XPeng bündelt die Entwicklung in zwei Produktlinien, ohne das Modellangebot zu verkleinern
XPeng vereinfacht seine interne Produktentwicklung und führt seine bisher vier Produktlinien zu zwei zusammen. Das Modellangebot wird nicht gekürzt. Vielmehr will das Unternehmen doppelte Entwicklungsarbeit vermeiden, während die Entwicklungskosten steigen und die Margen im Fahrzeuggeschäft unter Druck stehen.
Wie das chinesische Medium 36Kr berichtet, führt XPeng die bisherigen Produktlinien F, I und G in einem größeren G-Bereich zusammen. Die D-Linie bleibt eigenständig und konzentriert sich auf die preisgünstigere Modellfamilie MONA.
Die Begriffe sind hier entscheidend: XPeng reduziert sein Modellangebot nicht von vier Autos auf zwei. Mit Produktlinien sind interne Entwicklungseinheiten gemeint, keine Automodelle oder technischen Plattformen.
MONA bleibt eigenständig, die übrigen Modelle werden zusammengeführt
Dass die D-Linie eigenständig bleibt, ist kein Zufall. MONA macht einen großen Teil des XPeng-Absatzes aus und ist in einem Preissegment vertreten, in dem der Wettbewerb auf dem chinesischen Markt für Elektroautos besonders hart ist.
Zur G-Linie gehören künftig unter anderem größere SUV, Limousinen und Modelle für Exportmärkte. Dass die internationale I-Linie nicht mehr eigenständig ist, bedeutet keinen Rückzug von XPeng aus Europa. Vielmehr will das Unternehmen Modelle für China und den Export auf einer stärker gemeinsamen technischen Grundlage entwickeln als bisher, um Kosten zu senken und die Entwicklung zu beschleunigen.
Die Entwicklung wird teurer
Laut dem eigenen Finanzbericht gab XPeng im zweiten Quartal 2026 für Forschung und Entwicklung 2,91 Milliarden Yuan aus, umgerechnet rund 380 Millionen Euro. Die Ausgaben stiegen gegenüber dem Vorjahr um 32,1 %.
Gleichzeitig lag die Bruttomarge im Fahrzeuggeschäft bei 12,1 %, nach 14,3 % ein Jahr zuvor. Die Bruttomarge des Unternehmens insgesamt stieg zwar auf 20,7 %, wurde aber durch margenstarke Erlöse aus Dienstleistungen und Technologie gestützt.
Vor diesem Hintergrund werden vier parallel arbeitende Entwicklungseinheiten zum Luxus. Gemeinsame Komponenten, Software und ein gemeinsames Projektmanagement sollen verhindern, dass mehrere Teams im Wesentlichen dasselbe Problem unabhängig voneinander lösen.
Das Modellangebot in Europa wächst hingegen
Das Modellangebot von XPeng schrumpft nicht. Das Unternehmen erweitert die MONA-Familie, entwickelt neue Modelle der G-Serie und baut zunehmend Autos außerhalb Chinas.
In Europa fertigt Magna in Graz bereits die XPeng-Modelle G6, G9 und P7+. Auch der G9L soll dort künftig gebaut werden. XPeng schlägt damit die entgegengesetzte Richtung ein: Es kommen weitere Modelle hinzu, während ihre Entwicklung weniger kosten soll.
Das ist der eigentliche Zweck der Neuorganisation. XPeng will nicht weniger Autos bauen, sondern mehr Autos mit weniger Doppelarbeit im Unternehmen.
Aus europäischer Sicht ist das relevant. Der Preisdruck durch chinesische Hersteller beruht nicht nur auf günstigeren Arbeitskräften oder Batterien, sondern auch darauf, dass sich mehrere Modelle mit gemeinsamen Komponenten und Softwareplattformen entwickeln lassen. XPeng versucht nun, seine Organisation nach demselben Prinzip umzubauen.