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Range Rover streicht seine beiden günstigsten Modelle und setzt auf höhere Preise

Range Rover Velar (Foto: Range Rover)
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Range Rover wird die Produktion von Evoque und Velar 2027 einstellen und plant für keines der beiden Modelle einen direkten Nachfolger. An ihre Stelle soll der deutlich teurere Range Rover GT treten, der voraussichtlich rund 100.000 Euro kosten wird. Die Entscheidung markiert einen bedeutenden Strategiewechsel: Der britische Hersteller verabschiedet sich von kleineren SUVs mit höheren Stückzahlen und konzentriert sich auf Exklusivität und Profitabilität.

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Zwei beliebte Modelle verabschieden sich gleichzeitig

Range-Rover-Chef Martin Limpert bestätigte gegenüber der britischen Publikation Autocar, dass Evoque und Velar das Ende ihres Modellzyklus erreicht haben. Die Produktion beider Modelle wird im Laufe des Jahres 2027 enden; neue Generationen sind nicht vorgesehen.

Der Evoque kam 2011 erstmals auf den Markt und wurde schnell zu einem der erfolgreichsten Modelle der Marke. In seinen besten Jahren wurden weltweit jährlich mehr als 100.000 Fahrzeuge verkauft.

Der Velar kam 2017 auf den Markt, um die Lücke zwischen Evoque und Range Rover Sport zu schließen. Beide Modelle ermöglichten Kunden den Einstieg in die Marke Range Rover zu einem deutlich niedrigeren Preis als dem des Topmodells.

Neuer Range Rover GT hebt das Preisniveau an

Künftig wird die Range-Rover-Modellpalette aus drei Kernbaureihen bestehen: Range Rover, Range Rover Sport und dem neuen Range Rover GT.

Letzterer soll ein luxuriöser Gran Turismo mit einer niedrigeren, sportlicheren Karosserie als bisher werden. Zuerst kommt eine rein elektrische Version auf den Markt, die technische Architektur lässt künftig aber auch Hybridantriebe zu.

Der GT dürfte in Großbritannien rund 90.000 Pfund kosten, umgerechnet etwa 103.000 Euro. Zum Vergleich: In Großbritannien beginnt der Preis für den Evoque derzeit umgerechnet bei rund 52.000 Euro, für den Velar bei 65.000 Euro.

Der Einstiegspreis in die Marke Range Rover wird damit deutlich steigen. Die endgültigen Preise für den GT stehen allerdings noch nicht fest.

Defender und Discovery übernehmen die Rolle der kleineren Modelle

Der Wandel geht auf die neue „House of Brands“-Strategie von JLR zurück, mit der der Konzern Range Rover, Defender und Discovery zu eigenständigeren Automarken entwickelt.

Range Rover soll sich auf Luxus konzentrieren, Defender auf Geländetauglichkeit und Discovery auf praktische Familienautos.

JLR bereitet einen kleineren Defender Sport vor, um Kunden des Evoque anzusprechen. Die Discovery-Modellfamilie soll ihrerseits günstigere Alternativen zu bestehenden Range-Rover-Modellen bieten.

JLR zieht sich damit nicht zwangsläufig aus dem Markt für kleinere SUVs zurück, sondern lenkt die Käufer zu seinen anderen Marken.

Profitabilität hat Vorrang vor Stückzahlen

Die Entscheidung von Range Rover folgt einem in der Luxusautoindustrie zunehmend erkennbaren Trend. Hersteller bevorzugen es, weniger, dafür teurere Fahrzeuge zu verkaufen, mit denen sich höhere Gewinne erzielen lassen.

Der Evoque erschloss Range Rover seinerzeit eine völlig neue Kundengruppe, doch sein Erfolg machte die Marke auch alltäglicher. JLR will Range Rover nun wieder als exklusive Luxusmarke positionieren.

In Europa wird der Wegfall von Evoque und Velar den Wettbewerbern mehr Raum lassen. BMW mit X1 und X3, Mercedes-Benz mit GLA und GLC sowie Audi mit Q3 und Q5 werden in ihren jeweiligen Modellpaletten weiterhin vergleichsweise erschwingliche Luxus-SUVs anbieten.

Das größte Risiko der Range-Rover-Strategie besteht darin, neue Kunden zu verlieren. Der Evoque bot vielen Käufern den ersten Kontakt mit der Marke und ermöglichte ihnen, später auf teurere Modelle umzusteigen. Fällt diese Möglichkeit weg, muss JLR darauf hoffen, dass Defender und Discovery dieselbe Rolle übernehmen können.

Range Rover tritt damit in eine neue Ära ein, in der hohe Stückzahlen nicht mehr das wichtigste Ziel sind. Die Frage ist, ob größere Exklusivität den Verzicht auf den Verkauf Tausender günstigerer Autos wettmachen kann.