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Alpine PS1 Concept
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Alpine PS1 bringt versteckte Scheinwerfer zurück und deutet auf eine noch teurere Zukunft für die Marke hin

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 07.10.2026

Alpine stellt das Konzeptfahrzeug PS1 auf dem Pariser Autosalon vor, der nächste Woche beginnt. Schon das erste Detail sendet eine recht klare Botschaft: Die französische Marke will im Elektrozeitalter nicht bloß schnellere Renault-Modelle bauen. Im Teaser fährt eine Frontblende zur Seite und gibt schmale LED-Scheinwerfer sowie Tagfahrlichter in den Farben der französischen Trikolore frei.

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PS1 steht für „Projet Spécial 1“, wobei „spécial“ hier wichtiger ist als die Zahl. Alpine gliedert sein künftiges Modellprogramm in drei Säulen: Der A290 und der A390 stehen für alltagstauglichere sportliche Autos, der A110 bleibt die Ikone der Marke, und unter Special Projects sollen exklusivere, stärker individualisierte Modelle entstehen. Der PS1 vermittelt einen ersten konkreten Eindruck von dieser dritten Ausrichtung. Alpine bestätigte die Premiere des Konzeptfahrzeugs in Paris in einer Pressemitteilung vom 6. Oktober.

Verdeckte Scheinwerfer ohne die aerodynamischen Nachteile der 1980er-Jahre

Alpine zeigte zunächst nur die Front des PS1. Auffälligstes Merkmal ist eine bewegliche Karosserieblende, hinter der eine schmale Leuchteinheit verborgen ist. Die Lösung erinnert an die Klappscheinwerfer klassischer Sportwagen, doch der Mechanismus funktioniert umgekehrt: Nicht der gesamte Scheinwerfer klappt nach oben, sondern eine Abdeckung fährt aus dem Weg.

Das ist nicht nur ein nostalgischer Effekt. Klassische Klappscheinwerfer verschwanden unter anderem wegen des Fußgängerschutzes, ihrer konstruktiven Komplexität und aerodynamischer Nachteile. Mit moderner, schmaler LED-Technik lässt sich derselbe Inszenierungseffekt auf deutlich kleinerem Raum erzielen.

Der Teaser zeigt zudem eine Lichtsignatur mit blauen, weißen und roten Akzenten. Dezent ist das für Alpine kaum, doch zu einem Prototyp der französischen Sportwagenmarke auf dem Pariser Autosalon passt es.

Der PS1 ist nicht der nächste A110

Vor allem darf der PS1 nicht mit dem A110 der dritten Generation verwechselt werden. Alpine bringt auch eine separate A110 Sculpture nach Paris, die die Proportionen und die Designrichtung des nächsten A110 zeigt. Der künftige A110 wird auf der neuen Alpine Performance Platform, kurz APP, basieren und ein rein elektrischer Sportwagen sein.

Technisch ist die APP der interessanteste Bestandteil von Alpines kommendem Jahrzehnt. Für die Plattform mit Aluminiumarchitektur wird ein Gewicht von rund 1,5 Tonnen angestrebt – ein ehrgeiziges Ziel für einen batterieelektrischen Sportwagen. Alpine setzt auf zwei separate 800-Volt-Batteriepakete in Cell-to-Pack-Bauweise, die vorne und hinten angeordnet sind. Bei der Entwicklung des A110 strebt der Hersteller eine Gewichtsverteilung von 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse an.

Das ist ein wichtiger Unterschied zum Porsche Taycan oder den meisten schnellen Elektroautos. Alpine will nicht in erster Linie mit Batteriekapazität oder Beschleunigung auf gerader Strecke punkten, sondern mit geringem Gewicht, guter Balance und Fahrverhalten. Auf demselben Prinzip beruht der Ruf des aktuellen A110 mit Verbrennungsmotor.

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Für den PS1 hat Alpine dagegen bislang weder Leistung noch Batteriedaten, Antriebskonzept oder Abmessungen genannt. Es wäre daher verfrüht, ihn als Elektroauto auf APP-Basis einzuordnen.

Kommt ein neuer A310 zum Vorschein?

Hier wird der PS1 besonders interessant. Autocar merkt an, dass das Konzeptfahrzeug entweder einen künftigen viersitzigen Alpine-GT oder das außergewöhnlich leistungsstarke Spitzenmodell andeuten könnte, das die Marke plant. Ein möglicher Name knüpft an den historischen A310 an, den Alpine von 1971 bis 1984 produzierte.

Die Verbindung zum A310 ist nicht ganz aus der Luft gegriffen. In der von der Renault Group veröffentlichten Alpine-Strategie steht ausdrücklich, dass die APP neben einem Coupé auch einen Spider und eine 2+2-Karosserie ermöglichen muss. Damit gibt es eine technische Grundlage für einen 2+2-Sportwagen nach Art des Porsche 911, der praktischer ist als der A110.

Alpine selbst hat allerdings nicht bestätigt, dass der PS1 einen A310 vorwegnimmt. Sicher ist vorerst nur, dass der PS1 in einem exklusiveren Bereich angesiedelt ist als das reguläre Modellprogramm der Marke.

Das könnte sich letztlich als wichtigste Eigenschaft des Konzeptfahrzeugs erweisen. Der A290 soll Alpine für mehr Kunden zugänglich machen, der A390 führt die Marke in das Segment größerer, teurerer Elektroautos, und der nächste A110 soll ihre Sportwagenidentität bewahren. Special Projects gibt Alpine die Möglichkeit, noch weiter ins obere Marktsegment vorzudringen, wo Kunden nicht nur für Leistung zahlen, sondern auch für Seltenheit und Individualität.

Alpine muss nun beweisen, dass Elektroautos leicht sein können

Für Alpine ist der Zeitpunkt entscheidend. Die Produktion des A110 der zweiten Generation endete im Juli 2026 in Dieppe. Seit 2017 wurden insgesamt 28.701 Exemplare gebaut. Der nächste A110 tritt ein ungewöhnlich schwieriges Erbe an: Das auslaufende Modell wurde gerade deshalb bekannt, weil es leichter war als seine Konkurrenten und nicht versuchte, einen Wettbewerb um möglichst hohe PS-Zahlen zu gewinnen.

Gleichzeitig wächst Alpines Geschäft rasant. 2025 überschritt die Marke erstmals 10.000 jährliche Neuzulassungen und erreichte 10.970 Autos. Der A290 und der A390 sorgen für die nötigen Stückzahlen. Auf dem globalen Sportwagenmarkt reicht es jedoch nicht, Technik der Renault Group lediglich mit einer aggressiver gestalteten Karosserie zu versehen.

Der PS1 scheint eine Antwort auf genau dieses Problem zu sein. Verdeckte Scheinwerfer mögen vorerst wie eine Spielerei der Designer wirken. Die eigentliche Aufgabe des Konzeptfahrzeugs ist jedoch viel schwieriger: Es muss zeigen, dass Alpine neben Porsche, Lotus und exotischen Marken, die sich in Richtung Elektrifizierung bewegen, etwas schaffen kann, das Kunden aus emotionalen Gründen wollen – und nicht aufgrund einer nüchternen Bewertung der Preisliste.