1/35 Alfa Romeo Cuorerosso bringt den V6 zurück und überrascht mit Türen im Stil von Rolls-Royce
Alfa Romeo hat auf dem Pariser Autosalon die Studie Cuorerosso vorgestellt. Das viersitzige Sportcoupé verbindet hinten angeschlagene Türen mit der Aussicht auf einen 2,9-Liter-V6-Hybridantrieb. Der 4,7 Meter lange Gran Turismo zeigt, in welche Richtung sich das Design der italienischen Marke entwickeln könnte, und signalisiert, dass Alfa Romeo sportlichen Verbrennungsmotoren noch nicht den Rücken kehren will.
Ein viersitziges Coupé mit gegen die Fahrtrichtung öffnenden Türen
Der Cuorerosso ist nicht einfach nur eine weitere futuristische Fahrzeugstudie. Das Designzentrum von Alfa Romeo hat ihn entworfen, um zu zeigen, wie die nächste Generation der Sportwagen der Marke aussehen könnte.
Das Auto ist 4700 Millimeter lang, 1980 Millimeter breit und nur 1331 Millimeter hoch. Der Radstand beträgt 2930 Millimeter, das Gewicht gibt der Hersteller mit 1750 Kilogramm an.
Die flache Karosserie, die lange Motorhaube und das abrupt abgeschnittene Heck entsprechen den Proportionen klassischer italienischer Sportwagen. Die als Coda Tronca bezeichnete Heckgestaltung erinnert an historische Rennwagen von Alfa Romeo, der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei 0,28.
Am auffälligsten sind die Türen. Die hinteren Türen öffnen gegen die Fahrtrichtung, wie beim Rolls-Royce Ghost. Herkömmliche Türgriffe gibt es nicht; stattdessen lassen sich die Türen über berührungsempfindliche Schalter am Dach öffnen.
Laut offiziellen Informationen, die Alfa Romeo am 11. Oktober veröffentlichte, ermöglicht dieses Karosseriekonzept dem Cuorerosso, den Komfort eines viersitzigen Gran Turismo mit der Fahrdynamik eines Sportwagens zu verbinden.
V6-Hybridantrieb und Carbon-Keramik-Bremsen
Die interessanteste Nachricht betrifft den möglichen Antrieb. Für die sportlichste Ausführung des Cuorerosso sieht Alfa Romeo einen 2,9-Liter-V6-Vollhybrid vor. Er kombiniert den Verbrennungsmotor mit dem Allradantrieb Q4, einem Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler und einer Kardanwelle aus Carbon.
Leistung, Drehmoment und Beschleunigungswerte hat der Hersteller nicht bekannt gegeben. Auch eine Serienfertigung des V6-Hybridantriebs ist nicht bestätigt.
Das Fahrwerk verfügt über eine Luftfederung, für die Verzögerung sorgen Carbon-Keramik-Bremsen von Brembo. Bei der Lenkung wird die Verbindung zwischen Lenkrad und gelenkten Rädern elektronisch statt mechanisch hergestellt.
Alfa Romeo plant für künftige Modelle mehrere Antriebsvarianten, darunter rein elektrische Antriebe, Plug-in-Hybride und konventionelle Hybridsysteme. Damit gewinnt der Hersteller mehr Flexibilität, um auf die sich wandelnden Anforderungen des europäischen Marktes zu reagieren.
Im Innenraum treffen physische Bedienelemente auf Digitaltechnik
Der Innenraum des Cuorerosso bietet vier einzelne Sportsitze. Das Design des Armaturenbretts ist vom legendären Alfa Romeo 33 Stradale von 1967 inspiriert.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Instrumententafel „Cannocchiale Vivente“. Ihre beiden runden Instrumenteneinheiten lassen sich mithilfe eines elektromechanischen Systems zu einer einzigen kompakten Anzeige zusammenführen. So werden Informationen reduziert, die den Fahrer ablenken könnten.
Das „Magma Display“ in der Mittelkonsole verbindet einen Touchscreen mit einem Drehregler und physischen Bedienelementen. Drei Fahrmodi stehen zur Wahl: Cruise, Sport und Quadrifoglio.
Bei den Materialien setzt Alfa Romeo unter anderem auf Leder von Poltrona Frau, recycelte Carbonfasern und ein technisches Gewebe, das in Zusammenarbeit mit dem Segelteam Luna Rossa entwickelt wurde. Die markante Karosseriefarbe Liquid Ink Red wechselt je nach Lichteinfall zwischen tiefem Rot und beinahe Schwarz.
Cuorerosso gibt einen Ausblick auf Alfa Romeos Zukunft, doch eine Serienfertigung ist ungewiss
Auch wenn die Proportionen der Studie an eine mögliche nächste Generation der Giulia oder einen neuen GTV denken lassen, betont Alfa Romeo, dass der Cuorerosso kein konkretes Serienmodell vorwegnimmt.
Er soll vielmehr die künftige Designsprache und technische Ausrichtung der Marke vorgeben. Das betrifft vor allem Fahrzeuge mit einer Länge von bis zu 4,7 Metern, zu denen künftig auch sportliche Quadrifoglio-Versionen gehören könnten.
Für den europäischen Markt ist Alfa Romeos Entscheidung, unterschiedliche Antriebsoptionen beizubehalten, von Bedeutung. Um mit dem BMW M3 und den Sportmodellen von Mercedes-AMG konkurrieren zu können, braucht der italienische Hersteller mehr als eine auffällige Optik. Er benötigt auch überzeugende Fahrleistungen und Technik, die Fahrer gern nutzen.
Eines zeigt der Cuorerosso zumindest: Die Designer von Alfa Romeo haben nicht verlernt, ein Auto zu entwerfen, bei dem Passanten stehen bleiben. Nun müssen die Ingenieure zeigen, wie viel von diesem Mut tatsächlich auf die Straße kommt.