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Tehniline ülevaatus (Foto: Shutterstock)
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Gebrauchtwagenkauf: Jeder zwölfte Halter würde einen teuren Defekt verschweigen

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 16.10.2026

Beim Gebrauchtwagenkauf könnte die Ehrlichkeit des Verkäufers das größte Problem sein. Einer britischen Umfrage zufolge würden acht Prozent der Autobesitzer einen Defekt, der eine teure Reparatur erfordert, nicht von sich aus offenlegen. Einige würden das Problem erst auf direkte Nachfrage zugeben, andere gar nicht erwähnen. Fast die Hälfte der Befragten wäre allerdings bereit, den Defekt zu beheben oder den Preis zu senken.

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Jüngere Verkäufer verschweigen Defekte häufiger

OnePoll befragte im Auftrag des Fahrzeugdiagnose-Unternehmens Carly 2.000 Autobesitzer im Vereinigten Königreich. Fünf Prozent der Befragten würden einen kostspieligen Defekt nur offenlegen, wenn der Käufer danach fragt. Drei Prozent würden das Problem überhaupt nicht erwähnen.

Der größte Unterschied zeigte sich zwischen den Altersgruppen. Von den 35- bis 44-jährigen Autobesitzern würden 15 Prozent einen Defekt nicht von sich aus offenlegen. Bei den mindestens 65-Jährigen waren es nur drei Prozent.

Regional war der Anteil in Wales am höchsten: Dort würden 13 Prozent der Befragten das Problem entweder gar nicht erwähnen oder warten, bis der Käufer danach fragt. In London lag der Anteil bei zwölf Prozent.

Das Bild ist jedoch nicht durchweg düster. Ein Viertel der Befragten würde den Käufer über den Defekt informieren und den Preis senken, 24 Prozent würden ihn vor dem Verkauf beheben. Dabei ist wichtig: Die Umfrage erfasste Antworten auf eine hypothetische Situation, nicht, wie häufig Defekte tatsächlich verschwiegen werden.

Keine leuchtende Warnlampe – kein Entwarnungssignal

Carly weist auf ein Problem hin, das Gebrauchtwagenkäufer häufig unterschätzen. Ein modernes Auto kann Fehlercodes in seinen elektronischen Steuergeräten gespeichert haben, auch wenn keine Warnleuchte im Cockpit brennt. Eine Diagnose kann beispielsweise Fehler an Motor, Getriebe, Abgasreinigung oder Fahrerassistenzsystemen aufdecken, die bei einer kurzen Probefahrt unbemerkt bleiben würden. Das Unternehmen empfiehlt daher, beim Gebrauchtwagenverkauf einen Diagnosebericht ergänzend zur Wartungshistorie und zu den Nachweisen über die Verkehrssicherheitsprüfung vorzusehen.

Ein Diagnosegerät ist allerdings kein Allheilmittel. Wenn keine Fehlercodes gespeichert sind, bedeutet das nicht, dass das Auto mechanisch in Ordnung ist. Eine elektronische Prüfung deckt mechanischen Verschleiß, verdeckte Unfallschäden oder sich anbahnende Defekte nicht unbedingt auf.

Käufer sollten mehr als den Kilometerstand prüfen

Aus der britischen Umfrage lässt sich nicht unmittelbar ableiten, wie sich Autoverkäufer in ganz Europa verhalten. Die Risiken beim Gebrauchtwagenkauf sind jedoch ähnlich.

Auch die Fahrzeughistorie lässt sich online prüfen. Solche Einträge können helfen, mögliche Unstimmigkeiten beim Kilometerstand und in der Fahrzeughistorie aufzudecken, ersetzen aber keine technische Untersuchung.

Defekte an modernen Automatikgetrieben, Abgasnachbehandlungssystemen und elektrifizierten Antrieben können besonders teuer werden. Eine Reparaturrechnung über einige Tausend Euro kann ein vermeintliches Schnäppchen schnell zum Verlustgeschäft machen.

Am sinnvollsten ist es, eine Diagnose mit einer Untersuchung durch eine unabhängige Werkstatt und einer gründlichen Probefahrt zu verbinden. Zudem lohnt es sich, den Verkäufer um eine schriftliche Bestätigung aller bekannten Mängel zu bitten. Beim Gebrauchtwagenkauf geht es nicht nur darum, ob der Verkäufer die Wahrheit sagt. Wichtiger ist, ob er überhaupt weiß, was an dem Auto nicht stimmt. Eine gründliche technische Untersuchung schützt beide Seiten des Geschäfts besser als selbst das überzeugendste Verkaufsgespräch.