BYD-Hypercar verunglückt bei knapp 450 km/h auf Teststrecke
Das elektrische Hypercar Yangwang U9 Xtreme des chinesischen Autokonzerns BYD ist bei Hochgeschwindigkeitstests schwer verunglückt. Der Wagen geriet außer Kontrolle, prallte gegen eine Streckenbegrenzung und wurde so stark beschädigt, dass sich das Heck vom übrigen Fahrzeug trennte. Der Fahrer blieb Berichten zufolge unverletzt und konnte das Auto ohne Hilfe verlassen. Der Unfall ereignete sich, während BYD einen Versuch vorbereitet, die Marke von 500 km/h zu durchbrechen.
Schwerer Unfall vor Rekordversuch
Nach Informationen von CarNewsChina ereignete sich der Unfall auf einer abgesperrten Teststrecke in China. Ein den Medien zugänglich gemachtes Video zeigt, wie der Yangwang U9 Xtreme bei hoher Geschwindigkeit außer Kontrolle gerät und gegen eine Sicherheitsbarriere prallt.
Der Aufprall zerstörte große Teile der Karosserie und riss das Heck vom übrigen Fahrzeug ab. Die Sicherheitsstruktur der Fahrgastzelle behielt jedoch ihre Form und schützte den Fahrer vor schwereren Folgen.
Die genaue Geschwindigkeit und die Ursache des Unfalls sind unbekannt. Daher lässt sich nicht bestätigen, dass der Wagen beim Aufprall 500 km/h schnell war. BYD hat sich auch nicht dazu geäußert, ob der Unfall den Zeitplan für den nächsten Rekordversuch beeinflusst.
2220 kW und der Geschwindigkeitsrekord für Serienfahrzeuge
Der Yangwang U9 Xtreme verfügt über vier Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 2220 kW. Sein elektrisches System basiert auf einer 1200-Volt-Architektur; die Batterie mit 80 kWh Kapazität ermöglicht eine außergewöhnlich hohe Entladerate von bis zu 30C.
Im September vergangenen Jahres erreichte der U9 Xtreme auf der Teststrecke in Papenburg eine Höchstgeschwindigkeit von 496,22 km/h und übertraf damit den bisherigen Wert des Bugatti Chiron Super Sport 300+ von 490,48 km/h.
BYD plant für November einen weiteren Versuch in Dubai, um die Marke von 500 km/h zu durchbrechen. Dafür benötigt das Unternehmen eine geeignete Strecke von etwa 15 Kilometern Länge. Den endgültigen Ort und Termin hat es jedoch noch nicht öffentlich bestätigt.
Bei 500 km/h wird jeder Fehler kritisch
Bei 500 km/h legt ein Auto in einer Sekunde fast 139 Meter zurück. Bei diesem Tempo werden die aerodynamischen Kräfte, die Belastungen der Reifen und die Folgen selbst kleinster Probleme mit dem Fahrverhalten außergewöhnlich groß.
Der U9 Xtreme fährt auf speziellen GitiSport-Semislicks und verfügt über ein Aerodynamikpaket mit großem Heckflügel. Diese Komponenten müssen bei Geschwindigkeiten für Stabilität sorgen, die die meisten Serienfahrzeuge nie erreichen werden.
Die tatsächliche Unfallursache muss noch geklärt werden. Der Unfall zeigt jedoch, wie schwierig es ist, im Kampf um den absoluten Geschwindigkeitsrekord die letzten Kilometer pro Stunde herauszuholen.
Auf dem europäischen Hypercar-Markt konkurriert Yangwang vor allem mit Bugatti, Koenigsegg und Rimac. BYD hat bereits bewiesen, dass chinesische Elektrotechnik mit den schnellsten Autos der Welt mithalten kann. Nun muss das Unternehmen zeigen, dass außergewöhnliche Leistung mit Stabilität und Sicherheit einhergeht.
Das Bemerkenswerteste an diesem Unfall ist nicht das zerstörte Auto, sondern der unverletzte Fahrer. Auch wenn die genauen Umstände des Aufpralls unbekannt sind, zeigt die intakt gebliebene Fahrgastzelle, wie wichtig eine robuste Sicherheitsstruktur bei Hypercars ist.