Weltweite Autoverkäufe sinken im August um 5,9 Prozent – Europa wächst gegen den Trend
Weltweit gingen die Verkäufe neuer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge im August um 5,9 Prozent auf 6,86 Millionen Fahrzeuge zurück. Maßgeblich für den Rückgang waren die beiden größten Märkte China und USA. In Europa zeigt sich ein anderes Bild: Die Verkäufe steigen, und Elektroautos gewinnen rasch Marktanteile.
Nach dem Marktbericht von GlobalData für August wurden in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 insgesamt 56,85 Millionen Fahrzeuge verkauft, 4,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zugleich stieg die saisonbereinigte, auf ein Jahr hochgerechnete Verkaufsrate auf mehr als 91 Millionen Fahrzeuge. Der Markt bricht also nicht ein, bleibt aber hinter der außergewöhnlich starken zweiten Jahreshälfte 2025 zurück.
China zieht den Weltmarkt nach unten
In China sanken die Verkäufe im August um 24,5 Prozent auf 1,68 Millionen Fahrzeuge. In den USA wurden 1,40 Millionen Fahrzeuge verkauft, 4,7 Prozent weniger als im August des Vorjahres.
Der Rückgang in China ist auf eine schwächere Binnennachfrage und weniger großzügige Kaufsubventionen als zuvor zurückzuführen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich Chinas Autoindustrie zurückzieht. Die Exporte von in China gebauten Fahrzeugen stiegen im August um 65 Prozent auf 1,01 Millionen Einheiten. Die Hersteller verlagern daher die im Heimatmarkt fehlenden Absatzmengen immer aggressiver auf Exportmärkte.
Für Hersteller in Europa ist das eine unangenehmere Nachricht als der Absatzrückgang in China selbst. BYD, Geely, Chery und andere sind zunehmend auf Exportmärkte angewiesen. Das erhöht auch in Europa den Preisdruck.
Europa und Indien trotzen dem Abschwung
In Westeuropa stiegen die Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im August um 5,3 Prozent auf 820.329 Fahrzeuge. Indien verzeichnete im selben Zeitraum 511.372 verkaufte Fahrzeuge, 34,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Japan legte um 5,9 Prozent zu, Südamerika um 14,4 Prozent.
Das Wachstum in Europa ist nicht bloß das Ergebnis eines einzelnen guten Monats. Nach Angaben des Branchenverbands ACEA stiegen die Neuzulassungen von Pkw in der EU von Januar bis August um 5,3 Prozent. Rein batterieelektrische Autos erreichten bereits einen Marktanteil von 21,7 Prozent, nach 15,8 Prozent ein Jahr zuvor. Der gemeinsame Marktanteil von Benzin- und Dieselfahrzeugen sank im selben Zeitraum von 37,5 auf 29 Prozent.
Damit bildet Europa im weltweiten Wettbewerb eine gewisse Ausnahme. Der Weltmarkt schrumpft, doch in Europa wächst die Nachfrage, während sich zugleich ein rascher Wandel bei den Antriebsarten vollzieht.
Globaler Rückgang bedeutet nicht überall eine Krise
Die Fahrzeugverkäufe dieses Jahres lassen sich nicht als Ausdruck einer einheitlichen globalen Nachfragekrise beschreiben. Vielmehr entwickeln sich die großen Märkte zunehmend unterschiedlich. Chinas Binnenmarkt schrumpft, die USA kämpfen mit hohen Preisen und Lebenshaltungskosten, während Indien und Europa wachsen.
Für Autohersteller heißt das vor allem: Eine ausgewogene Präsenz in verschiedenen Regionen wird immer wichtiger. Insbesondere chinesische Hersteller müssen die im Heimatmarkt wegfallenden Absatzmengen anderswo verkaufen. Europa ist eines der wertvollsten Ziele für diese Exporte. Die Schwäche des chinesischen Binnenmarkts könnte den Wettbewerb in ganz Europa daher noch verschärfen.