1/3 Škoda Octavia erstmals als Vollhybrid: Verbrauch ab 4,3 l/100 km
Der Škoda Octavia erhält erstmals einen Vollhybridantrieb, der kurze Strecken rein elektrisch und ohne Laden an einer Steckdose zurücklegen kann. Das neue System gibt es mit 100 und 125 kW Systemleistung. Der offizielle WLTP-Verbrauch beginnt bei 4,3 l/100 km.
Bei Geschwindigkeiten bis 60 km/h fährt der Octavia häufig wie ein Elektroauto
Der neue Antrieb besteht aus einem 1,5-Liter-TSI-evo2-Benziner, zwei Elektromotoren, einem einstufigen Automatikgetriebe und einer NMC-Batterie mit 1,6 kWh Kapazität.
Der kleinere Elektromotor mit 110 kW arbeitet hauptsächlich als Generator und startet den Benzinmotor. Der 125 kW starke Fahrmotor treibt die Vorderräder an und gewinnt beim Bremsen Energie zurück.
Bis etwa 60 km/h nutzt das System bevorzugt den seriellen Hybridbetrieb. Dabei treibt der Benzinmotor die Räder nicht direkt an, sondern erzeugt bei Bedarf über den Generator Strom für den Elektromotor. Bei höheren Geschwindigkeiten verbindet eine Kupplung den Benzinmotor über eine feste Übersetzung direkt mit den Vorderrädern.
Dieses Prinzip ähnelt dem e-System von Honda: Im Stadtverkehr erzeugt der Verbrennungsmotor einen Großteil der Zeit Strom, bei höheren Geschwindigkeiten ist er direkt mit den Rädern verbunden. Der Honda Civic e verbraucht nach WLTP ab 4,7 l/100 km und leistet 135 kW.
Bis zu etwa zwei Kilometer rein elektrisch
Der Octavia hält den Ladezustand seiner 1,6-kWh-Batterie automatisch zwischen 40 und 90 Prozent. Rein elektrisch beträgt die Reichweite etwa zwei Kilometer.
Das ist nicht viel, muss es aber auch nicht sein. Ein Vollhybrid soll nicht Dutzende Kilometer rein elektrisch fahren. Stattdessen nutzt er eine kleine Batterie, um beim Beschleunigen im Stadtverkehr zu unterstützen, Bremsenergie zu speichern und den Benzinmotor möglichst effizient zu betreiben.
Externes Laden ist nicht nötig.
Zwei Leistungsstufen, gleiche elektrische Komponenten
Das Basismodell nutzt einen 1,5-TSI-Motor mit 96 kW und erreicht eine Systemleistung von 100 kW. In der stärkeren Version leistet der Benzinmotor 110 kW, die gesamte Systemleistung beträgt 125 kW.
Elektromotoren und Batterie sind bei beiden Versionen gleich. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 180 km/h begrenzt.
Škoda hat aus dem Vollhybrid also keine Sportversion gemacht. Sein wichtigstes Verkaufsargument ist der niedrigere Kraftstoffverbrauch, insbesondere im Stadtverkehr und bei gemischter Nutzung.
Der Hybrid kostet Kofferraumvolumen
Der Platzbedarf von Batterie und Hybridkomponenten bringt einen deutlich spürbaren Kompromiss mit sich.
Der Kofferraum der Limousine fasst 460 Liter, bei umgeklappten Sitzen sind es 1400 Liter. Beim Combi liegen die entsprechenden Werte bei 485 und 1540 Litern. Für den Hybrid sind weder ein Reserverad noch ein höhenverstellbarer Kofferraumboden bestellbar. Auch ein tiefergelegtes Sportfahrwerk und das Schlechtwegepaket sind nicht erhältlich.
Das Kofferraumvolumen zählt seit jeher zu den größten Stärken des regulären Octavia. Hier macht sich der Kompromiss für die zusätzliche Hybridtechnik am deutlichsten bemerkbar.
Mit 4,3 l/100 km tritt der Octavia direkt gegen Toyota und Honda an
Mit dem Vollhybrid steigt Škoda in ein Segment ein, das Toyota seit Jahren dominiert und in dem Honda ein technisch recht ähnliches seriell-paralleles Hybridsystem einsetzt.
Ein Vorteil des Octavia ist die Wahl zwischen zwei Karosserievarianten. Der neue Antrieb wird sowohl für die Limousine als auch für den Combi angeboten. Damit hat Škoda auf dem europäischen Markt ein starkes Argument in Sachen Alltagstauglichkeit. Vollhybrid-Kombis sind in dieser Preisklasse nicht gerade zahlreich.
Die ersten Fahrzeuge sollen im Dezember 2026 bei den Kunden ankommen.