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General Motors will die Reaktionszeit des Fahrers beim Drag Racing überflüssig machen

auto.pub Chevrolet Corvette ZR1X 15.01.26
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General Motors hat ein automatisches Startsystem patentieren lassen, das die Startampel beim Drag Racing erfasst und das Auto ohne Eingreifen des Fahrers losfahren lässt. Kameras erkennen die Lichtsignale, eine Software prognostiziert, wann das grüne Licht aufleuchtet, und die Elektronik steuert Bremsen und Motordrehmoment. Die Technik könnte die Starts präziser machen, wirft aber auch die Frage auf, wie viel im Motorsport überhaupt noch dem Fahrer überlassen bleiben sollte.

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Das Auto sagt voraus, wann das grüne Licht aufleuchtet

Das US-Patent- und Markenamt hat General Motors das Patent US 12,780,203 erteilt. Es beschreibt ein automatisches Startsystem, das mit der Startampel beim Drag Racing synchronisiert ist.

Anders als bei herkömmlichen Launch-Control-Systemen muss der Fahrer das Bremspedal nicht im richtigen Moment loslassen. Die Kameras des Autos erfassen die Startampel, während die Software die Abfolge der Lichtsignale mit gespeicherten Mustern vergleicht und den passenden Startzeitpunkt berechnet.

Das System erkennt zwei gängige Startsequenzen. Bei einem Pro Tree leuchten drei gelbe Lichter gleichzeitig auf, 0,4 Sekunden später folgt Grün. Bei einem Sportsman Tree leuchten die gelben Lichter nacheinander auf, jeweils im Abstand von 0,5 Sekunden.

Das System von GM berücksichtigt auch die Verzögerung zwischen einem Steuerbefehl und dem tatsächlichen Anfahren des Autos. So kann die Elektronik den Start vorbereiten, bevor das grüne Licht aufleuchtet, und den durch die Reaktionszeit entstehenden Zeitverlust verringern.

Launch Control bekommt eine völlig neue Aufgabe

Launch-Control-Systeme in modernen Sportwagen optimieren bereits das Motordrehmoment, den Radschlupf und das Zusammenspiel der Antriebskomponenten.

GM geht einen Schritt weiter. Der Fahrer aktiviert das System, danach kann das Auto den Bremsdruck und das erforderliche Drehmoment selbstständig halten und die Bremsen zum berechneten Zeitpunkt lösen.

Das Patent beschreibt außerdem den Einsatz einer Innenraumkamera, die die Aufmerksamkeit des Fahrers überwacht.

Das System erhöht weder die Motorleistung noch verbessert es die Reifenhaftung. Sein Hauptvorteil liegt in besser reproduzierbaren Starts: Software ermüdet nicht und reagiert nicht bei jedem Versuch unterschiedlich schnell auf ein Lichtsignal.

Untergräbt ein automatischer Start den Sinn des Rennens?

Eine Hundertstelsekunde kann ein Drag Race entscheiden. Deshalb war die Reaktionszeit des Fahrers bislang ebenso wichtig wie die Leistung oder die Traktion des Autos.

Die Technik von GM könnte die Ergebnisse von Amateurrennfahrern gleichmäßiger machen. Ob sie bei offiziellen Wettbewerben eingesetzt werden dürfte, hinge jedoch von der jeweiligen Rennklasse und deren technischem Reglement ab.

In Europa unterliegt Drag Racing unter anderem den Anforderungen der FIA. Ob ein automatisches Startsystem zulässig wäre, müsste anhand der Regeln der jeweiligen Klasse geprüft werden. Ein Patent allein erlaubt noch keinen Einsatz im Wettbewerb.

Die Erfindung von GM zeigt, wie die Elektronik in Sportwagen immer mehr Aufgaben des Fahrers übernimmt. Während Launch Control Fahrern bislang dabei half, möglichst schnell von der Startlinie wegzukommen, entscheidet das neue System auch über den Startzeitpunkt.

General Motors hat nicht bestätigt, ob die Technik in einer Chevrolet Corvette oder einem anderen Sportmodell angeboten wird. Vorerst handelt es sich um ein Patent, nicht um eine serienreife Ausstattungsoption.