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General Motors ruft mehr als 67.000 Elektroautos zurück: Bremswirkung könnte unerwartet aussetzen

Cadillac VISTIQ (Foto: Cadillac)
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General Motors hat in den USA einen Rückruf für 67.380 Elektroautos eingeleitet. Ein Softwarefehler im Bremssystem könnte in bestimmten Situationen dazu führen, dass die Bremswirkung vorübergehend aussetzt. Das Problem betrifft vier Modelle von Cadillac und Chevrolet und kann auch beim Rangieren mit niedriger Geschwindigkeit auftreten. Für die Reparatur müssen keine mechanischen Teile ausgetauscht werden; ein Softwareupdate genügt.

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Bremswirkung könnte in Kurven oder auf unebener Fahrbahn aussetzen

Laut der am 29. Oktober bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) eingereichten Rückrufmeldung 26V717000 betrifft das Problem die Software des Steuergeräts für das Bremssystem (BSCM).

Der Fehler kann auftreten, wenn der Fahrer bei niedriger Geschwindigkeit bremst, während er lenkt und über eine Unebenheit fährt. Die Software kann die Bewegung der Räder falsch interpretieren und die Bremswirkung vorübergehend unterbrechen.

Laut GM funktioniert die Bremse wieder normal, sobald das Pedal erneut betätigt wird. Der unerwartete Verlust der Bremswirkung könnte jedoch zu einer Kollision führen, insbesondere beim Parken oder Rangieren auf engem Raum.

Vier Elektromodelle betroffen

Der Rückruf umfasst folgende Fahrzeuge:

Cadillac Lyriq: Modelljahre 2023–2027. Cadillac Celestiq: Modelljahre 2025–2026. Cadillac Vistiq: Modelljahre 2026–2027. Chevrolet Blazer EV: Modelljahre 2024–2027.

Allerdings sind nicht alle Ausführungen dieser Modelle betroffen. Der Fehler betrifft bestimmte leistungsstarke Allradvarianten.

GM wird den Fehler mit einem kostenlosen Softwareupdate beheben. Je nach Fahrzeug können die Besitzer es drahtlos installieren oder in einer Werkstatt aufspielen lassen. Der Hersteller wird ab dem 14. Dezember offizielle Benachrichtigungen an Kunden in den USA verschicken.

Weitere Bremsprobleme bei GM

Der neue Rückruf ist nicht das erste Mal, dass General Motors mit Zuverlässigkeitsproblemen bei elektronischen Bremssystemen konfrontiert ist.

Die NHTSA untersucht unabhängig davon mögliche Ausfälle des GM-Bremssystems eBoost, die rund 1,16 Millionen Fahrzeuge betreffen könnten. Im Verlauf der Untersuchung haben die Behörden Hunderte Meldungen über Bremsprobleme erhalten, darunter Berichte über Unfälle und Verletzungen.

Es handelt sich jedoch um zwei getrennte Probleme. Der aktuelle Rückruf geht auf einen Softwarefehler zurück, während sich die umfassendere Untersuchung auf mögliche mechanische Defekte bei eBoost konzentriert.

Softwareabhängige Bremsen müssen zuverlässig funktionieren

In modernen Elektroautos verbindet die Elektronik häufig die Rekuperationsbremsung mit der herkömmlichen Reibungsbremse. Das Steuerungssystem muss für eine gleichmäßige Verzögerung sorgen, unabhängig davon, welchen Anteil an der Bremswirkung die Elektromotoren erzeugen.

Das verbessert die Energieeffizienz, macht die Funktion der Bremsen aber zunehmend von Software abhängig.

Der Fall ist auch für Europa von Bedeutung. Zwar betrifft der Rückruf Fahrzeuge auf dem US-Markt, doch europäische Autohersteller verwenden ähnliche elektronische Bremssteuerungssysteme.

Der Fall GM zeigt: Ein Softwareupdate kann zwar einen Bremsausfall beheben, doch eines der wichtigsten Sicherheitssysteme eines Autos sollte nicht erst erst nach einer zweiten Betätigung des Pedals wieder richtig funktionieren.