1/7 CUPRA Raval erhält ABT-Sportpaket, verliert aber 53 Kilometer Reichweite
CUPRA hat in Spanien eine Sonderedition des Raval VZ mit einem Design der renommierten deutschen Tuningfirma ABT auf den Markt gebracht. Neue Spoiler, aerodynamische Anbauteile und 19-Zoll-Räder lassen das kleine Elektroauto sportlicher wirken, bringen aber keine zusätzliche Leistung. Sportreifen verringern allerdings die Reichweite von 439 auf 386 Kilometer. Immerhin bietet die Sonderedition ein Fahrwerk, das zu ihrem sportlichen Auftritt passt.
ABT konzentriert sich diesmal auf die Optik
Der auf dem Pariser Autosalon vorgestellte CUPRA Raval VZ CUSTOM CUPRA by ABT ist seit dem 21. Oktober in Spanien bestellbar. Die Sonderedition basiert auf dem stärksten Raval, dem VZ, dessen Elektromotor 166 kW leistet und 290 Nm Drehmoment liefert.
Von 0 auf 100 km/h beschleunigt er in 6,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. ABT hat an diesen Werten nichts geändert: Bei der Entwicklung der Sonderedition ging es ausschließlich um Design und Ausstattung.
Laut der offiziellen Pressemitteilung von CUPRA ließen sich die Designer vom Konzeptfahrzeug UrbanRebel inspirieren. Der Raval erhält Front- und Heckspoiler von ABT, Seitenschwelleraufsätze, zusätzliche Luftleitelemente und einen größeren Dachspoiler. Mattschwarze 19-Zoll-Leichtmetallräder vom Typ ICON und CUPRA-Embleme in dunklem Chrom runden das Exterieur ab.
ABT fertigt die Teile von Hand; CUPRA montiert sie an Neuwagen in seinem Werk Racing Factory.
Käufer können zwischen zwei Ausstattungsvarianten wählen. Bei der Basisversion CUSTOM CUPRA by ABT steht die äußere Gestaltung im Vordergrund. Die teurere Variante AHEAD ergänzt elektrisch verstellbare und beheizbare CUP-Bucket-Sportsitze, ein beheizbares Lenkrad und 3D-gedruckte Armaturenbrett-Zierleisten. CUPRA fertigt die Sitzbezüge mithilfe von 3D-Stricktechnik.
Sportreifen kosten Reichweite
Der Raval VZ nutzt eine NMC-Batterie mit einer Nettokapazität von 52 kWh. Damit kommt die Standardversion mit einer Ladung bis zu 439 km weit.
Die Reichweite der ABT-Sonderedition ist auf 386 Kilometer begrenzt. Das sind 53 km oder rund zwölf Prozent weniger. CUPRA führt den Rückgang auf die serienmäßig montierten, 235 mm breiten Sportreifen des VZ CUSTOM by ABT zurück.
Für ein Auto mit relativ kleiner Batterie ist das ein durchaus erheblicher Kompromiss. Der bessere Grip geht zulasten der Reichweite, obwohl Motorleistung und Beschleunigungswerte unverändert bleiben.
Der Raval ist 4.046 mm lang und hat einen Kofferraum mit 441 Litern Fassungsvermögen. Damit bietet der kleine Stromer beträchtliche Alltagstauglichkeit, auch wenn die sportlichere Ausstattung ihn nicht unmittelbar zu einem besseren Familienauto macht.
Das Fahrwerk spricht stärker für den Raval
Anders als die Designelemente von ABT wirkt sich die Technik des VZ deutlich direkter auf das Fahrverhalten aus.
Der Raval nutzt die Elektroplattform MEB+ des Volkswagen-Konzerns, die CUPRA jedoch auf einen sportlicheren Charakter abgestimmt hat. Er liegt 15 mm tiefer als andere Modelle auf derselben Plattform und hat eine um 10 mm breitere Spur. Hinzu kommen eine Progressivlenkung und ein speziell abgestimmtes Fahrwerk.
Der VZ ist mit DCC Sport ausgestattet: Die elektronisch geregelten Dämpfer bieten 15 Abstufungen der Dämpfung.
Noch wichtiger ist die elektromechanische Differenzialsperre e-VAQ an der Vorderachse. Eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung hilft dabei, das Drehmoment an das Rad mit dem besseren Grip zu leiten und so Traktionsverluste beim Herausbeschleunigen aus Kurven zu verringern. Ergänzt wird das System durch die elektronische Schlupfregelung e-LSD.
Zusammen mit steiferen Lenkungsgelenken und 235 mm breiten Reifen dürfte diese Abstimmung das Fahrverhalten des frontgetriebenen Elektroautos verbessern, insbesondere in schnellen Kurven.
Hier liegt der eigentliche Kern des sportlichen Charakters des Raval. Spoiler verändern zwar sein Erscheinungsbild, doch in Kurven bestimmen vor allem Reifen, Differenzial und Fahrwerk das Ergebnis.
Raval ist CUPRAs bislang erfolgreichster Modellstart
Der Marktstart des Raval hat die ursprünglichen Erwartungen des Herstellers übertroffen. Seit April hat CUPRA weltweit mehr als 51.000 Bestellungen erhalten – mehr als doppelt so viele wie zunächst prognostiziert.
Rund 15.000 Autos wurden an Kunden ausgeliefert. In Spanien ließen Käufer in den ersten vier Verkaufsmonaten 1.192 Raval zu.
Diese Ergebnisse geben CUPRA Anlass, die Modellpalette zu erweitern. Wie groß die Nachfrage nach der ABT-Sonderedition tatsächlich ist, wird sich allerdings erst nach dem Verkaufsstart zeigen.
Auf dem europäischen Markt konkurriert der Raval vor allem mit sportlichen kleinen Elektroautos, darunter dem Alpine A290. Seine praktische Karosserie und sein überzeugendes Fahrwerk könnten sich für CUPRA als Vorteile erweisen, doch der Preis spielt in diesem Segment eine wichtige Rolle.
In der Pressemitteilung des Herstellers wird kein Preis für die ABT-Sonderedition in Spanien genannt. Ob sie auch in anderen europäischen Märkten erhältlich sein wird, bestätigt CUPRA nicht.
Der Raval VZ CUSTOM CUPRA by ABT bleibt damit ein recht klassisches Tuningpaket: Das Auto sieht sportlicher aus, fährt aber genauso schnell und kommt mit einer Ladung weniger weit. Immerhin beruht sein sportliches Fahrverhalten nicht allein auf Designelementen.