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Brabus Urban E Fragment Edition 1/74
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Brabus baut ein 45.000 Euro teures Elektromotorrad – auf zehn Exemplare limitiert

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 07.10.2026

Die Brabus Urban E Fragment Edition ist ein typisches Brabus-Produkt im teuersten Sinne des Wortes: Die technische Basis stammt von anderswo, in Bottrop kommen ein auffälligeres Design, Carbon und Exklusivität hinzu. Der Preis steigt damit in Bereiche, in denen von Vernunft keine Rede mehr sein kann. Das neue Elektromotorrad entstand zusammen mit dem japanischen Designer Hiroshi Fujiwara und seinem Label Fragment Design. Die gesamte Auflage ist auf zehn Exemplare begrenzt.

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Brabus stellt die Urban E Fragment Edition auf der ComplexCon in Los Angeles vor. Laut Hersteller verbindet das Projekt das Design von Brabus, die minimalistische Ästhetik von Fujiwaras Label Fragment Design und Elektromotorradtechnik des französischen Unternehmens DAB Motors.

Es handelt sich also weder um ein Ausstellungsmodell noch um eine einmalige Designstudie. Brabus verkauft tatsächlich zehn nummerierte Motorräder.

Schwarz und Weiß, aber nicht zurückhaltend

Die auffälligste Änderung der Fragment Edition ist ihre schwarz-weiße Farbgebung. Die Hauptverkleidung bleibt schwarz, während die Radabdeckungen aus Carbon, die Bremssättel und der eigens angefertigte Ledersitz von Brabus Masterpiece weiß sind.

Carbon findet sich außerdem am vorderen Schutzblech, an der Hinterradabdeckung, an der unteren Schutzverkleidung sowie an den seitlichen und hinteren Aerodynamikelementen. Vorn platziert Brabus ein beleuchtetes Logo, darunter sitzt ein Projektionsscheinwerfer. Eine 220-V-Ladebuchse ist in die Frontverkleidung integriert. Vor dem Sitz befindet sich ein separates Fach für das Ladekabel.

Das Ergebnis ist bewusst eher ein Designobjekt als ein herkömmliches Motorrad. Der Einfluss von Fragment Design ist unverkennbar: Statt die Mechanik offen zu zeigen, verbirgt die Verkleidung einen Großteil davon in einem wie aus einem Guss wirkenden Entwurf.

27 kW klingen nach wenig, 475 Nm nicht

Der Elektroantrieb leistet 27 kW, als maximales Drehmoment nennt Brabus 475 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h, und der Hersteller verspricht eine Reichweite von bis zu 150 km pro Ladung. Ein wartungsarmer, carbonfaserverstärkter Riemen überträgt die Kraft auf das Hinterrad.

Bei Elektromotorrädern kann sich die Drehmomentangabe eines Herstellers auf das Rad nach der Untersetzung beziehen und nicht auf die Motorwelle. Der Wert lässt sich daher nicht direkt etwa mit dem Kurbelwellendrehmoment eines Superbikes mit Verbrennungsmotor vergleichen.

Mit 27 kW gehört die Urban E eher in die Kategorie schneller Stadtmotorräder als zu den elektrischen Superbikes. Elektromotorräder der Oberklasse leisten im Vergleich deutlich mehr als 100 kW. Brabus zielt hier nicht auf einen Geschwindigkeitsrekord, sondern auf ein kompaktes Stadtmotorrad, dessen Preis vor allem die geringe Stückzahl und die Verarbeitung widerspiegelt.

Die genaue Kapazität des 72-V-Lithium-Ionen-Akkus nennt Brabus in der offiziellen Ankündigung der Fragment Edition nicht. Spekulationen über Energieverbrauch oder Ladezeiten wären daher wenig sinnvoll.

Auf DAB-Basis, aber Brabus hat nicht nur Aufkleber angebracht

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Die Urban E basiert auf der modularen Plattform DAB 1α von DAB Motors. Die Zusammenarbeit bei Elektromotorrädern begannen Brabus und DAB 2026 auf der Mailänder Designwoche, wo sie gleich eine dreiteilige Modellfamilie vorstellten.

Das Basismodell DAB 1α BRABUS bleibt näher am ursprünglichen Fahrzeug. Die Urban E dagegen hat einen stärkeren Motor sowie für Brabus entwickelte Änderungen an Fahrwerk und Design.

Die Fragment Edition ist damit kein neues technisches Modell, sondern die exklusivste Ausführung der Urban E. Die im April vorgestellte Urban E First Edition nutzte denselben 27-kW-Elektroantrieb; auch bei ihr war die Stückzahl der einzelnen Farbvarianten stark begrenzt. Die Fragment Edition führt dieses Konzept weiter: Alle zehn Exemplare tragen nun dasselbe Design.

Hiroshi Fujiwaras Name schlägt sich stärker im Preis nieder als ein zusätzliches Kilowatt

Fujiwara ist kein Motorradentwickler, sondern eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der japanischen Streetwear- und Street-Culture-Szene. Bei den Kooperationen von Fragment Design geht es um knappe Verfügbarkeit, eine wiedererkennbare Ästhetik und Sammlerwert.

Brabus verfolgt genau dieselbe Strategie.

Die Urban E Fragment Edition kostet rund 45.000 Euro. In Europa bekommt man dafür bereits ein ausgesprochen leistungsfähiges Superbike mit Verbrennungsmotor, mehrere Motorräder der Mittelklasse oder einen ordentlichen gebrauchten Sportwagen. Mit Elektromotorrädern von Zero, LiveWire oder Can-Am konkurriert die Fragment Edition daher nicht im üblichen Sinne.

Eher tritt sie gegen Uhren, Sneaker in Sondereditionen und Supersportwagen in Kleinserie an: Käufer zahlen für die Wahrscheinlichkeit, dass kaum jemand anders dasselbe besitzt.

Brabus entwickelt sich gezielt über Autos hinaus zur Lifestyle-Marke

Die elektrische Urban E ist nicht das erste Zweiradprojekt von Brabus. Das Unternehmen baut bereits die auf KTM basierende Baureihe 1400 R. Deren aktuelle Signature Edition leistet 140 kW und 145 Nm und ist auf 100 Exemplare begrenzt.

Der Vergleich zeigt ziemlich schonungslos, worum es bei der Fragment Edition geht. Die Urban E mit 27 kW versucht nicht einmal, mit der Leistung der Brabus 1400 R mit 140 kW mitzuhalten. Ihr Wert liegt stattdessen im Einsatz in der Stadt, im Design und in der Auflage von zehn Exemplaren.

Zugleich ist die Strategie von Brabus nachvollziehbar. Das Unternehmen entfernt sich immer weiter vom reinen Tuning von Mercedes-Benz-Fahrzeugen und verkauft inzwischen auch Boote, Motorräder, Kleidung und andere Luxusprodukte. Die Fragment Edition passt genau in diese Welt.

Gemessen an ihren technischen Daten sind 45.000 Euro für ein Motorrad mit 27 kW eine absurde Summe. Als Sammlerstück betrachtet, spielt die Leistung dagegen fast keine Rolle.