Werbung
Volkswagen ID. Tiguan 1/60
Fullscreen image 1/60

Volkswagen ersetzt ID.4 und ID.5 durch den elektrischen ID. Tiguan

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 28.09.2026

Volkswagen führt zwei Elektro-SUV unter einem prägnanteren Namen zusammen. Der ID. Tiguan soll Anfang 2027 auf den Markt kommen und sowohl den ID.4 als auch dessen Coupé-Ableger ID.5 ersetzen. Technisch ist er allerdings keine komplette Neuentwicklung, sondern eine umfassende Weiterentwicklung der MEB-Familie. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen bis zu 600 km Reichweite, ein Einstiegsmodell mit LFP-Akku und der bekannte Name Tiguan.

Werbung

Volkswagen hat bestätigt, dass der ID. Tiguan am 9. Oktober vorgestellt wird und der Verkauf Anfang 2027 beginnt. Das Unternehmen hat inzwischen auch klargestellt, dass das neue Modell die Rolle sowohl des ID.4 als auch des ID.5 übernimmt. Von den beiden bisherigen Elektroautos wurden seit 2021 zusammen mehr als 950.000 Fahrzeuge ausgeliefert.

Der ID.5 entfällt, der ID.4 bekommt faktisch eine neue Identität

Die Entscheidung ist durchaus nachvollziehbar. Der ID.5 war im Wesentlichen ein Ableger des ID.4 mit sportlicher gestaltetem Heck. Zwei sehr ähnliche Modellreihen beizubehalten, brachte damit mehr Komplexität als echte Auswahl.

Noch wichtiger ist jedoch der Name. Der Tiguan ist derzeit das meistverkaufte Modell von Volkswagen und des gesamten Konzerns; insgesamt wurden mehr als 8,3 Millionen Exemplare produziert. „ID.4“ muss man Käufern erklären, „Tiguan“ nicht. Dieselbe Strategie verfolgt Volkswagen bereits beim ID. Polo und ID. Cross.

Der elektrische ID. Tiguan wird den Tiguan mit Verbrennungsmotor nicht verdrängen. Benziner, Diesel und Hybridversionen bleiben parallel im Angebot.

600 km Reichweite, aber kein Leistungssprung

Volkswagens norwegische Niederlassung hat bereits vorläufige technische Daten veröffentlicht. Der ID. Tiguan Pure als Einstiegsmodell erhält einen 58-kWh-LFP-Akku, einen Elektromotor mit 140 kW und 350 Nm sowie eine WLTP-Reichweite von bis zu 450 km. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h.

Der Pro nutzt einen 77-kWh-NMC-Akku und einen 210-kW-Motor mit 545 Nm, der die Hinterräder antreibt. Er beschleunigt in 6,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, erreicht 180 km/h und soll mit einer Ladung bis zu 600 km zurücklegen.

Überzogene Marketingversprechen sollte man hier nüchtern einordnen. Auch der aktuelle ID.4 Pro leistet 210 kW und 545 Nm und nutzt einen 77-kWh-Akku. Seine offizielle WLTP-Reichweite stieg nach einer früheren technischen Überarbeitung auf 550 km, beim ID.5 Pro waren es 556 km. Der größere Fortschritt des ID. Tiguan liegt damit in der Effizienz, nicht in zusätzlicher Leistung.

Der allradgetriebene Pro 4MOTION leistet 220 kW, beschleunigt in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und bietet bis zu 560 km Reichweite. Die Pro-Versionen können bis zu 2.000 Kilogramm ziehen.

Schnelleres Laden, aber kein 800-Volt-Wunder

Der Pure kann per Gleichstrom mit bis zu 105 kW laden. Volkswagen verspricht für den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent 26 Minuten. Der Pro und der Pro 4MOTION mit 77-kWh-Akku laden mit 165 kW und benötigen dafür 29 Minuten. Alle Versionen unterstützen AC-Laden mit 11 kW; außerdem bereitet Volkswagen die Fahrzeuge auf die V2L-Funktion vor.

165 kW werden koreanische oder chinesische Konkurrenten mit 800-Volt-Technik zwar kaum beeindrucken. Wichtiger als der Spitzenwert im Prospekt ist jedoch der Ladeverlauf. Für ein europäisches Familienauto könnten 600 km WLTP-Reichweite und 29 Minuten von 10 auf 80 Prozent wichtiger sein als ein in Sekunden gemessener Laderekord.

Volkswagens eigentliche Stärke ist jedoch die Positionierung des Modells. Der ID.4 entstand zu einer Zeit, als ein Elektroauto einen futuristischen Namen und Touch-Bedienelemente haben musste. Der ID. Tiguan kehrt diesen Gedanken um: Ein Elektroauto soll einfach wieder „Das Auto“ sein.