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BYD Seal U (Foto: BYD)
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China droht Großbritannien wegen möglicher Zölle auf Elektroautos mit Gegenmaßnahmen

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 20.10.2026

China hat Großbritannien vor einem möglichen Handelskrieg gewarnt, falls London auf chinesische Elektroautos ähnliche Einfuhrzölle erhebt wie die Europäische Union. Großbritannien steht vor einer schwierigen Entscheidung: die Interessen seiner Autoindustrie in Europa schützen oder günstige Handelsbeziehungen zu China aufrechterhalten.

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Das chinesische Handelsministerium erklärte, Großbritannien solle die Regeln der Welthandelsorganisation befolgen und die protektionistische Politik der Europäischen Union nicht einfach übernehmen. Peking kündigte entschiedene Gegenmaßnahmen zum Schutz der Interessen chinesischer Autohersteller an, falls Beschränkungen verhängt würden.

Europäische Union übt Druck auf Großbritannien aus

Großbritannien erwägt höhere Zölle auf chinesische Elektroautos vor allem wegen seiner Verhandlungen mit der Europäischen Union. London will sich dem Programm „Made in Europe“ zur Förderung der europäischen Industrie anschließen, das heimischen Herstellern Vorteile bei öffentlichen Aufträgen verschaffen würde.

Frankreich und Deutschland haben Großbritannien eine Teilnahme an dem Programm angeboten, erwarten dafür aber eine vergleichbare Handelspolitik gegenüber chinesischen Autos.

Im Jahr 2024 führte die Europäische Union zusätzliche Zölle auf in China hergestellte Elektroautos ein. Zusammen mit dem regulären Einfuhrzoll von 10 Prozent erreichen sie je nach Hersteller bis zu 45,3 Prozent. Großbritannien hat bislang an einem Zollsatz von lediglich 10 Prozent festgehalten.

Jaguar Land Rover könnte betroffen sein

Die Zurückhaltung der britischen Regierung kommt nicht von ungefähr. Die britische Autoindustrie ist stark vom Export abhängig, und chinesische Gegenmaßnahmen könnten insbesondere Hersteller von Luxusautos treffen.

Zu den Unternehmen, die dem Risiko am stärksten ausgesetzt sind, zählt Jaguar Land Rover, für das China ein wichtiger Absatzmarkt ist. Mögliche Vergeltungszölle würden britische Luxusautos dort verteuern und ihre Wettbewerbsfähigkeit schwächen.

Gleichzeitig gewinnen chinesische Hersteller in Großbritannien an Boden. BYD, MG und Chery sind dort derzeit unter deutlich günstigeren Bedingungen tätig als auf dem Markt der Europäischen Union. Höhere Zölle könnten ihren Preisvorteil rasch schmälern.

Ein Handelskrieg könnte teuer werden

Der britische Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds hat betont, dass London nicht allein auf Druck der Europäischen Union zusätzliche Zölle auf chinesische Autos erheben werde. Die Regierung prüft dennoch verschiedene Optionen und berücksichtigt dabei sowohl die Interessen der heimischen Autoindustrie als auch die Exportmärkte.

Aus Sicht europäischer Autohersteller würde eine Übernahme der gemeinsamen Zollpolitik durch Großbritannien eine weitere Handelshürde für chinesische Wettbewerber schaffen. Für Verbraucher würde das jedoch wahrscheinlich teurere Elektroautos und weniger Preiswettbewerb bedeuten.

Großbritannien steht damit vor einer unangenehmen Entscheidung. Ein besserer Zugang zum europäischen Markt könnte die Beziehungen zu China belasten. Hielte das Land dagegen an seinem bisherigen marktwirtschaftlichen Kurs fest, könnte dies die Position britischer Autohersteller in der Europäischen Union schwächen.