US-Amerikaner baut einen drei Meter breiten Ford
Tyler Fever, Gründer des YouTube-Kanals Prop Department, hat einen Ford Festiva von 1988 in ein drei Meter breites Auto verwandelt, das mit einer Sondergenehmigung auch auf öffentlichen Straßen gefahren werden darf. Für das Projekt verwendete er drei Spenderfahrzeuge und baute den mittleren Karosserieabschnitt im Wesentlichen von Grund auf neu.
Festiva nahezu doppelt so breit
Ein serienmäßiger Ford Festiva der ersten Generation ist etwa 1,6 Meter breit. Fevers Auto misst 3,05 Meter – oder 10 Fuß – in der Breite.
Die Karosserie wurde der Länge nach halbiert und zwischen den beiden Hälften ein neuer Mittelteil gebaut. Der Boden wurde mit 3,2 mm starkem Stahlblech verstärkt, für das Dach kam 1,2 mm starkes Material zum Einsatz. Tragende Bauteile wurden mit einem CNC-Laser zugeschnitten, einige Verkleidungsteile auf einem Großformat-3D-Drucker gefertigt.
Auch der Frontgrill musste von Grund auf neu gebaut werden. Er ist etwa 2,4 Meter breit.
Für den Antrieb war eine neue Antriebswelle nötig
Der Festiva behielt seine ursprüngliche Motoranordnung bei. Dadurch entstand ein naheliegendes Problem: Eines der Vorderräder war nun sehr weit vom Motor entfernt.
Um das zu lösen, fertigte Fever eine rund 1,5 Meter lange Antriebswelle an. Nach dem Schweißen musste er ihre Geometrie von Hand korrigieren, denn selbst die geringste Krümmung würde bei einer so langen Welle bei hoher Geschwindigkeit starke Vibrationen verursachen.
Das ist einer der technisch interessantesten Aspekte des gesamten Projekts. Eine drei Meter breite Karosserie zu bauen, ist in erster Linie eine Frage der Metallbearbeitung. Damit ein derart langes, rotierendes Antriebsbauteil zuverlässig funktioniert, muss es jedoch wesentlich präziser ausgewuchtet sein.
Zwei Lenkräder, aber nur ein Fahrer
Der Innenraum hat zwei funktionsfähige Lenkräder, Gas- und Bremspedal befinden sich aber nur auf der Fahrerseite. Die Breite des Innenraums ermöglichte es, vorn praktisch eine komplette Sitzreihe einzubauen.
Das Auto hat sogar 14 Getränkehalter, und unter der Motorhaube wurde ein Haushaltsklimagerät eingebaut.
Diese Details zeigen deutlich, worum es Fever bei dem Projekt ging: Er wollte den Festiva weder schneller machen noch sein Fahrverhalten verbessern, sondern ein möglichst absurdes Auto bauen, das trotzdem funktioniert.
Mehr als 640 km auf der Straße
Das Auto ist nicht bloß ein Ausstellungsstück. Bei einer zweitägigen Testfahrt legte Fever mehr als 640 km zurück und erreichte eine Geschwindigkeit von über 115 km/h.
Als gewöhnlicher Pkw durfte der drei Meter breite Festiva nicht auf öffentlichen Straßen in den USA gefahren werden. Fever besorgte dafür eine Genehmigung für überbreite Fahrzeuge und eine gewerbliche Versicherung.
Damit darf das Auto auf die Straße, allerdings nicht unter denselben Bedingungen wie ein serienmäßiger Ford Festiva.
Das Gegenteil eines früheren Projekts
Zuvor hatte Fever eine außergewöhnlich schmale Version desselben Festiva von 1988 gebaut. Bei diesem Projekt entfernte er den Mittelteil der Karosserie. Dadurch wurde das Auto so schmal, dass der ursprüngliche Motor nicht mehr hineinpasste.
Das neue Projekt geht genau in die entgegengesetzte Richtung.
Aus technischer Sicht ist ein drei Meter breiter Festiva nicht besonders alltagstauglich. Als Konstruktionsprojekt ist er aber deutlich interessanter, als einfach einen Breitbau-Kit anzubringen: Selbsttragende Karosserie, Antriebsstrang, Lenkung und Innenraum mussten an die neuen Abmessungen angepasst werden.