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Range Rover Sport Electric: 404 kW, 850 Nm und 609 km Reichweite
Range Rover hat den ersten vollelektrischen Sport vorgestellt. Zwei Elektromotoren mit jeweils 260 kW, eine 118,5-kWh-Batterie und eine 800-Volt-Architektur ermöglichen eine Systemleistung von bis zu 404 kW und 850 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt das große SUV in rund 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die WLTP-Reichweite beträgt bis zu 609 km. Entscheidend ist jedoch weniger die Längsdynamik als die umfassende Überarbeitung des Fahrwerks, mit der JLR den gewohnten Charakter des Range Rover Sport auch mit Elektroantrieb bewahren will.
Zwei Motoren und mehr Drehmoment als der V8
Der Range Rover Sport Electric hat an Vorder- und Hinterachse jeweils einen Elektromotor mit 260 kW. Im Modus Dynamic Launch liefern sie zusammen 404 kW und 850 Nm. Das Drehmoment liegt damit auch über dem des Range Rover Sport SV mit Verbrennungsmotor.
Der Hersteller gibt die Beschleunigung von 0 auf 60 mph mit 4,3 Sekunden an. Das entspricht für den Sprint von 0 auf 100 km/h ungefähr 4,5 Sekunden. Der Sport Electric soll damit kein elektrischer Ersatz für den SV sein, bietet aber für ein fast 2,7 Tonnen schweres Luxus-SUV reichlich Leistung.
Range Rover setzt beim Elektroantrieb auf einen virtuellen Allradantrieb. Das System kann das Drehmoment zwischen Vorder- und Hinterachse deutlich schneller verteilen als ein mechanischer Allradantrieb. Laut Hersteller spricht der Sport Electric zudem schneller auf das Fahrpedal an als der größere Range Rover Electric.
118,5-kWh-Batterie ermöglicht bis zu 609 km
Unter dem Fahrzeugboden sitzt eine Lithium-Ionen-Batterie mit 118,5 kWh Kapazität. Die maximale Reichweite beträgt nach WLTP 609 km. Range Rover selbst schätzt die realistische Reichweite im Alltag auf rund 515 km.
Die Batterie nutzt eine 800-Volt-Architektur. Unter idealen Bedingungen lassen sich beim Schnellladen in zehn Minuten bis zu 220 km WLTP-Reichweite nachladen.
JLR setzt außerdem auf eine sogenannte Split-Charging-Lösung. Damit lässt sich die 800-Volt-Batterie an 400-Volt-Ladeinfrastruktur laden, ohne dass ein separater, großer und schwerer Spannungswandler nötig ist. Dazu wird die Batterie für den Ladevorgang praktisch in zwei 400-Volt-Bereiche aufgeteilt. Das spart Gewicht und Bauraum und erhält die Kompatibilität mit älterer Ladeinfrastruktur.
Die Elektroversion ist steifer als der Plug-in-Hybrid
Die große Batterie bringt dem Range Rover Sport nicht nur Nachteile. Die Elektroversion hat einen niedrigeren Schwerpunkt als der Plug-in-Hybrid; zugleich ist die Karosserie verwindungssteifer.
Range Rover kombiniert ein adaptives Fahrwerk mit Twin-Valve-Dämpfern, Luftfederung und einer elektronisch geregelten aktiven Wankstabilisierung. Die Hinterräder lenken um bis zu 7,3 Grad mit. Das verbessert die Manövrierbarkeit bei niedrigem Tempo und die Stabilität bei hoher Geschwindigkeit.
Hier muss sich der Sport Electric vom größeren Range Rover Electric unterscheiden. Beide nutzen ähnliche Elektrotechnik, doch der Sport erhält eine straffere Fahrwerksabstimmung und eine schnellere Drehmomentregelung. Range Rover will die bisherige Rollenverteilung der Modelle auch dann bewahren, wenn Wechselrichter und Elektromotoren das Dröhnen des V8 ersetzen.
900 mm Wassertiefe und 45 Grad Steigung
Bei der Geländetauglichkeit des elektrischen Sport hat Range Rover keine Abstriche gemacht. Das Fahrzeug kann bis zu 900 mm tiefes Wasser durchfahren und eine Steigung von 45 Grad bewältigen. Der Hersteller erprobte es unter anderem in den Carrara-Marmorsteinbrüchen in Italien.
Im Gelände bietet der Elektroantrieb sogar einen Vorteil: Das Drehmoment der Elektromotoren lässt sich sehr präzise dosieren, ohne Gangwechsel oder die Drehzahl eines Verbrennungsmotors berücksichtigen zu müssen. JLR setzt eine neue Traktionsregelung ein, die die Motoren direkt steuert und auf wechselnde Radhaftung schneller reagiert als ein herkömmliches, bremsbasiertes System.
Äußerlich stellt der Sport Electric seinen Antrieb nicht auffällig zur Schau. Vom regulären Sport unterscheidet er sich vor allem durch den aerodynamisch optimierten Kühlergrill und die aerodynamisch optimierten Räder. Das ist Absicht: Der elektrische Sport soll ein Range Rover Sport bleiben und nicht zu einem eigenständigen Elektro-Untermodell werden.
Ein starker, aber schwerer Rivale für den Porsche Cayenne Electric
In Europa wird der Sport Electric bald auf den Porsche Cayenne Electric treffen. Seine 404 kW sind unter heutigen leistungsstarken Elektro-SUV kein außergewöhnlicher Wert. Mit 609 km WLTP-Reichweite, 800-Volt-Architektur und 900 mm Wattiefe deckt der Range Rover jedoch ein deutlich breiteres Einsatzspektrum ab.
In Großbritannien beginnt der Preis für den Range Rover Sport Electric bei 109.810 £. Zum Angebot gehören die Versionen Dynamic SE, Dynamic HSE, Autobiography und First Edition. Bestellungen werden bereits angenommen.
Für Range Rover ist das Modell strategisch wichtig. Der Sport Electric folgt nur wenige Wochen auf die Vorstellung des größeren Range Rover Electric. Die bestehenden Benzin-, Diesel- und Plug-in-Hybridversionen bleiben jedoch im Programm. JLR zwingt europäische Sport-Kunden damit nicht zum Wechsel des Antriebs, sondern ergänzt die bisherigen Optionen um eine Elektroversion.