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Peugeot E-T16 bringt 600 kW an die Räder und beschleunigt in nur 16 Sekunden auf 300 km/h

Autor auto.pub | Veröffentlicht am: 12.10.2026

Peugeot hat mit dem E-T16 Concept sein bislang leistungsstärkstes Konzeptfahrzeug auf den Pariser Autosalon gebracht. Der allradgetriebene Sportwagen verfügt über drei Elektromotoren mit zusammen 600 kW, erreicht 100 km/h in nur 2,5 Sekunden und beschleunigt in 16 Sekunden auf 300 km/h. Er steht in der Tradition des legendären 205 Turbo 16 und gibt zugleich einen Ausblick auf das Design und die Lenktechnik des Peugeot E-208 der nächsten Generation.

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Drei Elektromotoren und Fahrleistungen auf Rennwagenniveau

Das von Ingenieuren von Peugeot Sport entwickelte E-T16 Concept nutzt drei Elektromotoren: Einer treibt die Vorderräder an, zwei treiben die Hinterräder an. Die Systemleistung beträgt 600 kW, das Leistungsgewicht liegt bei weniger als 2 kg pro PS.

Eine elektronische Drehmomentverteilung verteilt die Antriebskraft kontinuierlich zwischen Vorder- und Hinterachse sowie individuell zwischen den beiden Hinterrädern. Das trägt zu höheren Geschwindigkeiten am Kurvenausgang bei und ermöglicht es, die volle Leistung effektiver zu nutzen.

Peugeot bietet drei Fahrmodi an, darunter einen Track-Modus für den Einsatz auf der Rennstrecke. Die Parameter eines vierten Modus können Fahrer selbst einstellen.

Für die Verzögerung sorgen an allen vier Rädern Bremsscheiben mit 380 mm Durchmesser. Peugeot verwendet Michelin-Reifen mit 275 mm Breite vorn und 315 mm hinten. Zur Ausstattung gehört außerdem eine aufrecht stehende hydraulische Handbremse, wie sie in Rallyefahrzeugen verwendet wird.

Laut der offiziellen Pressemitteilung von Peugeot vom 11. Oktober kann der E-T16 drei Runden auf der Nürburgring-Nordschleife in Folge zurücklegen – mehr als 60 Kilometer –, ohne dass die Leistung wegen einer Überhitzung der Batterie begrenzt wird.

800-Volt-System und Batteriekühlung aus dem Rennsport

Der E-T16 nutzt eine Batterie mit 85 kWh Kapazität und ein 800-Volt-Bordnetz. Der Hersteller stellt eine WLTP-Reichweite von bis zu 400 Kilometern und eine Ladezeit von weniger als 15 Minuten von 10 auf 80 Prozent in Aussicht.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Batteriekühlung. Statt der üblichen Kühlung von unten setzt Peugeot Sport auf ein aus dem Rennsport abgeleitetes Side-Cooling-System, das die Wärme über die Seiten der Batteriezellen abführt.

Dieser Ansatz hilft, die Batterietemperaturen auch bei längerer intensiver Nutzung unter Kontrolle zu halten. Das ist wichtig, weil die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines starken Elektroautos auf der Rennstrecke nicht nur von seiner Spitzenleistung abhängt, sondern auch davon, ob es diese wiederholt abrufen kann.

Zum Vergleich: Der Renault 5 Turbo 3E leistet rund 397 kW. Damit übertrifft das Peugeot-Konzept seine Leistung um mehr als die Hälfte. Anders als Renault hat Peugeot eine Serienfertigung des E-T16 allerdings nicht bestätigt.

Der legendäre 205 Turbo 16 als Vorbild

Das Design des E-T16 ist vom Peugeot 205 Turbo 16 inspiriert, einem Rallyefahrzeug, das 1985 und 1986 Weltmeistertitel gewann.

Ausgestellte Radhäuser, markante Lufteinlässe und ein großer Heckflügel erinnern an die Gruppe-B-Rallyefahrzeuge der 1980er-Jahre. Auch die mattgraue Karosserie und das umlaufende rote Leuchtband verweisen auf das historische Vorbild.

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Das auffälligste Merkmal findet sich am Heck. Wie beim ursprünglichen 205 T16 lässt sich die gesamte hintere Karosseriepartie nach oben öffnen und gibt den Blick auf die Elektromotoren, das Fahrwerk und die Tragstruktur aus Carbon frei.

Ein Heckdiffusor mit zwei verstellbaren Elementen und große Luftauslässe verbessern die Aerodynamik. Peugeot verbindet diese mit seiner neuen Designsprache „Feline Future“, deren Lichtsignatur künftig an der Front des E-208 zu sehen sein wird.

Rechteckiges Lenkelement für den E-208 der nächsten Generation

Im Mittelpunkt des Innenraums steht Peugeots Hypersquare, ein quadratisches Bedienelement, das das herkömmliche Lenkrad ersetzt. Es arbeitet mit einem Steer-by-Wire-System, bei dem keine herkömmliche mechanische Verbindung zwischen dem Lenkelement und den Vorderrädern besteht.

Ein konfigurierbares Display in der Mitte des Lenkelements des E-T16 zeigt Geschwindigkeit, Rundenzeiten und weitere wichtige Informationen an. Vor dem Fahrer erstreckt sich ein gebogener 21-Zoll-Panoramabildschirm.

Im Innenraum verwendet Peugeot Carbon, eloxiertes Aluminium und das aus recyceltem Leder hergestellte Material PELINOVA. Die Sportsitze sind auf einer Carbonstruktur montiert, während Vierpunktgurte die Insassen auch bei hoher Querbeschleunigung auf ihren Plätzen halten.

Auch wenn der E-T16 selbst vorerst ein Konzeptfahrzeug bleibt, bestätigt Peugeot, dass die Hypersquare-Lenktechnik und das i-Cockpit der nächsten Generation im nächsten E-208 zum Einsatz kommen werden.

Für den europäischen Markt ist das eine weitaus bedeutendere Nachricht als die Leistung von 600 kW. Peugeot will ein Steer-by-Wire-System, das derzeit noch außergewöhnlich erscheint, ins Kleinwagensegment bringen.

Peugeot zeigt, was ein elektrischer GTi leisten kann

Der E-T16 ist keine unmittelbare Vorschau auf ein Serienmodell, sondern ein Technologieträger, der Peugeots Rallye-Tradition mit der nächsten Generation von Elektroautos verbinden soll.

Mit 600 kW spielt er bei den Fahrleistungen bereits in der Liga leistungsstarker elektrischer Supersportwagen. Noch aufschlussreicher ist jedoch, wie viel Aufmerksamkeit die Ingenieure dem Temperaturmanagement der Batterie, der Aerodynamik und der präzisen Drehmomentverteilung gewidmet haben.

Peugeot hat seine sportlichen Straßenfahrzeuge bislang vor allem unter dem GTi-Kürzel angeboten. Der E-T16 zeigt, dass sich diese Tradition im Elektrozeitalter auf einem völlig anderen technischen Niveau fortsetzen könnte.

Der größte Wert des E-T16 liegt allerdings nicht darin, nach 16 Sekunden 300 km/h zu erreichen. Viel wichtiger ist die Aussicht, künftig einen Teil seiner Technik in einem erschwinglicheren Peugeot E-208 wiederzufinden.