Produktion auszugleichen.

Nürnberg verdeutlicht auch die Wettbewerbsprobleme europäischer Zulieferer. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Hybridfahrzeuge werden noch jahrelang gebaut. Die Nachfrage nach Einspritzsystemen bleibt daher bestehen. Zunehmend stellt sich die Frage, ob eine in Deutschland gefertigte Komponente preislich mit der Produktion in Osteuropa und Asien konkurrieren kann.