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Alpine zeigt Form des neuen A110: Elektrischer Nachfolger erhält zwei Heckmotoren
Alpine hat erstmals die tatsächlichen Proportionen der dritten A110-Generation gezeigt. Die von einem blauen Tuch verhüllte Skulptur in Originalgröße ist noch nicht das Serienauto, doch Form, Lichtsignatur und technische Grundlagen lassen sich bereits recht gut erkennen. Die größte Änderung betrifft erwartungsgemäß den Antrieb: Der nächste A110 wird ein elektrischer Sportwagen mit 800-Volt-Architektur und zwei Elektromotoren an der Hinterachse.
Am 28. September veröffentlichte Alpine eine offizielle Designvorschau, die im Oktober auch auf dem Pariser Autosalon zu sehen sein wird. Das Serienauto wird erst später vollständig vorgestellt, voraussichtlich 2027.
Das Design bleibt klar als A110 erkennbar, die Retro-Anleihen fallen aber zurückhaltender aus
Die Skulptur zeigt eine V-förmige Front, eine zweigeteilte Lichtsignatur, ein niedriges Heck, eine tropfenförmige Fahrgastzelle und stärker ausgeprägte Radhäuser als bisher. Alpine ließ sich zudem vom Überschallflugzeug Concorde inspirieren, insbesondere von dessen Aerodynamik und straff gezeichneten Flächen.
Der A110-FUTURE-Prototyp, der im Juli in Goodwood fuhr, trug noch eine gestreckte Version der Karosserie des aktuellen A110. Die neue Skulptur zeigt bereits die tatsächliche Designrichtung des nächsten Modells und bestätigt, dass es größer wird. Alpine versucht allerdings, die niedrige Sitzposition und die klassischen Proportionen des A110 beizubehalten.
Das ist wichtig, denn die Stärke des aktuellen A110 lag nie in seiner Höchstleistung. Das Einstiegsmodell leistete 185 kW und 320 Nm, wog aber nur 1.102 kg. Die größte technische Herausforderung für den elektrischen Nachfolger ist daher nicht die Leistung, sondern das Gewicht.
Die Batterie kommt nicht wie üblich unter den Fahrzeugboden
Um dieses Problem zu lösen, entwickelte Alpine die neue APP, die Alpine Performance Platform. Damit Auto und Sitzposition niedrig bleiben, bringt der Hersteller nicht die gesamte Batterie unter dem Fahrzeugboden unter. Sie ist zweigeteilt: Im vorderen Teil sind 25 Prozent, im hinteren 75 Prozent der Energie gespeichert. Diese Lösung trägt zu einer Gewichtsverteilung von etwa 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse bei.
Das 800-Volt-System nutzt eine Cell-to-Pack-Bauweise und ein Batteriegehäuse aus Aluminium, das zugleich Teil der tragenden Struktur ist. An der Hinterachse sitzen zwei separate Elektromotoren mit Siliziumkarbid-Wechselrichtern. Die Motoren erreichen Drehzahlen von bis zu 21.500 U/min. Mit Alpine Active Torque Vectoring 2.0 lässt sich die Traktion an jedem Hinterrad unabhängig regeln.
Für einen Sportwagen ist das wesentlich wichtiger als eine bloß hohe Leistungszahl. Die beiden Heckmotoren sollen dafür sorgen, dass sich das Auto präzise über das Gaspedal steuern lässt und der agile Charakter des bisherigen A110 erhalten bleibt.
Die französische Publikation L'Argus berichtete zuvor von einer Batterie mit rund 70 kWh, einer Leistung von knapp 353 kW und einem Gewicht von etwa 1.400 kg. Alpine hat diese Zahlen jedoch nicht offiziell bestätigt. Sollte sich der Wert von 1.400 kg bewahrheiten, läge das Gewicht rund 300 kg über dem des aktuellen Einstiegsmodells.
Europas Sportwagen-Wettbewerb wird elektrisch
Der naheliegendste europäische Rivale des A110 wird der nächste Porsche 718 sein. Porsche bestätigte im August, dass die Entwicklung des elektrischen 718 weiterläuft. Auch jüngste Prototypen deuten darauf hin, dass ein serienreifes Auto näher rückt. Beide Hersteller stehen im Wesentlichen vor derselben Aufgabe: einen elektrischen Sportwagen zu bauen, der sich in Kurven nicht wie ein zwei Tonnen schweres Batteriepaket anfühlt.
Zumindest technisch überzeugt Alpines Ansatz. Die aufgeteilte Batterie, zwei Heckmotoren und eine Aluminiumarchitektur sind keine kosmetischen Zugaben, die aus einem konventionellen Elektroauto ein Sportcoupé machen sollen. Die Plattform wurde von Anfang an für einen flachen Sportwagen entwickelt.
Der vollelektrische A110 bleibt vorerst das Hauptkonzept. Alpine-Chef Philippe Krief hat allerdings bestätigt, dass die APP auch einen Verbrennungsmotor, ein Getriebe und einen Kraftstofftank aufnehmen kann. Damit bleibt eine künftige Hybrid- oder Benzinversion möglich, eine Entscheidung über deren Produktion ist aber nicht gefallen.