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94 Prozent der Autofahrer unterschätzen Bremswege auf nasser Fahrbahn

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 13.10.2026

Auf nasser Fahrbahn trauen sich Autofahrer oft mehr zu, als sie tatsächlich können. Eine Studie der britischen Verkehrssicherheitsorganisation TyreSafe ergab, dass 83 Prozent der Verkehrsteilnehmer glauben, ihren Bremsweg vollständig unter Kontrolle zu haben. Doch nur sechs Prozent können den Anhalteweg auf einer nassen Autobahn einschätzen. Ganze 94 Prozent unterschätzen die Bremsrisiken bei Regen.

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Nasser Asphalt lässt keinen Raum für Selbstüberschätzung

Der Reifenhersteller Dunlop machte im Rahmen des Reifen-Sicherheitsmonats im Oktober auf die TyreSafe-Studie aufmerksam. Sie zeigt eine deutliche Kluft zwischen der Selbsteinschätzung von Autofahrern und ihrem tatsächlichen Wissen.

Besonders bei höheren Geschwindigkeiten wird das zum Problem. Bei 100 km/h legt ein Auto in einer Sekunde fast 28 Meter zurück. Reagiert ein Fahrer eine Sekunde später auf eine Gefahr, verlängert sich der Anhalteweg um weitere 28 Meter, noch bevor er überhaupt zu bremsen beginnt.

Auf nassem Asphalt hängt der Bremsweg stark vom Zustand der Reifen, der Temperatur und der Fahrbahnoberfläche ab. Abgefahrene Reifen erhöhen zudem das Aquaplaningrisiko, weil das Profil das Wasser nicht schnell genug aus der Aufstandsfläche ableiten kann.

Fünf Fähigkeiten, die jeder Autofahrer entwickeln sollte

Die Technikexperten von Dunlop empfehlen, beim Fahren auf nassen Straßen fünf Grundsätze zu beachten.

Gleichmäßig fahren. Lenk-, Beschleunigungs- und Bremsmanöver sollten möglichst sanft erfolgen, damit die Reifen nicht plötzlich die Haftung verlieren. Mehr Abstand halten. Bei Regen sollten Autofahrer mindestens vier Sekunden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug lassen. So haben sie mehr Zeit, auf Hindernisse zu reagieren. Die Fahrbahn im Blick behalten. Nasse Fahrbahnmarkierungen, Schlamm, Laub und wassergefüllte Spurrillen können die Haftung erheblich verringern. Reifen richtig auswählen und pflegen. Reifendruck, Profiltiefe und mögliche Schäden sollten überprüft werden. Das Reifenalter beachten. Reifenmischungen altern auch bei geringer Fahrleistung. Unter ungünstigen Bedingungen kann es nötig sein, einen Reifen bereits nach sechs Jahren zu ersetzen. Dunlop rät davon ab, zehn Jahre alte Reifen zu verwenden – unabhängig von der Profiltiefe.

Der Herbst stellt höhere Anforderungen an die Reifen

Nach Angaben des britischen Wetterdienstes Met Office fiel in den Winterhalbjahren von 2016 bis 2025 durchschnittlich 13 Prozent mehr Niederschlag als in denen von 1961 bis 1990. Die Häufigkeit besonders niederschlagsreicher Wintermonate hat sich etwa verdoppelt.

Zum Regen kommt ein weiterer wichtiger Faktor hinzu: niedrige Temperaturen. Im Herbst kann nasser Asphalt zudem schnell gefrieren, während Reifen, die für sommerliche Bedingungen ausgelegt sind, bei Kälte einen Teil ihrer Leistungsfähigkeit verlieren.

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe für Pkw-Reifen beträgt 1,6 mm bei Sommerreifen und 3 mm bei Winterreifen. Dass diese Grenzwerte eingehalten werden, garantiert jedoch keine gute Haftung. Besonders bei starkem Regen kann ein Reifen mit tieferem Profil deutlich größere Sicherheitsreserven bieten.

Dunlops Botschaft ist einfach: Teure Reifen oder moderne elektronische Assistenzsysteme allein schützen Autofahrer bei Regen nicht. Entscheidend sind vor allem eine angepasste Geschwindigkeit, ausreichend Abstand und die Fähigkeit einzuschätzen, wie viel Haftung die Fahrbahn tatsächlich bietet.

Die wichtigsten Fakten 83 % der Autofahrer glauben, ihren Bremsweg vollständig unter Kontrolle zu haben. 94 % der Verkehrsteilnehmer unterschätzen die Bremsrisiken auf nasser Fahrbahn. Nur 6 % können den Anhalteweg auf einer nassen Autobahn einschätzen. Empfohlener Abstand bei Regen: mindestens vier Sekunden. Reifenalter: ab dem sechsten Jahr überprüfen und spätestens nach zehn Jahren ersetzen.