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McLaren McL 6GT
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McLaren will sich die Namen Remuera und Muriwai sichern – neue Supersportwagen sind nicht angekündigt

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 28.09.2026

McLaren Automotive hat in Großbritannien die Eintragung von „Remuera“ und „Muriwai“ als Marken beantragt. Beide Namen sind eng mit Bruce McLarens Jugend in Neuseeland verbunden und passen auffallend gut zur jüngsten Neuausrichtung der Marke. Aus den Registereinträgen geht allerdings nicht hervor, dass McLaren bereits neue Supersportwagen mit diesen Namen vorbereitet: Dafür sind die Anmeldungen zu breit gefasst.

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Auf Daten des britischen Markenregisters beruhende Einträge zeigen, dass McLaren Automotive Limited beide Anmeldungen am 21. September 2026 eingereicht hat. Muriwai trägt die Nummer UK00004449263, Remuera die Nummer UK00004449265. Beide Anmeldungen werden derzeit geprüft. Entscheidend ist die Liste der Waren: McLaren will die Namen unter anderem für Autos, Elektrofahrzeuge, Hybridfahrzeuge, SUVs, Rennwagen und Fahrzeuge ausschließlich für die Rennstrecke schützen lassen. Die Anmeldungen umfassen auch Kleidung, Uhren, Spielzeug und eine Reihe weiterer Produkte. Ein „neuer Supersportwagen“ ist damit noch keine Tatsache, sondern nur eine mögliche Verwendung.

Remuera ist mehr als ein exotisch klingender Name

„Remuera“ ist ein Stadtteil von Auckland, in dem Bruce McLaren aufwuchs und seine Eltern Les und Ruth McLaren eine Tankstelle mit Werkstatt betrieben. Das Schild über der Werkstatt inspirierte das neue McLaren-Schriftlogo, das am 22. September vorgestellt wurde.

Der zeitliche Zusammenhang wirkt daher kaum zufällig. McLaren reichte die Anmeldung für den Namen Remuera einen Tag bevor das Unternehmen eben diesen Ort in den Mittelpunkt seines neuen visuellen Auftritts stellte, ein.

Das passt deutlich besser zu McLarens Kurs für 2026 als eine weitere Zahlenkombination. Das Unternehmen stellt Bruce McLarens Vermächtnis zunehmend heraus, hat das Speedy-Kiwi-Symbol zurückgebracht und die Geschichte des neuen McL 6GT mit dem frühen M6GT verknüpft. Zugleich bereitet McLaren eine Erweiterung seiner Modellpalette über zweisitzige Supersportwagen hinaus vor, darunter sein erstes Hochleistungs-SUV.

Muriwai steht für den Ort, an dem Bruce McLarens Rennsportlaufbahn begann

Der zweite Name hat eine noch konkretere Bedeutung. 1952 nahm Bruce McLaren im Alter von 15 Jahren mit einem in der Familienwerkstatt vorbereiteten Austin Ulster am Bergrennen am Muriwai Beach teil. McLarens eigenes historisches Archiv bezeichnet dies als seinen ersten Rennstart. Das Auto befindet sich heute im McLaren Technology Centre.

Wenn Remuera für den Ort steht, an dem das Auto vorbereitet wurde, steht Muriwai für den Ort, an dem Bruce damit ein Rennen fuhr. Für das Marketing ließe sich kaum eine bessere Geschichte schreiben.

Beide Namen kämen damit gut für eine Kleinserie, ein Sondermodell oder ein künftiges Spitzenmodell infrage. Doch hier ist Vorsicht geboten: McLaren hat nicht bestätigt, dass einer der Namen mit einem konkreten Auto verbunden ist.

McLarens Modellnamen ändern sich bereits

Über Jahrzehnte bevorzugte McLaren technisch klingende Modellbezeichnungen. MP4-12C, 650S, 720S und der aktuelle 750S bilden eine recht klare Linie. Der heutige 750S leistet mit seinem 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern 552 kW und 800 Nm und beschleunigt in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

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Allerdings beschränkt sich McLaren schon länger nicht mehr auf Zahlen. Der Artura trägt einen Namen, zuvor war das bereits bei Senna und Elva der Fall. Die Ultimate Series wird inzwischen mit dem W1 fortgesetzt. In McLarens aktuellem Supersportwagenangebot stehen Artura, 750S und 788HS nebeneinander – das Unternehmen folgt also keinem einheitlichen Namensschema mehr.

Remuera und Muriwai würden diesen Ansatz weiterführen. Es sind keine erfundenen Namen mit luxuriösem Klang, sondern konkrete Ortsnamen, deren Verbindung zu McLaren älter ist als das Unternehmen selbst.

Ferrari und Lamborghini sind hier schon weiter

Auf dem europäischen Supersportwagenmarkt gehört ein prägnanter Modellname zum Produkt. Ferrari verwendet historische und geografische Bezüge, während Lamborghini Namen aus dem Stierkampf über Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil seiner Marke gemacht hat. Im Vergleich dazu klang McLaren oft wie eine Excel-Tabelle aus der Entwicklungsabteilung.

Das war kein Problem, solange geringes Gewicht, Kohlefaser und eine Lenkung von beinahe telepathischer Präzision als zentrale Botschaft ausreichten. Mit dem Ausbau der Modellpalette ändert sich das. Wenn ein Mittelmotor-Supersportwagen, ein Hybrid, ein Spitzenmodell in limitierter Auflage und ein SUV im selben Schauraum stehen, muss der Name auch dabei helfen, die Autos emotional voneinander abzuheben.

Remuera und Muriwai würden McLaren etwas bieten, das Wettbewerber nicht kopieren können. Bruce McLarens eigene Geschichte gehört allein zu McLaren.

Eine Markenanmeldung ist keine Modellbestätigung

Die wichtigste Korrektur am ursprünglichen Bericht betrifft die Begriffswahl. McLaren hat nicht zwei neue Supersportwagennamen „patentiert“. Das Unternehmen hat Markenanmeldungen eingereicht. Ein Patent schützt eine technische Erfindung, eine Marke dagegen einen Namen, ein Logo oder ein anderes geschäftliches Kennzeichen.

Die Namen sind auch noch nicht endgültig eingetragen, da die britischen Anmeldungen derzeit geprüft werden.

McLaren könnte sie für künftige Autos, Sonderserien oder Zubehör verwenden – oder gar nicht nutzen. Autohersteller schützen Namen häufig allein deshalb, um sich Optionen für die Zukunft offenzuhalten.

Interessanter als üblich macht diese Anmeldungen allerdings ihr klarer Bezug zu McLarens jüngst vorgestellter Neuausrichtung. Das neue Schriftlogo geht auf Remuera zurück, Bruce bestritt sein erstes Rennen in Muriwai, und McLaren selbst erklärt, seine Zukunft enger als bisher mit der Geschichte seines Gründers verknüpfen zu wollen.

Sollte ein künftiger McLaren tatsächlich einen dieser Namen tragen, wäre das keine beliebige Marketingidee. Das Unternehmen schafft bereits den Rahmen dafür.