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Fiat presents Multiplay
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Fiat lässt den Geist des Multipla mit einer Mischung aus Pick-up und SUV aufleben

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 06.10.2026

Fiat bringt nicht den alten Multipla zurück auf den Pariser Autosalon. Stattdessen zeigt die Marke etwas deutlich Ungewöhnlicheres – und gerade deshalb Interessanteres. Der neue Multiplay ist eine Studie, die sich mit wenigen Handgriffen vom geschlossenen Familienauto in einen Pick-up mit offener Ladefläche verwandeln soll. Sein Name, die ausgeprägte Fixierung auf Platzangebot und die bewusste Abkehr vom Konventionellen verbinden ihn dennoch unmittelbar mit dem historischen Multipla.

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Fiat wird den Multiplay auf dem Pariser Autosalon vorstellen, der nächste Woche beginnt. Der Hersteller beschreibt ihn nicht nur als Konzeptfahrzeug, sondern als Projekt, das die Entwicklungsrichtung künftiger erschwinglicher Familienautos aufzeigt. Laut Fiat verbindet der Multiplay die offene Ladefläche eines Pick-ups und dessen praktische Vorzüge für Ausflüge mit dem Komfort und dem variabel gestaltbaren Innenraum eines SUV. Ein spezieller Mechanismus soll es ermöglichen, das Auto mit wenigen Handgriffen für den jeweils anderen Einsatzzweck umzurüsten.

Das klingt nach großen Marketingworten, doch die Idee selbst folgt einer Logik, die gut zu Fiat passt. Statt noch ein Crossover-Modell zu zeichnen, das etwas höher oder coupéartiger ausfällt, versucht Fiat, das Platzproblem durch eine veränderbare Karosserie zu lösen.

Der Name Multipla ist kein Zufall

Fiat selbst verweist auf zwei historische Autos, um den Hintergrund des Multiplay zu erklären.

Der Fiat 600 Multipla aus den 1950er-Jahren bot sechs Menschen Platz in einer Karosserie, die nur etwa 3,5 Meter lang war. Der 1998 vorgestellte Multipla schaffte das auf andere Weise: Er ordnete sechs Sitze in zwei Dreierreihen an und blieb dabei unter vier Metern Länge.

Das zweite dieser Modelle genießt heute Kultstatus. Die erste Generation des Multipla sah so ungewöhnlich aus, dass ihr Design die technische Raffinesse des Autos oft in den Hintergrund drängt. Sechs Erwachsene in zwei Reihen, eine sehr gute Rundumsicht, eine kurze Karosserie und ein geräumiger Innenraum waren Ende der 1990er-Jahre weitaus radikalere Lösungen, als man sich im heutigen SUV-Boom gern eingesteht.

Der Multiplay versucht, diese Idee in die 2020er-Jahre zu übertragen. Statt um sechs Sitze geht es nun vor allem um die Frage, ob ein Auto zugleich Familienwagen, Transportmittel für Freizeitausrüstung und leichtes Nutzfahrzeug sein kann.

Die Grenze zwischen Pick-up und SUV verschwimmt

Nach Fiats Beschreibung ist die variabel gestaltbare Heckpartie das wichtigste Element des Multiplay.

Genaue Konstruktionsdetails oder technische Zeichnungen hat der Hersteller bislang nicht veröffentlicht. Deshalb ist noch unklar, wie Fiat Steifigkeit, Abdichtung und Crashsicherheit gewährleisten will, wenn aus einem geschlossenen Fahrgastraum eine offene Ladefläche werden soll. Dieser Mechanismus dürfte bei der Premiere in Paris technisch besonders interessant sein.

Wollte Fiat eine solche Lösung in Serie bringen, wäre die selbsttragende Karosserie die größte Herausforderung. Eine Heckpartie, die sich öffnen oder abnehmen lässt, erfordert zusätzliche Verstärkungen, Verriegelungen und Dichtungen. Das erhöht Gewicht und Kosten – zwei Größen, die Fiat bei einem erschwinglichen Familienauto ausdrücklich im Griff behalten will.

Der Wert der Studie könnte daher weniger darin liegen, den gesamten Verwandlungsmechanismus unverändert auf den Markt zu bringen. Entscheidend könnte vielmehr sein, welche Ideen Fiat daraus für Serienautos übernimmt.

Fiat will künftige Modelle vom Multiplay inspirieren lassen

Damit ist der Multiplay weit mehr als ein typischer Blickfang für eine Automesse.

Fiat erklärt offiziell, dass die Studie künftige Produkte inspirieren wird, mit denen die Marke ihr Angebot an erschwinglichen Familienautos ausbauen will. In Paris wird die Studie vom neuen Grizzly und dem Grizzly Fastback begleitet, die dort offiziell Premiere feiern werden.

Das passt zur breiteren Strategie von Stellantis. Der Konzern wird in Paris neun Konzeptfahrzeuge von acht Marken und mehr als 60 Serienautos zeigen. Die Fiat-Pressekonferenz findet dort am 12. Oktober um 11.10 Uhr Ortszeit statt.

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Fiat will sein Familienauto-Angebot also wieder ausbauen – zu einer Zeit, in der klassische kleine Vans und Kompaktvans auf dem europäischen Markt weitgehend SUVs gewichen sind.

Dadurch ist eine echte Marktlücke entstanden.

Europas Familienautomarkt ist eintönig geworden

Der klassische Multipla entstand zu einer Zeit, als in Europa zahlreiche kompakte Vans miteinander konkurrierten. Renault Scénic, Citroën Xsara Picasso, Opel Zafira und Volkswagen Touran verkauften die Idee, dass das Raumangebot der wichtigste Vorzug eines Familienautos sei.

Inzwischen ist der Großteil dieser Fahrzeugklasse entweder verschwunden oder zum SUV geworden.

Das ist kein Zufall. Ein Crossover mit höherer Karosserie lässt sich leichter verkaufen, sein Preis ermöglicht eine höhere Marge, und Käufer verbinden eine hohe Sitzposition mit Sicherheit. Bei der Alltagstauglichkeit ist das Ergebnis allerdings nicht immer besser. Breite Radhäuser, eine abfallende Dachlinie und wuchtige Kunststoffverkleidungen können dazu führen, dass ein außen großes Auto seinen Platz überraschend schlecht nutzt.

Hier könnte Fiat eine alte Stärke wiederentdecken.

Sollte die Idee des Multiplay in ein Serienauto einfließen, wäre nicht die Zeit von 0 auf 100 km/h der wichtigste Maßstab. Entscheidend wäre vielmehr, wie viele Menschen und wie viel Gepäck in einer möglichst kurzen Karosserie Platz finden.

Ein Elektroantrieb könnte besonders gut zu einem solchen Auto passen

Fiat hat bislang weder den Antrieb noch die Plattform des Multiplay bekannt gegeben. Es gibt daher keinen Grund, ihn vor der Vorstellung in Paris als Elektroauto oder Hybrid zu bezeichnen.

Allein aus konstruktiver Sicht würde ein Elektroantrieb allerdings gut zu diesem Raumkonzept passen. Ohne langen Motor, Getriebe und Abgasanlage ließe sich zwischen den Achsen mehr Platz für die Insassen schaffen und der Boden ebener gestalten.

Gleichzeitig spricht eine große Batterie bei einem erschwinglichen Familienauto unmittelbar dagegen. Ein Akku mit 70 oder 80 kWh treibt Kosten und Gewicht auf ein Niveau, das der ursprünglichen Idee des Multiplay entgegensteht.

Der große Vorteil der Multi-Energie-Plattformen von Stellantis liegt hier darin, dass innerhalb derselben Modellfamilie mehrere Antriebsarten möglich sind. Für ein solches Auto auf dem europäischen Markt könnte die Kombination aus einer Elektroversion und einer Variante mit elektrifiziertem Verbrennungsmotor durchaus sinnvoll sein.

Vorerst wäre es allerdings Spekulation und keine Nachricht, konkrete Technik zu benennen.

Fiat braucht genau so etwas Ungewöhnliches

Fiats europäischem Modellangebot fehlt es nicht an Kleinwagen oder einem weiteren SUV. Was fehlt, ist ein Auto, bei dem sofort klar ist, warum es gerade ein Fiat ist.

Die besten Modelle der Marke waren historisch gerade deshalb so clever, weil sie den vorhandenen Raum geschickt nutzten und einfach gehalten waren. Panda, 500 und Multipla versuchten nicht, die deutschen Hersteller auf deren eigenem Gebiet zu schlagen. Sie hatten eine eigene Idee.

Aus demselben Grund könnte auch der Multiplay funktionieren.

Macht Fiat daraus lediglich ein robuster wirkendes Crossover-Modell, geht der Sinn des Multipla-Bezugs verloren. Finden die in Paris gezeigte variable Karosserie und das ungewöhnliche Raumkonzept jedoch zumindest teilweise ihren Weg in die Serienproduktion, könnte Fiat ein Auto schaffen, das in den Modellprogrammen der Wettbewerber keine direkte Entsprechung hat.

Und solche Autos gibt es auf dem europäischen Markt derzeit erstaunlich wenige.