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Pirelli P Zero 1/30
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Pirelli entwickelt spezielle P Zero-Reifen für den 360 km/h schnellen BRABUS BODO

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 29.09.2026

735 kW, 1.200 Nm, Hinterradantrieb und 360 km/h Höchstgeschwindigkeit stellen die Reifen des BRABUS BODO Cabriolet vor besondere Herausforderungen. Pirelli hat eigens für das Auto 22-Zoll-Reifen vom Typ P Zero entwickelt. Sie sollen die Kraft des V12 bändigen und zugleich Lenkpräzision und Fahrkomfort eines großen GT bewahren.

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Pirelli ist der einzige Reifenlieferant für die 22-Zoll-Räder des BODO Cabriolet. Vorn fährt der Wagen auf Reifen der Größe 285/30 ZR22 XL, hinten auf 335/25 ZR22 XL. Die Kennzeichnung „BB“ auf der Reifenflanke weist auf die für BRABUS entwickelte Sonderversion hin. Pirelli bietet die gleiche P-Zero-Lösung auch für das BODO Coupé an.

1.200 Nm müssen auf zwei Hinterräder

Im BODO Cabriolet arbeitet ein von Hand gebauter 5,2-Liter-V12 mit zwei Turboladern, der 735 kW und 1.200 Nm liefert. Ein Achtgang-Wandlerautomatikgetriebe leitet die gesamte Leistung an die Hinterräder; das elektronische Differenzial lässt sich vollständig sperren.

BRABUS gibt für den Sprint von 0 auf 100 km/h 3,0 Sekunden an. 200 km/h sollen nach 8,5 Sekunden erreicht sein, 300 km/h nach 23,9 Sekunden. Die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit beträgt 360 km/h. Bei solchen Fahrleistungen ist die Reifenwahl nicht mehr nur eine Katalogentscheidung, die nach der Wahl der Radgröße getroffen wird.

Pirelli passte für den BODO den Reifenaufbau, das Profil und die Gummimischung an. Die Ingenieure begannen mit Simulationen und setzten die Entwicklung anschließend mit dem Fahrzeug auf der Teststrecke in Papenburg fort. Dabei untersuchten sie insbesondere die Stabilität bei hohem Tempo, das Lenkgefühl und das Verhalten der Reifen unter hohen Querkräften.

22 Zoll erschweren die Aufgabe zusätzlich

Das BODO Coupé ist serienmäßig mit 21-Zoll-Rädern und Continental SportContact 7 Force-Reifen ausgestattet: vorn in der Größe 275/35 ZR21, hinten in 325/30 ZR21. Mit der neuen Pirelli-Kombination steigt der Raddurchmesser auf 22 Zoll; zugleich werden die Reifen an beiden Achsen um 10 mm breiter.

Das kann das Ansprechverhalten der Lenkung und die Traktion auf trockenem Asphalt verbessern. Die sehr niedrigen Reifenflanken lassen aber weniger Spielraum, um den Fahrkomfort zu erhalten. Genau deshalb betont Pirelli, dass der BODO-Reifen nicht allein auf maximalen Grip ausgelegt wurde. Sein Aufbau muss Stöße so gut abfedern, dass der 2+2-Sitzer ein Gran Turismo bleibt und nicht zu einer 360 km/h schnellen Rennstreckenmaschine wird.

BRABUS setzt außerdem auf eine Karbonfaserkarosserie, aktive Aerodynamik und Karbon-Keramik-Bremsen. Der offizielle WLTP-Verbrauch des Cabriolet beträgt 14,1 l/100 km, die CO₂-Emissionen liegen bei 321 g/km. Anders gesagt: Hier gibt es nicht den geringsten Versuch, einen umweltbewussten Eindruck zu erwecken. Der BODO soll das traditionelle Rezept eines V12-Super-GT so weit auf die Spitze treiben, wie es die geltenden europäischen Vorschriften noch zulassen.

77 Autos brauchen eigene Reifen

BRABUS begrenzt die Produktion des BODO Cabriolet auf 77 Exemplare. Dennoch hat Pirelli einen eigens homologierten Reifensatz entwickelt. Das zeigt deutlich, wohin sich das obere Segment des europäischen Supersportwagenmarktes entwickelt hat. Michelin, Pirelli und Continental können nicht mehr einfach einen schnellen Straßenreifen in passender Größe anbieten; die Hersteller wollen Reifen, die mit einem bestimmten Fahrwerk, Aerodynamikpaket und Antriebsstrang als Gesamtsystem funktionieren.

Beim BODO ist das besonders nachvollziehbar. Wenn 1.200 Nm ausschließlich an den Hinterrädern anliegen und das Auto bei Geschwindigkeiten stabil bleiben muss, bei denen die meisten Familienautos ihre elektronische Begrenzung längst erreicht hätten, werden vier schwarze Gummiringe zu einer der wichtigsten technischen Komponenten des Projekts.