1/5 Xiaomis Vision Gran Turismo mit 1.900 PS kommt im Oktober in Gran Turismo 7
Xiaomi hat ein neues Video seines elektrischen Vision-Gran-Turismo-Hypercars veröffentlicht, das im Oktober in Gran Turismo 7 erscheint. Das Konzeptfahrzeug leistet rund 1.400 kW und verfügt über eine 900-Volt-Elektroarchitektur, Allradantrieb und eine extrem aerodynamisch geformte Karosserie. Xiaomi plant keine Serienfertigung, doch das Auto zeigt, wie das Unternehmen das technische Image seiner Elektrofahrzeuge verändern will.
Gran Turismo bekommt seinen ersten Xiaomi Vision GT
Die Zusammenarbeit zwischen Xiaomi und Gran Turismo begann 2025. Im März 2026 zeigte das Unternehmen auf dem Mobile World Congress in Barcelona erstmals ein Modell des Vision Gran Turismo in Originalgröße.
Polyphony Digital zeigte beim Lauf der Gran Turismo World Series in Singapur erstmals ein neues Video des Fahrzeugs im Spiel. Der Vision GT wird mit dem Spec-IV-Update in Gran Turismo 7 aufgenommen. Der erste Teil des Updates erscheint am 15. Oktober und bringt sechs neue Autos sowie die Rennstrecke Sportsland SUGO ins Spiel.
Xiaomi ist die erste chinesische Automarke und das erste Technologieunternehmen im Vision-Gran-Turismo-Projekt. Der Vision GT ist das 51. Konzeptfahrzeug des Projekts.
Rund 1.400 kW elektrische Leistung
Die technische Grundlage des Vision Gran Turismo ist eine 900-Volt-Elektroarchitektur auf Siliziumkarbidbasis. Xiaomi nennt eine Leistung von rund 1.900 PS, entsprechend etwa 1.400 kW.
Das Konzeptfahrzeug hat Allradantrieb, und seine Fahrleistungen bewegen sich eindeutig im Bereich rein virtueller Hypercars. In Entwicklungsmaterialien ist von einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in weniger als zwei Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von über 350 km/h die Rede. Diese Werte sind jedoch als Simulationswerte zu verstehen, nicht als Ergebnisse eines homologierten Serienautos.
Genau darum geht es beim Vision-Gran-Turismo-Projekt: Hersteller können die Zwänge durch Preis, Homologation und Serienfertigung beiseitelassen und Technik in extremerer Form zeigen.
Die Karosserie dient als ein großer Luftkanal
Xiaomi beschreibt den Vision GT als „vom Wind geformtes“ Auto. Die tropfenförmige Fahrgastzelle liegt tief in der Karosserie, während die Luft durch großflächige Kanäle an den Seiten und am Heck strömt. Auch das ringförmige Heckleuchtenband dient als großer Luftauslass. Ziel ist nicht allein ein geringer Luftwiderstand. Der Vision GT nutzt seine gesamte Karosseriestruktur, um Abtrieb zu erzeugen und so den Bedarf an einem herkömmlichen, riesigen Heckflügel zu verringern.
Xiaomi hat außerdem ein Radkonzept mit feststehenden äußeren Abdeckungen gezeigt, die Verwirbelungen an den Rädern verringern sollen.
Der SU7 Ultra war erst der Anfang
Der Vision GT ist nicht Xiaomis erste Verbindung zu Gran Turismo. Der SU7 Ultra kam bereits zuvor ins Spiel und wurde damit zum ersten chinesischen Auto in der Geschichte von Gran Turismo.
Diese Verbindung ist kein Zufall. Xiaomi nutzt den SU7 Ultra bereits, um die Leistungsfähigkeit seiner Elektroantriebe in der realen Welt zu demonstrieren. Der Vision GT führt denselben Gedanken ohne diese Beschränkungen weiter. Es hat wenig Sinn, darin das nächste Verkaufsmodell zu suchen. Interessanter ist die Frage, welche Lösungen später in Serienautos Einzug halten könnten: eine 900-Volt-Elektroarchitektur, Leistungselektronik auf Siliziumkarbidbasis, aktive Aerodynamik und immer leistungsstärkere Elektromotoren.
Gran Turismo ermöglicht Xiaomi, was ein Serienauto nicht kann
Der Vision GT muss weder europäische Anforderungen an den Fußgängerschutz erfüllen noch Kofferraum bieten, die Produktionskosten niedrig halten oder herkömmlichen Ergonomiestandards entsprechen.
Sein Wert liegt daher eher darin, eine technische Richtung aufzuzeigen, als in der Leistungsangabe von 1.900 PS.
Xiaomi will beweisen, dass es längst nicht mehr nur ein Smartphonehersteller ist, der mit dem Autobau begonnen hat. SU7 und YU7 sorgen für Absatz, während der Vision Gran Turismo der Marke einen technologischen Ruf verschaffen soll. Das ist erwähnenswert, denn der Aufbau eines Images gehört zu den schwierigsten Aufgaben für Chinas neue Automarken. Xiaomi nutzt Gran Turismo dafür weit geschickter, als es mit einem weiteren statischen Konzeptfahrzeug auf einer Automesse möglich wäre.