1/32 Peugeot erwägt Serienfertigung des E-T16 mit 600 kW schon ab 2027
Peugeots spektakulärer Elektro-Hot-Hatch E-T16 könnte mehr werden als ein Blickfang auf dem Messestand. Konzernchef Alain Favey bestätigte, dass das 600 kW starke Modell technisch serienreif sei und Peugeot bereits 2027 mit der Produktion beginnen könnte. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, doch das Unternehmen scheint die Idee deutlich ernster zu nehmen als zunächst erwartet.
600 kW und bereits verfügbare Technik
Das auf dem Pariser Autosalon vorgestellte E-T16 Concept ist vom legendären Rallyeauto Peugeot 205 Turbo 16 inspiriert. Drei Elektromotoren – einer vorn und zwei hinten – leisten zusammen 600 kW.
Peugeot gibt für den Sprint von 0 auf 100 km/h 2,5 Sekunden an. Tempo 300 soll das Auto in nur 16 Sekunden erreichen. Eine 85-kWh-Batterie und ein 800-Volt-Bordnetz ermöglichen eine WLTP-Reichweite von bis zu 400 Kilometern und das Laden von 10 auf 80 Prozent in weniger als 15 Minuten.
Im Gespräch mit der britischen Publikation Autocar erklärte Favey, dass der E-T16 die neue Stellantis-Plattform STLA One und mehrere Komponenten des E-208 der nächsten Generation nutzt. Damit müsste der Hersteller die gesamte technische Basis für diesen außergewöhnlichen Sportwagen nicht von Grund auf neu entwickeln.
Laut Favey könnte das Unternehmen das Auto bereits im kommenden Jahr in seiner jetzigen Form bauen. Das ist allerdings eine Einschätzung zur technischen Serienreife und kein bestätigter Produktionsplan.
Ein möglicher Rivale für den Renault 5 Turbo 3E
Gibt Peugeot grünes Licht für das Projekt, dürfte der E-T16 als teures Modell in begrenzter Stückzahl gebaut werden.
Sein direktester Konkurrent wäre der Renault 5 Turbo 3E, dessen Version mit 400 kW starkem Elektroantrieb rund 160.000 Euro kostet. Der Peugeot bietet 50 Prozent mehr Leistung, doch einen möglichen Preis oder eine geplante Stückzahl hat das Unternehmen noch nicht genannt.
Die Beteiligung von Peugeot Sport an der Entwicklung unterstreicht die technische Substanz des Projekts. Unter anderem werden die Batteriezellen des E-T16 über ihre Seitenflächen gekühlt. Das soll auch bei längeren Fahrten auf der Rennstrecke eine hohe Leistungsabgabe ermöglichen.
Gleichzeitig geht es nicht einfach darum, Renault zu kopieren. Peugeot will seine Position im Markt für sportliche und höherpreisige Autos stärken, statt allein über den Preis mit chinesischen Herstellern zu konkurrieren.
Ein Comeback des RCZ braucht mehr Zeit
Peugeot erwägt auch, den in Paris vorgestellten RCZ Vision in Serie zu bringen. Seine technischen Anforderungen sind jedoch erheblich komplexer.
Das flache Elektro-Coupé benötigt eine dünne Feststoffbatterie mit hoher Energiedichte, die noch nicht reif genug für die Serienproduktion ist. Favey schätzt, dass die Einführung einer solchen Technik fünf bis sechs Jahre dauern könnte.
Der E-T16 setzt dagegen auf bereits verfügbare technische Lösungen.
Den E-T16 in Serie zu bringen, wäre für Peugeot ein mutiger, aber logischer Schritt. Wenn Renault einen Elektro-Hot-Hatch für 160.000 Euro verkaufen kann, spricht nichts dagegen, dass auch Peugeots noch stärkere Alternative Käufer finden würde. Fraglich ist eher, ob Peugeot bereit ist, in ein derart teures Nischenprojekt zu investieren.