Toyota-Mechaniker geht nach Streit um 0,8 Vorgabestunden
Ein Mechaniker eines Toyota-Autohauses in Florida schied nach elf Jahren aus, nachdem ihm für den Austausch des Kraftstofftanks an einem Toyota Tundra aus dem Jahr 2019 nur 0,8 Stunden nach Vorgabezeit angerechnet worden waren. Nach Angaben des Mechanikers waren für dieselbe Arbeit bei einem vom Kunden bezahlten Auftrag 2,3 Stunden vorgesehen, bei einer Toyota-Garantiereparatur 1,4 Stunden.
Von 2,3 auf 0,8 Stunden
Die Kosten für die Reparatur sollte ein Drittanbieter für Garantieverlängerungen übernehmen, der jedoch nur 0,8 Stunden Arbeitszeit anerkannte.
Verglichen mit den 2,3 Stunden für einen vom Kunden bezahlten Auftrag sind das rund 65 Prozent weniger vergütete Arbeitszeit. Die Reparatur selbst wird dadurch nicht einfacher: Für den Austausch des Kraftstofftanks eines Toyota Tundra muss der große Tank ausgebaut werden. Zudem sind Leitungen zu trennen, und ein Teil der Arbeit erfolgt in gebückter Haltung unter dem Fahrzeug.
Bei der in US-Autohäusern üblichen Vergütung nach Vorgabezeiten werden Mechaniker nach festgelegten Arbeitsstunden bezahlt, nicht nach der tatsächlich aufgewendeten Zeit. Kürzt ein Garantieanbieter die anerkannte Arbeitszeit, kann die Differenz unmittelbar zulasten des Mechanikers gehen.
Ein TikTok-Video führte zu seinem Weggang
Der Mechaniker berichtete auf TikTok über den Vorfall. Das Video wurde binnen kurzer Zeit mehr als 700.000-mal aufgerufen. In einem weiteren Video sagte er, die Geschäftsleitung von Panama City Toyota habe ihn aufgefordert, den Beitrag zu löschen. Er weigerte sich und verließ seinen Arbeitsplatz.
Wichtig ist die Unterscheidung: Nicht die Toyota Motor Corporation hat ihn entlassen. Der Streit betraf ein bestimmtes US-Autohaus und einen Drittanbieter für Garantieverlängerungen.
Das Problem ist auch in Europa nicht unbekannt
Europäische Werkstätten verwenden nicht durchweg ein Vergütungssystem, das dem US-Modell mit Vorgabezeiten entspricht. Doch auch hier bestimmen die Arbeitszeitvorgaben der Hersteller die Berechnung von Garantiearbeiten und vom Kunden bezahlten Reparaturen.
Im Kern geht es in diesem Fall um eine einfache Frage: Wenn eine Reparatur denselben Arbeitsaufwand erfordert, der Kostenträger aber weniger Zeit vergütet, muss jemand die Differenz tragen. Trifft es den Mechaniker, ist der Weggang einer erfahrenen Fachkraft kaum überraschend.