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Neuer Hyundai Tucson erzielt Bestellrekord in Südkorea – Hybrid vor Benziner

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 22.10.2026

Der Hyundai Tucson der fünften Generation ist in Südkorea mit einem Rekordergebnis in den Verkauf gestartet. In den ersten 24 Stunden gingen 15.045 Bestellungen ein – knapp 39 Prozent mehr als beim Debüt des Vorgängers. Noch aufschlussreicher ist die Wahl des Antriebs: Erstmals in der Geschichte des Tucson entschied sich die Mehrheit der Kunden für den Hybrid statt für den herkömmlichen Benziner, obwohl das neue Modell deutlich mehr kostet als sein Vorgänger.

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Hybrid erstmals vorn

Laut Hyundai übertraf der neue Tucson den Rekord des Modells der vierten Generation vom September 2020. Damals gingen am ersten Tag 10.842 Bestellungen ein.

55 Prozent der Kunden entschieden sich für den Tucson Hybrid; bei der Vorgängergeneration lag der Hybridanteil bei 48 Prozent. Käufer sehen den elektrifizierten Antrieb damit inzwischen eher als bevorzugte Wahl denn als teurere Alternative.

Auch die Verteilung auf die Ausstattungslinien ist interessant. Für die teuerste Linie Inspiration entschieden sich 44 Prozent der Käufer, gegenüber 29 Prozent bei der Vorgängergeneration. Auf das Einstiegsmodell H-Pick entfielen 33 Prozent der Bestellungen, auf die mittlere Linie Exclusive 22 Prozent.

Die robuster gestaltete Variante XRT kam lediglich auf ein Prozent der Bestellungen. Zumindest auf dem Heimatmarkt scheinen markantere Schutzverkleidungen und ein kräftigerer Auftritt die Käufer kaum zu überzeugen.

Die Rekordzahl an Bestellungen deutet auf großes anfängliches Interesse hin, bedeutet aber noch nicht, dass ebenso viele Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert wurden.

Stärkerer Hybrid verbraucht weniger Kraftstoff

In Südkorea umfasst das Angebot für den neuen Tucson zwei Antriebsvarianten auf Basis eines 1,6-Liter-Turbobenziners.

Der herkömmliche Benziner leistet nun 142 kW und liefert 265 Nm Drehmoment. Die Leistung ist um rund 10 kW gestiegen. Zugleich hat Hyundai das bisherige Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe durch eine Achtgang-Automatik ersetzt.

Die Systemleistung des Hybrids ist auf 180 kW gestiegen, rund 7 kW mehr als beim Vorgänger. Hyundai hat außerdem die Rekuperation und die Aerodynamik verbessert. Der Durchschnittsverbrauch liegt im koreanischen Testzyklus bei 5,7 l/100 km. Dieser Wert gilt für die frontgetriebene Version mit 17-Zoll-Rädern und lässt sich nicht unmittelbar mit europäischen WLTP-Werten vergleichen.

Der nach sechs Jahren komplett neu gestaltete Tucson ist auch größer geworden. Die koreanische Version hat in der Länge um 60 mm und in der Breite um 40 mm zugelegt, der Radstand ist um 30 mm gewachsen. Das Kofferraumvolumen beträgt nun 645 Liter, während der Öffnungswinkel der hinteren Türen von 73 auf 83 Grad gestiegen ist.

Hyundai hat die selbsttragende Karosserie verstärkt, die Aufhängungspunkte des Fahrwerks überarbeitet und die Geräuschdämmung verbessert.

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Höhere Preise schrecken Käufer bislang nicht ab

In Südkorea beginnt der Preis für den Tucson mit Benzinmotor bei umgerechnet etwa 21.100 Euro. Für den Hybrid verlangt Hyundai mindestens umgerechnet 24.300 Euro; bei diesem Preis sind lokale Steuervergünstigungen bereits berücksichtigt.

Der Einstiegspreis liegt rund ein Zehntel über dem des Vorgängers. Allerdings hat Hyundai mehrere bislang aufpreispflichtige Ausstattungsmerkmale zum Standard gemacht.

Schon der günstigste Tucson bietet das Infotainmentsystem Pleos Connect, neun Airbags, Kameras für eine Rundumsicht, Parkassistenzsysteme und eine erweiterte Auswahl an Fahrerassistenzsystemen.

Die Topversion ergänzt das Angebot um ein 17-Zoll-Zentraldisplay, einen verbesserten Autobahnassistenten und zwei kabellose Ladeplätze für Smartphones.

Die ersten Bestellzahlen deuten darauf hin, dass für einen großen Teil der koreanischen Käufer die umfangreichere Ausstattung schwerer wiegt als der höhere Preis.

Tucson tritt in Europa gegen RAV4 und Tiguan an

Auch für Europa ist der neue Tucson ein wichtiges Modell. Hyundai stellte die europäische Version im Oktober auf dem Pariser Autosalon vor und wird 2027 mit dem Verkauf beginnen.

Der europäische Tucson unterscheidet sich vom koreanischen Modell sowohl bei den Abmessungen als auch bei den Antrieben. Für Europa bietet Hyundai einen Vollhybrid mit 180 kW und einen Plug-in-Hybrid mit 215 kW an. Dessen 17,1-kWh-Batterie ermöglicht nach vorläufigen Angaben eine elektrische Reichweite von bis zu 81 km. Die europäische Version bietet nach der VDA-Messnorm bis zu 695 Liter Kofferraumvolumen.

Produziert wird der Tucson im tschechischen Hyundai-Werk; Preise wurden noch nicht bekannt gegeben.

Die wichtigsten Konkurrenten des Tucson bleiben der Toyota RAV4, der Volkswagen Tiguan und der Kia Sportage. Alle drei sind starke Wettbewerber. Ein erfolgreicher Verkaufsstart in Südkorea garantiert daher nicht automatisch ein gleiches Ergebnis in Europa.

Der Preis wird zur größten Bewährungsprobe für die neue Generation. Hyundai muss zeigen, dass leistungsstärkere Hybride, ein geräumigerer Innenraum und eine umfangreichere Ausstattung den Preisanstieg auch außerhalb des Heimatmarkts rechtfertigen.