Ford Ranger soll größeren V6 bekommen – Leistung noch unklar
Ford bereitet für das Modelljahr 2027 eine Überarbeitung der Motorenpalette des Ranger vor. Der Pick-up soll seinen bisherigen 2,7-Liter-V6 durch einen 3,0-Liter-EcoBoost mit zwei Turboladern ersetzen, der auch im überarbeiteten Bronco zum Einsatz kommt. Der größere Hubraum verspricht mehr Durchzugskraft, doch die endgültigen Leistungsdaten für den Ranger sind noch nicht bekannt.
Laut Ford Authority soll der neue V6 auf dem US-Markt für die Ausstattungsvarianten XLT und Lariat des Ranger angeboten werden. Der leistungsstärkere Ranger Raptor verfügt bereits serienmäßig über einen 3,0-Liter-EcoBoost. Für die regulären Varianten hat Ford den Motorwechsel bislang nicht offiziell bestätigt.
Mehr Hubraum bedeutet nicht zwangsläufig mehr Kilowatt
Der 3,0-Liter-V6 im überarbeiteten Ford Bronco leistet 283 kW und liefert 597 Nm Drehmoment. Die leistungsstärkere Version im Bronco Raptor bringt es auf rund 312 kW. Die gleiche Motorenfamilie kommt auch in den Ford F-150, dort ist die Leistung jedoch auf 242 kW und das Drehmoment auf 542 Nm begrenzt.
Im F-150 bleiben die Spitzenwerte auf dem Niveau des bisherigen 2,7-Liter-Motors. Deutlicher fällt der Unterschied bei der Drehmomententfaltung aus: Der neue V6 erreicht sein maximales Drehmoment bereits bei 2250 U/min, während der bisherige Motor dafür 3500 U/min benötigte. Im für den Alltagsbetrieb relevanten Drehzahlbereich steigt das Drehmoment um etwa zehn Prozent.
Im Ranger würde eine ähnliche Abstimmung für kräftigere Beschleunigung bei niedrigen Drehzahlen sorgen und das Ziehen von Anhängern erleichtern. Welche Leistung Ford für den Pick-up letztlich wählen wird, ist noch offen.
Der europäische Ranger geht einen eigenen Weg
Für Käufer in Europa bedeutet der Motorwechsel in den USA nicht automatisch einen neuen Benzinmotor. In Europa setzt Ford weiterhin vor allem auf Dieselmotoren und einen Plug-in-Hybrid.
Der 3,0-Liter-V6-Turbodiesel des europäischen Ranger leistet 184 kW und liefert 600 Nm Drehmoment. Damit bietet er viel Zugkraft und darf gebremste Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 3500 kg ziehen. Auch der benzinbetriebene Ranger Raptor nutzt einen 3,0-Liter-V6, der in der europäischen Abstimmung jedoch 215 kW leistet.
Zu Fords wichtigsten Konkurrenten auf dem europäischen Pick-up-Markt zählen Toyota Hilux, Volkswagen Amarok und Isuzu D-Max. Der neue EcoBoost könnte den Ranger bei den Fahrleistungen wettbewerbsfähiger machen. Strengere Abgasvorschriften und der Kraftstoffverbrauch eines großen Benzinmotors schränken jedoch die Aussichten auf eine Markteinführung in Europa ein.
Ford scheint mit dem Motorwechsel eher die Vereinheitlichung der Antriebe und mehr Zugkraft bei niedrigen Drehzahlen anzustreben als Leistungsrekorde. Für Käufer des Ranger in Europa dürfte zumindest zunächst die Weiterentwicklung der Dieselmotoren und des Plug-in-Hybrids wichtiger bleiben.