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Ford entwickelt günstigeren Pick-up als den Ranger für den Wettbewerb mit chinesischen Herstellern

Ford Ranger MS-RT PHEV (Foto: Ford)
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Ford will bereits 2027 einen neuen Mittelklasse-Pick-up auf internationalen Märkten einführen. Sein Preis dürfte deutlich unter dem des aktuellen Ranger liegen. Das Unternehmen will die Materialkosten des Fahrzeugs um 20 % senken und damit stärker mit chinesischen Herstellern konkurrieren. Das neue Modell soll den Ranger nicht ersetzen, sondern das Ford-Angebot nach unten erweitern.

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Chinesische Konkurrenz erhöht den Kostendruck

Ford-Chef Jim Farley bestätigte bei der Präsentation der Quartalsergebnisse für das dritte Quartal, dass der neue Pick-up bereits im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll.

Farley zufolge sollen die Materialkosten des neuen Modells um ein Fünftel unter denen des aktuellen Ranger liegen. Ford will an den Erfolg des in Nordamerika verkauften Maverick anknüpfen und eine günstigere Alternative zu größeren Pick-ups anbieten.

Die wichtigsten Zielmärkte für das neue Modell liegen außerhalb Nordamerikas. Besonders in Lateinamerika und Südostasien spürt Ford starken Druck durch chinesische Wettbewerber: Dort gewinnen günstigere Pick-ups zunehmend Käufer.

Allerdings sind Produktionskosten und Verkaufspreis zu unterscheiden. Sinken die Materialkosten um 20 %, bedeutet das nicht automatisch einen ebenso großen Preisnachlass. Der Endpreis hängt auch von Arbeitskosten, Logistik, Steuern und der Gewinnmarge des Herstellers ab.

Entsteht der neue Pick-up gemeinsam mit einem chinesischen Hersteller?

Ford hat bislang weder den Namen noch die Abmessungen, Antriebe oder den Produktionsstandort des neuen Modells bekannt gegeben. Eine Möglichkeit wäre, auf bestehende Partner in China zurückzugreifen. Ford arbeitet dort mit Changan und JMC zusammen. Deren Produktionskapazitäten und kostengünstigere Lieferketten könnten helfen, das Kostenziel zu erreichen. Ford hat jedoch nicht bestätigt, dass der neue Pick-up auf einem in China entwickelten Modell basieren wird.

Auch ist unklar, ob das Fahrzeug eine klassische Rahmenbauweise oder eine selbsttragende Karosserie wie der Maverick bekommt. Erstere wäre für schwere Arbeit besser geeignet, Letztere würde ein geringeres Gewicht und niedrigere Produktionskosten ermöglichen.

Der neue Pick-up für internationale Märkte ist nicht mit dem separat entwickelten, günstigen Elektro-Pick-up von Ford zu verwechseln, der die neue Universal-EV-Architektur nutzt.

Marktstart in Europa bleibt ungewiss

In Europa dominiert der Ford Ranger das Segment der Mittelklasse-Pick-ups. Zudem hat der Hersteller das Angebot um den für schwere Arbeit ausgelegten Ranger Super Duty erweitert.

Das neue, günstigere Modell könnte für Unternehmen interessant sein, die weder die hohe Anhängelast noch die teure Ausstattung des Ranger benötigen. Ob es erfolgreich sein kann, hinge allerdings vom Preis, der Nutzlast, den Motorisierungen und der Einhaltung europäischer Emissionsvorschriften ab.

Ford hat auch Pläne für einen Verkauf in Europa nicht bestätigt.

Die Strategie von Ford ist bemerkenswert: Das Unternehmen will chinesische Wettbewerber nicht allein bei Leistung und Ausstattung übertreffen, sondern auch bei den Produktionskosten mit ihnen konkurrieren. Der Ranger soll das teurere und leistungsfähigere Arbeitsfahrzeug bleiben. Das neue Modell richtet sich dagegen an Käufer, denen die bisherigen Preise von Ford zu hoch sind.