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Fiat plant, den Multiplay in Serie zu bringen und Vans wieder populär zu machen

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 21.10.2026

Fiat bereitet eine Rückkehr ins Van-Segment vor und erwägt die Entwicklung eines neuen Familienautos auf Basis der auf dem Pariser Autosalon vorgestellten Studie Multiplay. Das bis zu 4,5 Meter lange Modell würde das Raumangebot eines Vans mit der Optik eines SUV verbinden. Wird das Projekt zügig genehmigt, könnte ein Serienfahrzeug 2028 oder 2029 auf den Markt kommen.

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Fiat sieht ungenutztes Potenzial bei Vans

Arnaud Belloni, Leiter von Fiat, Abarth und Lancia, bestätigte gegenüber der britischen Publikation Autocar, dass die Entwicklung eines neuen Vans zu seinen persönlichen Prioritäten gehört. Belloni ist überzeugt, dass Fiat wieder ein praktisches Familienauto braucht und der Multiplay dafür eine geeignete Grundlage bietet.

Er glaubt, dass die Beliebtheit herkömmlicher SUV in den kommenden Jahren nachlassen könnte. Seiner Ansicht nach werden Käufer zunehmend Fahrzeuge schätzen, die ihre Außenmaße effizienter nutzen und einen flexibleren Innenraum bieten.

Fiats Chefdesigner François Leboine spricht von einer Ära nach dem SUV. Das neue Modell würde eine höhere Karosserie und einen kräftigen Auftritt beibehalten, zugleich aber die Alltagstauglichkeit eines Vans bieten.

Multiplay verwandelt ein Familienauto in einen Pick-up

Der Fiat Multiplay, der auf dem Pariser Autosalon debütierte, ist 4450 mm lang. Das auffälligste Merkmal der Studie ist ein verschiebbarer Heckbereich namens „Metamorfosi“. Damit lässt sich das geschlossene Familienauto in ein Fahrzeug mit offener Ladefläche verwandeln.

Laut Fiats offizieller Beschreibung nutzt das System einen Schiebemechanismus rund um die C-Säule. In seiner Standardkonfiguration bietet der Multiplay Platz für sechs Insassen und ein zusätzliches Sitzelement. Zum Pick-up umgebaut, behält er vier Sitze und erhält im Heck eine offene Ladefläche.

Die Idee knüpft an die Raumausnutzung des historischen Fiat Multipla an. Während der 1998 vorgestellte Multipla in einer weniger als vier Meter langen Karosserie sechs Personen Platz bot, lässt sich beim Multiplay zusätzlich die Funktion des Fahrzeugs verändern.

Die Serienversion könnte auf einige Merkmale verzichten

Ob der Multiplay in Serie geht, ist noch nicht sicher. Belloni schätzt, dass Fiat das Serienmodell bei einer Genehmigung innerhalb von zwei bis drei Jahren entwickeln könnte.

Die größte Frage betrifft die wandelbare Karosserie. Das verschiebbare Heckmodul erfordert eine komplexe Konstruktion, die ausreichende Steifigkeit, Crashsicherheit und Witterungsbeständigkeit gewährleisten muss. Ein solches System in einem erschwinglichen Familienauto einzusetzen, könnte die Entwicklungskosten deutlich erhöhen.

Fiat betrachtet den Multiplay derzeit in erster Linie als Erprobungsträger für künftige Lösungen und nicht als Prototyp eines konkreten Serienmodells.

Ein mögliches Serienfahrzeug könnte daher das Raumkonzept und die Gestaltungsprinzipien der Studie übernehmen, zugleich aber auf den aufwendigeren Karosseriemechanismus verzichten.

Fiat hat bislang weder Plattform noch Antriebe, Leistung oder Preisspanne des künftigen Modells bekannt gegeben.

Platz für ein praktisches Familienauto in Europa

Von den Abmessungen her würde der Multiplay in Europas Segment kompakter Familienautos passen. Der Dacia Jogger etwa ist rund 4550 mm lang und bietet bis zu sieben Sitzplätze. Fiat könnte also mit einem etwas kompakteren Auto antreten, das ähnlich viel Platz bietet.

Der Erfolg des Modells würde vor allem vom Preis und der Vielseitigkeit des Innenraums abhängen. Das Angebot klassischer Vans in Europa ist erheblich geschrumpft, weil die Hersteller profitablere SUV bevorzugen.

Die Nachfrage nach geräumigen Familienautos ist jedoch nicht verschwunden. Der Multiplay könnte Käufern eine Alternative bieten, die mehr Alltagstauglichkeit benötigen, als ein herkömmlicher Kompakt-SUV bieten kann.

Für Fiat wäre er zudem eine Gelegenheit, sich von der Konkurrenz abzuheben, ohne noch einen SUV zu entwickeln.